Reich ohne Arbeit

Von , am Dienstag, 4. Februar 2020, in Beuel & Umland, Medien, Politik.

Arbeiten und Steuernzahlen – das machen im überdrehten Turbokapitalismus von heute nur noch die Doofen. Auch ich bin mit dem Kauf meiner Wohnung 1999 reicher geworden, als durch Arbeiten. Sie kostete damals ziemlich genau so viel, wie heute 1 (in Worten: ein) Quadratmeter auf der Münchener Maximilianstrasse kostet. Wie kommt mann an solche Quadratmeter? Indem mann doofe Kommunalpolitiker*innen, bzw. solche, die in Staatsfirmen abgelegt wurden, über den Tisch zieht (zur Not auch günstig zu kaufen).
Das war gestern (und ist weiter in der ARD-Mediathek) aus einem klassisch guten Dokumentarfilm von Claus Hanischdörfer zu lernen. Hier zeigt sich der produzierende SWR mal wieder positiv verhaltensauffällig. Er läuft den einst in der ARD führenden WDR und NDR langsam den Rang ab. Bonner Kommunalpolitiker*innen, die sich jetzt am Postgelände in der Nordstadt abarbeiten müssen, hätten sich – und uns als gefoppten Bürger*inne*n – viel Ärger ersparen, wenn sie früher von Ulm gelernt hätten.
Sehenswert war gestern auch das parallel ausgestrahlte “Generation Wealth” von Lauren Greenfield auf 3sat. Rätselhafterweise hat dieses Werk die Einstufung FSK ab 16, steht also nur von 22 bis 6 Uhr, und nur einen Monat, in der 3sat-Mediathek zur Verfügung. Ein radikal subjektives Werk zum gleichen Thema: bewusstlos Reich- und Berühmtwerden, Schön- und Perfektsein, und Abstürzen. Von Amazon mitproduziert, also weniger gefährlich als AOC. Komplett in amerikanischem Englisch (mit Untertiteln) – dennoch gut, wie es selten ist. Besondere Praline für BVB-Fans: Florian Homm tauchte wieder auf.

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