Arbeiten und Steuernzahlen – das machen im ĂŒberdrehten Turbokapitalismus von heute nur noch die Doofen. Auch ich bin mit dem Kauf meiner Wohnung 1999 reicher geworden, als durch Arbeiten. Sie kostete damals ziemlich genau so viel, wie heute 1 (in Worten: ein) Quadratmeter auf der MĂŒnchener Maximilianstrasse kostet. Wie kommt mann an solche Quadratmeter? Indem mann doofe Kommunalpolitiker*innen, bzw. solche, die in Staatsfirmen abgelegt wurden, ĂŒber den Tisch zieht (zur Not auch gĂŒnstig zu kaufen).
Das war gestern (und ist weiter in der ARD-Mediathek) aus einem klassisch guten Dokumentarfilm von Claus Hanischdörfer zu lernen. Hier zeigt sich der produzierende SWR mal wieder positiv verhaltensauffĂ€llig. Er lĂ€uft den einst in der ARD fĂŒhrenden WDR und NDR langsam den Rang ab. Bonner Kommunalpolitiker*innen, die sich jetzt am PostgelĂ€nde in der Nordstadt abarbeiten mĂŒssen, hĂ€tten sich – und uns als gefoppten BĂŒrger*inne*n – viel Ärger ersparen, wenn sie frĂŒher von Ulm gelernt hĂ€tten.
Sehenswert war gestern auch das parallel ausgestrahlte “Generation Wealth” von Lauren Greenfield auf 3sat. RĂ€tselhafterweise hat dieses Werk die Einstufung FSK ab 16, steht also nur von 22 bis 6 Uhr, und nur einen Monat, in der 3sat-Mediathek zur VerfĂŒgung. Ein radikal subjektives Werk zum gleichen Thema: bewusstlos Reich- und BerĂŒhmtwerden, Schön- und Perfektsein, und AbstĂŒrzen. Von Amazon mitproduziert, also weniger gefĂ€hrlich als AOC. Komplett in amerikanischem Englisch (mit Untertiteln) – dennoch gut, wie es selten ist. Besondere Praline fĂŒr BVB-Fans: Florian Homm tauchte wieder auf.