Beueler-Extradienst

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Digitaler Wochenrückblick: 17. Mai 2026, W-social

Warum denn die ganzen Werbemillionen nach Nordamerika verfüttern, wenn wir hier damit blühende Landschaften züchten können?

Es gibt, getragen von der Abneigung gegen den unterirdischen Abschaum, der auf „X“ in die Welt quillt, Ablösebestrebungen. SPD, Linke und Grüne haben ihre Accounts deaktiviert, weil sie die Dreckschleuder von Elon Musk nicht mehr ertragen – im Gegensatz zur Regierung/Ministerien und Parteien, die sich in dem Höllensumpf aus geschmacklosen Posts und dümmlicher Propaganda pudelwohl fühlen – wegen der Reichweite, sagen sie. Die bekommen sie aber nur, wenn sie genügend Schleim absondern. Ein Wettbewerb dem gerade die AfD sehr viel abgewinnen kann.

Was aber tun, wenn einem deswegen der Kragen platzt? 1. Regel: nicht auf „X“ raushauen, was schmerzt – das erhöht nur die Aufmerksamkeit für das, was wir bekämpfen. Darum geht es: Aufmerksamkeit, damit lande ich in den Timelines. Das wiederum sorgt dafür, dass die nächsten Rüben darauf reagieren, treibt die Quoten ebenso hoch. Aber der Inhalt ist völlig wurscht, Hauptsache es lärmt irgendwie. Es geht nämlich nur darum in dem kruden Stuss wertvolle Produktinformationen unterzubringen. Sonst nix, vor allem praktisch: die Inhalte kommen durchweg von den Nutzerinnen und Nutzern, deren Strahlkraft befeuert höchst profitabel das Geschäftsmodell.

Stellen wir uns einmal – nur so rein theoretisch – vor, wir würden das gesittet tun, ohne die Fake-Accounts und Laberbots, die den Kessel zusätzlich aufglühen lassen. Noch besser, wir würden das konform mit der Datenschutzgrundverordnung einnorden, alle Administration und die Server dazu stünden unantastbar für nordamerikanische Konzerne und Geheimdienste in Europa.

Das klingt ganz so, als würden wir den Intelligenzzwang wieder einführen. Eine Plattform, die alle Staatsbediensteten lesen müssen und sämtliche Bekanntmachungen, müssen zuerst auf dieser Plattform veröffentlicht werden. Der Punkt würde mir gefallen, dann könnte die Regierung nicht auf „X“ zugreifen, sondern müsste zuallererst auf der neuen Plattform tätig werden, um die Untertanen zu informieren. So aber verdient erst „X“ daran, warum? Zum Glück wurde der Intelligenzzwang und das Anzeigenmonopol bereits 1850 abgeschafft. (da, hier der Link für unsere Klugscheißer,  – und zur Erhellung, was Intelligenz bedeutet)

Setzen wir der Fantasie keine Grenzen: jeder Account muss verifiziert sein, zum Beispiel über ein Videoidentverfahren in dem ausschließlich festgestellt wird, diesen Menschen oder Menschin gibt es und ist außerhalb einer schützenswerten Altersgruppe. Weitere persönliche Daten werden gar nicht erst erhoben und können somit nicht missbraucht werden. Und wenn es das Mensch hinter dem Account gibt, dann ermögliche ich das Mensch auch, ein Pseudonym zu benutzen, sinnvoll in Staaten, die der Überwachung mehr Raum geben.

Das kann doch ohne staatliche Kontrolle nicht funktionieren! Doch! Geht!

Rein privat finanziert von Investoren sowie europäischen Unternehmen und – sobald möglich: Werbung. Im Beirat sitzen hochrangige europäische Minister und auch unsere Datenschutzbeauftragte Dr. Louisa Specht-Riemenschneider bringt sich ein. Dahinter steckt das schwedische Klimaschutznetzwerk „We Don’t Have Time“  Geschäftsführerin ist Anna Zeiter, ehemalige Chief Privacy Officer bei eBay – die sollte wissen, wie das rollt.

Was denn nun, träume ich das, oder gibt es das? Noch nicht so ganz, der Kuchen ist gebacken, die Zutaten werden gerade geliefert, aber ein Signal kann jede und jeder setzen, die öffentliche Beta-Phase ist voll im Gang, das Projekt heißt „W-Social“ und über 180 Länder in der Welt haben bereits Interesse bekundet. Noch in diesem Jahr geht es an den Start, wer will, kann sich bereits auf eine Warteliste setzen lassen, die öffentliche Beta beginnt am 17. Juni  2026 Punkt 16:00 Uhr.

