Endlich brennt es auch hier. Geile Bilder. Visuelle Medien fahren auf die Katastrophe ab. Berichten ist nicht zu kritisieren. Es ist wichtig für die Betroffenen und die Bedrohten. Die sind ziemlich viele. Und Hilfe muss für sie mobilisiert werden.
Das gilt freilich ebenso für die vielen tausend Hitzetoten. Deren Ableben liefert keine Bilder, jedenfalls keine schönen, die das Klickpublikum heisslaufen lassen.
Unter den 8 “meistgeklickten” Meldungen der WDR-Homepage sind fünf zu Waldbränden. Das wuchert das Onlineangebot so zu, dass für anderes Wichtiges kaum Platz (und Zeit der WDR-Mitarbeiter*innen) bleibt. Dabei stehen die bei Waldbränden der Feuerwehr nur im Weg und belästigen sie mit Fragen, für die die wahrlich keine Zeit haben.
Beim WDR sind sie so ausgelastet, sogar ihre Algorithmen sind es, dass sie bei der Erstellung des hauseigenen Pressespiegels diese Meldung über die Wasserverschwendung eines Reitturniers (“Medienpartner”: WDR) glatt übersehen haben. Für was so eine Waldbrandpanik doch alles gut ist …
Wohlgemerkt: Berichten ist nicht zu kritisieren. Tapezieren von Flächen, die anderen wichtigen Angelegenheiten verloren gehen, ist die Pest der Aufmerksamkeitsökonomie. Für die ist der WDR nur ein Beispiel.
Was Ihre Aufmerksamkeit verdient
Ralf Heimann/MDR-Altpapier: “Flood the zone with Meta-KI – Die Tech-Konzerne formen die digitale Öffentlichkeit. In Frankreich regt sich Widerstand. Und Mark Zuckerberg hat eine schöne Idee.”
und
Antonia Groß/MDR-Altpapier: “Alles für die Bühne: Wagenknecht und die Medien – Die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beschäftigt Medien, die im Umgang mit Rechtsextremen aber alte Fehler wiederholen. Denn diese wissen sich zu inszenieren. Genau wie eine andere ‘alte Bekannte’.”

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