Der von allen ehrlichen Fussball-Fans und Expert*inn*en gelobte und geliebte Kevin Keegan ist vorgestern gestorben. Extradienst-Autor André Dahlmeyer hat ihm in der Jungen Welt einen würdigen Nachruf gewidmet:

Nachruf: An die Wand gespielt – Zum Tod von Ausnahmestürmer Kevin Keegan. Erinnerungen eines Fans”

Gerne ergänze ich meine persönliche Erinnerung.

Ich habe ihn nur einmal gesehen. Es war am 26.1.1980, ich war einer von 22.100 am Bökelberg, wir gegen den Titelverteidiger. Es war nicht schön, Kevin hat mir sehr viel Angst gemacht, niemand bekam ihn unter Kontrolle. In der 37. machte er persönlich das 2:0 – Ringels, Hannes, Schäffer, Winnie Schäfer, Matthäus, keiner fand Gegenmittel.

Harald Nickel, auch schon tot, aber unvergesslich wg. seines Tor des Monats November 1979 bei Inter Mailand (von der Mittellinie und in Bedrängnis! – ich stiess mir bei der Radioreportage den Kopf an der Zimmerdecke meiner damaligen Freundin, aber ich schweife ab) machte den Anschluss unmittelbar in der 38. und in der 88. machten wir (Schäffer, eins seiner zwei Saisontore) mühevoll den umjubelten Ausgleich gegen den Tabellenersten. Der “12. Mann” im Stadion hatte dieses Tor mitgeschossen. Später sollte sich herausstellen, dass wir damit auch dem Scheiss-Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum den Teppich für seinen soundsovielten Titelgewinn ausgerollt hatten …

Es war kalt, es regnete, ich stand an der Gegengeraden – am Bökelberg, vom Hbf. wunderbar zu Fuss durch den Stadtteil Eicken hindurch zu erreichen, gab es an drei Seiten Stehplätze, und alle ohne Dach.

Aber traumatisiert hat mich Kevin. Ich kann mich nicht erinnern, nochmal so einen gesehen zu haben.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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