Feminismus ist Pop – oder frisst der Pop ihn auf?
Ja, es ist ein Distinktionsklischee, Sachen von Arte zu loben. Aber bitte, sehen Sie doch selbst. Was Élise Baudouin und ihr Team schon vor zwei Jahren als Dokumentation zusammengezaubert haben, unter dem Titel “Der neue Feminismus – Zwischen Pop und Marketing” schien mir Up To Date, und stellte die Herren Welke und Böhmermann am gleichen Abend in den Schatten. Der Film diskutiert mit zahllosen wahnsinnig schönen kämpfenden Frauen die in der Unterüberschrift formulierte Frage.
Eine Kollegin vom Missy Magazin erwähnte vorsorglich selbst, was wir Jungs solchen Mädels entgegenhalten: und die Thatcher, findet ihr die gut? In Wirklichkeit macht es die Mehrheit der Männer bis heute nervös, wenn nun “der Körper im Dienst seiner Besitzerin” stehen soll, und nicht mehr in dem der Männer.
Diese Feministinnen werden nicht, schon gar nicht stellvertretend für den faulen männlichen Rest, den Kapitalismus überwinden. Sie wollen nicht mehr warten, bis das soweit ist, sondern ihre Menschen- und Bürgerinnenrechte schon heute besitzen und nutzen.
Puuh, das wird anstrengend, und wir mittendrin. Gegen diese Wirklichkeit ist der Film leicht verdaulich. Wie gesagt: gute Musik, und ganz viel Schönheit, mit Klugheit und Geist will ich hier lieber nicht drohen ;-) Mir hat nur Laurie Penny gefehlt, sie hätte einen prominenten Platz in diesem starken Werk verdient.