Habermas und die Kritische Theorie
Gerhard Schweppenhäuser plädiert heute in der FAZ für die erste der beiden Deutungen: Habermas hat die Kritische Theorie durch seine Kommunikationstheorie nicht „vollendet“, sondern sie mit einer eher ausgedünnten Rationalitätstheorie von einem auch sozialökonomisch tieferen Verständnis der Moderne weggeführt.
Das passte und passt – so ließe sich ergänzen – auch ganz gut zu einer sozialdemokratischen Politik, die zunehmend unkritisch über die Verwerfungen der ökonomischen und dann auch ökologischen Grundlagen des sozialen Seins hinwegblickte. Habermas war – ähnlich wie übrigens auch Grass in der Literaturgeschichte – nicht der Titan der Geistesgeschichte, zu dem ihn ein sozialdemokratisches Umfeld (s. gestern in der SZ) nun stilisiert.
Schweppenhäusers Fazit: „Habermas’ Theorie ist in vielerlei Hinsicht interessant und wichtig, aber sie ist eben keine Kritische Theorie.“

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