Im Vergleichstext zwischen der Stadt Bonn und der Deutschen Umwelthilfe (DUH), gibt es eine für die Verbesserung der Beueler Atemluft schwer auffindbare Eingangstür. Sie lautet: “Sollten dem Verein „Deutsche Umwelthilfe“ Erkenntnisse darüber vorliegen, dass es auch an anderen Stellen im Stadtgebiet Bonn Grenzwertüberschreitungen geben könnte, wird er das Land Nordrhein-Westfalen darüber unverzüglich informieren. Das Land Nordrhein-Westfalen wird dies kurzfristig prüfen und ggf. weitere Messungen veranlassen.” D.h. solange niemand der Umwelthilfe entsprechende Erkenntnisse übermittelt, werden Land und Stadt in Beuel untätig bleiben.
Bekanntlich gibt es im Bonner Stadtgebiet nur drei rechtsrheinische Messstationen. Der zukünftige Schleichverkehr, wenn der Tausendfüssler erneuert wird, und der gegenwärtige Abgasdunst der Rheinschifffahrt (Westwind stellt allein 50% der vier Windrichtungen in Bonn) werden nur gemessen, wenn es Beueler*innen, möglichst in Kooperation mit der DUH selbst tun.
Am Rheinufer steht spektakuläre Baustellenbelastung bevor. Denn die schmalen Radwege sollen zu “Radschnellrouten” ausgebaut werden. Zielkonflikte werden im Massnahmenpaket 1 schon gesehen und benannt: “Eine Inanspruchnahme von einigen Flächen mit Baumbestand ist bei dem Ausbau des Radweges leider unvermeidbar.” Mit anderen Worten: das gibt Ärger! Unklar bleibt mir, was das z.B. für den Schwarzrheindorfer Rheindeich bedeutet. Er ist intensivst mischgenutzt von allen Fortbewegungsarten, ausser Autos. Wer soll weichen? Ich wäre für die Entfernung aller (!) motorgetriebenen Fahrzeuge. Auch das gibt Ärger, egal wie es ausgeht.
Und eine Suchaufgabe: haben sie in dem umfangreichen Massnahmenpaket irgendeine Stelle gefunden, die Ampelvorrang für den ÖPNV vorsieht? Ich nicht. Es wäre weit kostengünstiger als die zahlreichen Förderanträge, die Bonner Kommunalpolitiker*innen entlasten sollen, von den Bonner Steuerzahler*innen am Ende aber ja alle mitbezahlt werden. Die Fussgängerampelabschaffer und häuserabreissenden Immobilienspekulanten, die Friedhofsplanierer – sie hatten “gute Anwälte” am Verhandlungstisch sitzen. Gute Gründe, auch in Bonn weiter für mehr Klimaschutz zu streiken und zu streiten.