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Perry Rhodan ist Gelsenkirchener

Hammer. Perry-Rhodan-Hefte habe ich im Leben nie angerührt. Und ich habe viel billigen Schund gelesen, jedenfalls nach damaliger Ansicht meiner Eltern. Ich weiss, dass Roland Appel das immer noch liest. Mir ist diese Welt fremd: SF habe ich auch im Kino nie goutiert. Kam mir immer alles so vorhersehbar vor – was ja im kompletten Widerspruch zur behandelten Materie steht. Für mich zum gähnen. Darum immer: für Sportschau, gegen Raumschiff Enterprise. Mein jüngerer Bruder und meine noch jüngere Schwester erinnern sich an die damit einhergehende innerfamiliäre Gewalt. Und jetzt das: der Mr. Rhodan ist Gelsenkirchener, wie ich!

Eigentlich wollte ich schon Ruhe geben. Das Mittagessen schmeckte, der Chardonnay dazu noch besser. Und mir ist schon wieder warm (26 Grad in Beuel). Aber dass der Perry-Rhodan-Autor nicht in Kalifornien oder Südfrankreich, auf keiner karibischen Insel und auch nicht in der Nähe einer Raketenabschussbasis oder auch nur eines Flughafens (56 km entfernt Düsseldorf) wohnt, sondern in Gelsenkirchen-Buer, wo selbst der Karstadt schon lange zu ist, das ist für mich die Nachricht des Tages.

Die erfahre ich von Hal Faber/heise. Dass der Gelsenkirchen-Buer für das “Berlin-Dahlem des Ruhrgebietes” hält, spricht entweder dagegen, dass der jemals da war, also in Buer, oder für einen nur mittelguten Versuch von Understatement.

Für Sachkenntnis des Autors Wim Vandemaan spricht hingegen der Einsatz des Titels “Ruhrstadt”. Ich habe noch im NRW-Landtag gearbeitet, als die WAZ unter der Redaktionsleitung von Uwe Knüpfer eine Kampagne für eine Ruhrstadt, doppelt so gross wie Berlin, gefahren hat, auf dass die Ruhrgebietsrathaustürme nicht mehr von mittelgrossen Investor*inn*en gegeneinander ausgespielt werden sollten, wie noch beim Centro Oberhausen geschehen. Guter Gedanke damals, von allen Landesparteiführungen als “zu gefährlich” angesehen. Stellen Sie sich Köln fünfmal so gross und mächtig vor. Das ist für Provinzpolitiker*innen aus dem Sauerland oder dem Rhein-Sieg-Kreis, der Halskrause von Bonn, furchterregend.

Kommt Knüpfer als Figur im Perry Rhodan vor? Kann das mal jemand für mich lesen?

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net

3 Kommentare

  1. Gernot G. Herrmann

    Lieber Martin,

    ich muss mich outen: Habe in meiner Jugend heftig Perry Rhodan gelesen und auch versucht, in Oppenheim einen Perry Rhodan Fanclub zu gründen. Ist leider nix geworden. Aber noch immer ruht ein Exemplar des wöchentlich erscheinenden Heftchens in meinem Bücherschrank.

  2. Roland Appel

    Lieber Martin, es würde den Rahmen dieses Beitrags, ja des Blogs sprengen, Dir die deutsche und ruhrgebiet’sche Bedeutung Perry Rhodans nahezubringen. Nur soviel: 1961 fliegt PR zum Mond und findet ein Raumschiff der Arkoniden mit überlegenen (defensiv-)Waffen wie einem undurchdringlichen E-Schild. Er landet in der Wüste Gobi und gründet gegen Ost und West die “Dritte Macht”, erzwingt Atomabrüstung und die friedliche Einigung der Erdstaaten mit passiver Gewalt seines Schutzschirms und von da an unterliegt er einer Art Wiederholungszwang: in immer ferneren Sonnensystemen zwischen immer skurrileren Weltraumbewohnern Frieden zu stiften. Perry Rhodan war ein Vorläufer der Friedensbewegung und hat viele Jugendliche für Toleranz, Friedlichkeit, und sozialem Handeln motiviert. Seine Konkurrenz-Heftchenserie “Ren Dhark” (RD), die wie Perry bis heute weitergeschrieben wird, ist ebenso pazifistisch, wie deutsch. RD wird inzwischen übrigens in Bonn herausgegeben.

    • Martin Böttger

      Meine Frage war allerdings die nach einem Chefredakteur des in der “Ruhrstadt” marktführenden Mediums. Gibt es diese Rolle, oder nicht?

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