Spannender als die meisten Tatorte ist auch das:

FAZ/dpa/Bloomberg: Klage zurückgezogen: Deutsche Bank erzielt einen Vergleich – Ein ehemaliger Mitarbeiter war gegen die Deutsche Bank vor Gericht gezogen und hatte auf Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe geklagt. Nun einigten sich beide Parteien. Vier weitere Verfahren laufen noch in London.”

Der Herr, und er ist kein Einzelfall, heisst Dario Schiraldi und wird in den Paywalls deutschsprachiger Finanzmedien als ehemaliger “Top-Manager” des, nun ja, wie sagt mann? “angesehenen” deutschen Finanzinstituts bezeichnet.

Was sagt es uns, wenn der Streitwert in einem einem Arbeitsgerichtsprozess ähnlichen Äquivalent 152 Mio. € beträgt? Sagen Sies mir. Erdnüsse?

In der Sache geht es um einen italienischen Finanzskandal, der in Anbetracht seines Umfangs von vielen Milliarden sogleich die Ebene der EU erreichte, zumal der europäische Spitzenbankier Mario Draghi im Auge dieses Sturms navigierte. Die “Banca Monte dei Paschi di Siena” war nicht nur das eigentliche ökonomische Machtzentrum der Toskana. An ihrem Palast in ihrer schönen Heimatstadt bin ich schon oft entlangflaniert – alles sehr beeindruckend. Gleich gegenüber dem Café der Familie der auch von mir hochverehrten Gianna Nannini. Die Dimension ihrer Krise war geeignet, das gesamte italienische Banksystem zum Einsturz zu bringen, “too big to fail”. Folgerichtig “engagierte” sich der Staat, die ultimative Katastrophe zu verhindern. Wer das wohl bezahlt hat?

Unten raus kam, was den Lehren des deutschen Weisen Helmut Kohl zufolge entscheidend ist, Rassismus als Staatsräson, personifiziert zunächst durch Signor Salvini, dicht gefolgt von der noch erfolgreicheren Signora Meloni.

Mittendrin, wie fast überall auf der Welt, wo es müffelt, die berühmteste aller deutschen Banken. “Wir” sind eben eine Weltmacht. Und wo “wir” es nicht sind, wollen “wir” umso mehr eine sein. Wo das Selbstbild so schlecht funktioniert, passieren Fehler, teure.

Die ganz grosse organisierte Kriminalität ist eben ein Geschäft mit Risiko.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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