Russland-Beziehungen und Palermo
Nein die Überschrift meint nicht den 18-jährigen Herrn Musiala, der dem Herrn Löw seine Karriere die Möglichkeit zu einem guten Ende gerettet hat. Es geht mal wieder um die Beziehungen zur Atommacht Russland. Die deutsche veröffentlichte Meinung reagierte wie ein Algorithmus auf die Wortmeldung des russischen Präsidenten in der Wochenzeitung Die Zeit.
Selbstverständlich ist für eine demokratische Öffentlichkeit, sich mit einer solchen Wortmeldung kritisch auseinanderzusetzen, ihr also auch zu widersprechen. Wen dagegen schon die Wortmeldung als solche derartig in uniforme Panik versetzt, der oder die sollte sich doch gleich freiwillig bei der Bundeswehr oder beim BND melden. Politik geht anders. Und wer mich als Leser für zu doof hält, Putins Text kritisch zu lesen, sollte auf jeden Fall beruflich was anderes als was-mit-Medien machen.
Ist die Bundeskanzlerin nicht ganz so doof? Darauf deutet eine Meldung der französischen Nachrichtenagentur AFP hin. Es darf also vermutet werden, dass sie aus der Umgebung des französischen Präsidenten durchgestochen wurde. Anders als Merkel ist Macron in grösster politischer Not, seine Wiederwahl akut gefährdet. Er benötigt von überall her Erfolg. Mit der durchgestochenen Meldung wird Merkel quasi aggressiv umarmt. Und selbst, wenn der Vorgang keinen Eingang in EU-Kommuniques finden sollte, ist er wenigstens ein publizistisches Signal, das in Moskau gelesen werden soll. Es ist noch nicht alles verloren …
Palermo
Andreas Rossmann/FAZ weist auf die Neuauflage eines Palermo-Buches hin. Er trifft damit eine wunde Stelle in mir. Zwar war ich schon oft an verschiedenen schönen Stellen Italiens, aber noch nie in Sizilien. Als Rentner in der Zielkurve meiner Lebenserwartung will ich diese Stadt auf jeden Fall noch sehen, nachdem ich ihrem Bürgermeister schon mehrmals im NRW-Landtag begegnet war.