mit Update 13.8.

Skandale in einem Lokalradio kommentieren? Hatte ich bisher keine Lust. Aber wie bei Waldbränden hat es sich schnell ausgeweitet zu einer Debatte über Medien im öffentlichen Besitz. Kein Wunder, die meisten Verlagsmedien in Milliardärsbesitz kacken alle ab, in unterschiedlicher Geschwindigkeit, aber kontinuierlich. Die wollen halt möglichst viel ins Nirwana mitnehmen. Die deutschen Linken und Liberalen waren bisher doof genug, die Grundsatzdebatte über öffentliche Medien zu scheuen oder gar zu ignorieren. Zur Strafe wird sie nun von Rechts aufgezogen.

Nachdem nun die hochverehrte Silke Burmester nach Jahren mal wieder in der taz kommentiert, war das Thema für mich nicht mehr übergehbar. Ja pardautz, wer hätte das gedacht: Frauen sind keine “besseren” Menschen. Sie wollen nur das gleiche Recht, scheisse sein zu dürfen. Das ist nicht schön, aber politisch nachvollziehbar.

Die Konsequenz von Steffen Grimberg/taz ist richtig, wird aber mutmasslich politisch noch nicht einmal mit der Kneifzange angefasst werden. So ist jedenfalls meine Erfahrung seit 2003, als ich schon ganz ähnliche Vorschläge gemacht habe. Vor 20 Jahren! Hören Sie ergänzend auch Leonard Novy im DLF-Interview (Audio 8 min).

Und wie weit kommen die Frauen?

Kneifen Sie sich zunächst in den Arm Es ist jetzt 2022, August. Und die deutschen Sportmedien klingen ungefähr so (Audio 4 min, danke, Matthias Dell!). Onkel Kanzler kommt um die Ecke und profiliert sich, tätschel, tätschel.

Aber mann sollte das nicht so geringschätzen wie der fachkundige Martin Krauss. Olaf hat die DFB-Spitze in (Diskurs-)Bewegung gesetzt. Das ist ein grosses Kunststück, das vor ihm nie ein Mann gewagt hat (oder Harald Stenger vielleicht, heimlich?).

Update 13.8. zum RBB: Lesen Sie ergänzend auch “Ein Einzelfall, der Strukturdefizite bloßlegt und in das Bild von Berlin passt” – Hans-Jürgen Arlt/bruchstuecke.info interviewt Otfried Jarren. Jarrens Vorschläge sind gut. Mir graut nur vor den real existierenden Medienpolitiker*inne*n, die das politisch umsetzen müssten.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net