Für meine Organisation meines morgendlichen Aufwachens bin ich selbst verantwortlich. Wie komme ich darauf, für mein desaströses Aufwachen die Regierung verantwortlich zu machen? Und warum so radikal? Mich macht morgens kurz vor 7 der Deutschlandfunk wach. Das war schon mein erster Fehler. Der Sender kann nichts dafür. Der macht nur seine Arbeit. Und ich will, dass er sie weiter macht. Da kam heute das, und es war für mich um diesen Tag geschehen.
Was ist das Positive daran? Dass mann und frau sich um mich Sorgen machen sollte, wenn mich das nicht mehr so wie heute erregt. Ich weiss davon, seit ich mich politisch engagiere, in meinem Fall also seit 1973. Rassistisch orientierte Asyl- und Flüchtlingspolitik gab es in Deutschland immer. Das ist nichts Neues. Manchmal wurde es in Details besser, meistens schlechter, und ja, in diesem Zusammenhang ist der Begriff angebracht, verbrecherischer. Was die EU unter deutscher politischer Führung und Präsidentschaft (im EU-Rat) tut und lässt, ist offensichtlich für alle, die hingucken und -hören, verbrecherisch. Dass ich beim aufwachenden Anhören dieser Sachverhalte sadistische Fantasien bekomme, von im Keller angeketteten Merkels und Seehofers – und zwar in einem Keller, zusammen! – ist für mich eher ein Indiz, dass ich noch am Leben bin.
Und jetzt?
Was tun?
Ich tue das, was ich am besten kann. Ich schreibe es hier auf. Was ist darüber hinaus möglich? Zur Zeit meiner Berufstätigkeit habe ich zum Jahresende namhafte Summen an Pro Asyl gespendet, als publizierende und koordinierende Stelle deutscher Flüchtlingsräte und -gruppen. Jetzt bin ich Rentner, und mein Einkommen ist limitiert. In Bonn können Sie hier und hier spenden, oder noch besser mitmachen. Bei Ausbildung statt Abschiebung (ASA) macht übrigens der Gatte unserer Oberbürgermeisterin, Dr. Till Winkelmann mit, Ex-Jungdemokrat wie ich (aber weit nach mir).
Doch, mann und frau kann eine Menge tun. Und muss.