“The Pleasure Principle” / Max Eberl
Beim Zappen geriet ich Donnerstagsabends hinein und glotzte mich fest. Die internationale Koproduktion “The Pleasure Pinciple”, jĂŒngst von Arte ausgestrahlt, zeigte hierzulande unverbrauchte neue Gesichter, eine heisse Story, die durch den Wechsel der SchauplĂ€tze Ukraine, Tschechien und Polen jede Langeweile vermied. Die Geschichte bebildert den harten, gefĂ€hrlichen Kampf der Frauen im postsowjetischen Wolfsrudelkapitalismus um ihre Emanzipation, ihre Freiheit, ihre Menschenrechte. Malgorzata Buczkowska, zu der es kaum deutschsprachige, aber massenhaft polnische Suchmaschinentreffer gibt, ist eine Akteurin mit so viel Starappeal – vergleichen Sie sie heute mal mit der jungen Ulrike Folkerts (1997) – dass ich mich wundere, dass erst Apple TV kommen musste, um sie auf den deutschen bzw. mittel- und westeuropĂ€ischen Markt zu bringen. Ist der Konzern aus Cupertino doch noch fĂŒr was gut?
Das Schöne dieser Besprechung ist, dass ich Ihnen noch nicht einmal ĂŒbermitteln kann, ob die Guten oder das Böse am Ende siegten. Ich habe gestern Nacht vor der letzten Folge konditionell schlappgemacht, und werde mir die 10. und letzte Folge in der Mediathek ansehen. Aber GlĂŒckwunsch an alle Mitwirkenden: das war ein starkes Werk.
Eberl
Im FR-Interview verdeutlichte Gladbach-Manager Max Eberl seine strategiche Position in den aktuellen Streits des deutschen Fussballbuzzyness. Es ist zu einer Bewerbungsrede fĂŒr die DFL-GeschĂ€ftsfĂŒhrung geworden, deren derzeitiger Inhaber Seifert ja ebenfalls als Gladbach-Fan bezeichnet wird. Eberls Position zur TV-Geld-Verteilung teile ich nicht. Sie klingt ein bisschen so wie Leute, die heute die PrĂŒgelstrafe mit “hat mir auch nicht geschadet” zu verteidigen versuchen. Weil wir selbst gerade oben sind, sind oben die “Guten” – ist mir zu primitiv und kurz gedacht. In den 70er Jahren waren wir auch oben, fĂŒnfmal deutscher Meister – trotzdem fanden wir es auch damals schon ungerecht, dass unsere Konkurrenz aus dem sĂŒddeutschen Raum nicht nur durch Steuer- sondern auch durch Subventionsbetrug, den geschenkten Bau eines Riesenstadions 1972, ökonomische Vorteile geschenkt bekam, die mit dem Gerechtigkeitsempfinden von damals und heute unvereinbar waren (und sind!).
Hinter der Paywall der FAZ erlĂ€utert heute ein KPMG-Jurist die neu auf die DFL zukommenden Risiken, die Max Eberl garantiert bekannt sind. Die deutsche Justizminister*innen*konferenz will eine schĂ€rfere GeldwĂ€schekontrolle im Profisport installieren. Gut so, meint sogar der KPMG-Jurist. Denn die US-Justiz, die derzeit schon die Fifa in der Schweiz umgrĂ€bt, wird auch gegenĂŒber der sonstigen europĂ€ischen Entertainment-Konkurrenz keine Beisshemmungen haben. Was sie im europĂ€ischen FussballgeschĂ€ft entdecken kann, wĂŒrde sie sehr intensiv beschĂ€ftigen, und reicht allemal fĂŒr eine Endlosserie in irgendeinem Streamingdienst.