Jürgen Becker ist froh
Heute läuft die letzte Folge der WDR-Mitternachtsspitzen (21.45 h) unter der Moderation von Jürgen Becker. 28 Jahre, boah! Was für ein Lebenswerk. Das meiste davon habe ich digital archiviert. Der WDR sperrt seine Archive ja lieber ein. Da weiss mann nie, was mann noch mal zu sehen bekommt. Dort werden die meisten Werke zu Miniclips geschreddert und dann von billigen Praktikant*inn*en zu noch billigeren Wiederholungskompilationen recycelt und dem Altersheimpublikum als “Unterhaltung” serviert, wie eine schlecht gewürzte Aufwärmung des Eintopfes von letzte Woche.
Mitte dieses Jahres hatten Wilfried Schmickler und Uwe Lyko schon gemeldet, dass sie keine Lust mehr haben. Die Jungs sind alle in meinem Alter. Da überlegt der alte weisse Mann schon: was muss ich mir noch antun? Was brauch’ ich nicht mehr? Hier kommentiert Wilfried Schmickler die Sache im DLF-Interview (wenns um ihren Beruf geht, können die Jungs sprechen wie Politiker, gute). Alle drei sind gut befreundet. Etwas verspätet stelle Becker sich dieselben Fragen. Und kam zur gleichen Antwort. (Audio 6 min) Jungs, Respekt! Das habt Ihr gut überlegt. Mann sollte aufhören, bevor es lau, lasch und gewöhnlich wird. Das habt Ihr geschafft.
Ich weiss selbst, dass Ihr es mit dem Sender “nicht immer” leicht gehabt haben könnt. Und Ihr braucht das Geld nicht (mehr). Also warum? Weniger arbeiten soll sehr gesund sein. Und erhält Kreativität und Humor. Übertreiben müssen wir nichts mehr.
Danke für alles. Mir hat es all die Jahre sehr gut getan.
Korrekturhinweis: Ich hatte versäumt das DLF-Interview von Wilfried Schmickler zu verlinken. Das ist jetzt nachgeholt