W instead of X“ textet Anna Zeiter auf der ersten Seite von „W-Social“ und das ist genau die Stelle, die wir ansteuern, um uns auf die Warteliste setzen zu lassen.

Was jetzt? Weiter jammern und auf „X“ mit der AfD rumprollen? Oder doch endlich mal anfassen? Kostet nix, nur die Idioten sind weg und Einnahmen werden hier versteuert.

Über Christian Wolf:

Avatar-FotoChristian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist/IT-Blasphemiker)

8 Kommentare

  1. Avatar-Foto
    hannes99

    @christian.wolf 🤦‍♂️

  2. Avatar-Foto
    Katika Kühnreich

    [I/II]
    Hallo @christian.wolf ,

    allein der Launch in #Davos hätte misstrauisch machen können & es lohnt, hinter die Versprechen der Firma zu schauen & diese zu überprüfen, wie es @_elena getan hat https://blog.elenarossini.com/the-untold-story-about-w-social-unconventional-beginnings-strategic-pitches-conflicting-signals/

    #wedonthavetime ist keine Klimaschutznetzwerk, sondern warb nur mit #gretathunberg – ohne deren Wissen https://www.svd.se/a/0ERlyg/in-english-swedish-start-up-used-greta-thunberg-to-bring-in-millions

    Und zur angekündigten #Klarnamen Pflicht bei #wsocial : Wer speichert was &wie lange?

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    Katika Kühnreich

    @christian.wolf
    [II/III]
    Wer bekommt diese #Daten über unsere #Identität ?

    #klarnamenpflicht ist der Grundstein der Internetüberwachung in China – vorsicht, was man wo fordert

    Genau wie der Versuch des Aussperrens von #Teenagern von " #SocialMedia " kein #Jugendschutz ist, ist #Klarnamenpflicht keine Lösung für #Stalking oder #Hass im #Netz

    In meinem ersten #CCC Vortrag sagte ich, dass #Technologie keine sozialen Probleme löst – ich bleiben bei dieser Aussage

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      cw-film.com

      @Katika @christian.wolf
      Es ging bei der Kolumne nicht um eine Tiefenanalyse von W-social, sondern um die Abhängigkeit von X und Co abzumildern. Das Rad wird damit nicht neu erfunden. Aber bevor es nichts gibt, sollten wir einer europäischen Alternative – mit allen Vor- und Nachteilen – eine kleine Chance geben. Im Sinne der Kommerzialisierung wird nicht mit offenem Visier gekämpft, das dürfte klar sein. Also, lasst sie starten und wir sehen, wo wir landen.

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      Katika Kühnreich

      @cwfilm
      Auch bei einer Kolumne braucht es, Verzeihung für die Härte, keine Unwahrheiten & fehlende Recherche

      Und wir kommunizieren hier gerade auf einer #Alternative zu #x

      "Europäisch" hat weder eine ethische noch sonstige Bedeutung, wie die Rufe einiger nach einem "europäischen #Palantir " zeigen

      Wenn Dinge ethische schlecht sind, werden sie nicht besser, wenn sie #europäisch sind

      Genau diesen Begriff benutzen #wsocial & co zurBauernfängerei
      @christian.wolf

    • Avatar-Foto
      cw-film.com

      @Katika @christian.wolf
      Alles richtig, bleibt aber der fade Beigeschmack, wenn wir nicht selbst agieren – und dazu brauchen wir wirtschaftliche Kraft – bleiben wir dort, wo wir sind. Dann lieber eine Alternative, die nicht nach NIUS stinkt, die Kröte müssen wir eben schlucken. Die Recherche hat nicht gefehlt, nur habe ich es nicht thematisiert, das wäre wahrlich eine andere Ausgangslage. Oder kürzer: besser das, als nix… – und es ist eine Meinung, muss ja nicht jeder teilen

  4. Avatar-Foto
    Katika Kühnreich

    @christian.wolf
    [III/III]

    @_elena hat in ihren Artikel sowohl die technischen Grundlagen Untersucht, als auch die Aussagen von #AnnaZeiter analysiert. Das ist guter #Journalismus.

    Ihr Fazit entspricht in etwa meinem: #wsocial ist gefährliche Bauernfängerei mit der Option, " #KI " zu trainieren

    Mit #Mastodon haben wir schon eine bessere #Alternative

    #foss #dezentral und:

    Ohne Bauernfängerei

    #tech #socialmedia #Klarnamen #überwachung

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