In der FAZ war für einige Minuten eine interessante Recherche von NRW-Korrespondent Reiner Burger und Redakteur Tim Niendorf zugänglich, die tief in die handwerklichen Fähigkeiten deutscher Gegenwartsfaschisten blicken lässt. Es geht um den Zahnarzt von Volker Pispers, der sich vor 10 Jahren an Sarah Wagenknecht heranschleimte. Deutlich wird, dass dieser Zahnarzt schon als junger Mann wusste, wie “netzwerken” geht, und das mitsamt seines familiären Clans bis heute praktiziert. Weil Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen ist, also ein klassischer Fall für Herbert Reul …

Auf das von Correctiv veröffentlichte Treffen in Potsdam ist der Kerl jedenfalls mächtig stolz. Und gleichzeitig soll es ihm laut FAZ gelungen sein, seine wahre Gesinnung bei Bedarf auf glänzend-opportunistische Weise unbemerkbar zu machen. So dass Herr Pispers und Frau Wagenknecht, und auch der Düsseldorfer Lokalchef der Rheinischen Post, der Konzernmutter des Bonner Generalanzeigers, nichts gemerkt hätten. Eine hat aber was gemerkt: die Düsseldorfer AStA-Vorsitzende von 2018 Julia Uhlig. Sie hat es mit Lesen und Recherchieren versucht. Gar nicht so schwer.

Das empfehle ich auch, wenn Sie gestern wie ich “Miosga” vermieden haben. Etliche Redaktionen haben ihre Rezensionen flugs eingemauert. Sie können dennoch erfahren, wie es war, und warum Friedrich Merz gerade keine Zeit für eine der massenhaften Massendemos gegen Faschismus hatte: Lutz Heuken/Blog der Republik hat geguckt (ich war bei Barnaby, einen Monat verfügbar, und habe es nicht bereut): “Frau Miosga – das war (noch) nichts”.

Wenn Sie mit Ihrer knappen Zeit was Sinnvolles anfangen wollen, empfehle ich Ihnen diese EU-weite Petition “Stop Border Violence”. Für die wird Herr Merz mit grosser Sicherheit noch viel weniger Zeit haben. Ein Grund mehr.

Über Martin Böttger:

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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