Passt das noch zusammen?

mit Update 6.11. am Morgen

Das frage ich mich schon mein ganzes Leseleben lang. Die WAZ in Gladbeck war in meiner Schulzeit unter der Leitung eines Wulf Mämpel, der später sogar zum Lokalchef in Essen befördert wurde, so schlecht, dass wir einige Wochen lang eine eigene Lokalzeitung unter dem Titel „Neue Gladbecker Zeitung“ herausbrachten. In der Essener Redaktion hatte er immerhin Mitarbeiter*innen, mit denen Zusammenarbeit möglich war. Ich erinnere mich noch an Jochem Schumann, Thomas Rother und bei der konkurrierenden NRZ an Wilhelm von Sternburg.

1976 nach Bonn übergesiedelt, traf ich dann auf den Bonner „General-Verschweiger„, heute im Besitz der damals so genannten „Rheinischen Pest“. Diese Namensgebungen kennzeichneten damals die gespannte Beziehung zwischen Publikum und Medium. Zwar haben die genannten Medien dieses Verhältnis seitdem merklich entspannt, vor allem dank des Engagements ihrer journalistischen Mitarbeiter*innen. Das wird denen aber von ihren kapitalschweren Bossen nicht gedankt, eher im Gegenteil.

Ralf Heimann/MDR-Altpapier weiss darüber besser als Andere Bescheid:

„It’s the Community, stupid! – Künstliche Intelligenz könnte Lokalzeitungen den Rest geben. Doch neben vielen schlechten Nachrichten gibt es auch eine gute: Was Lokalmedien ausmacht, lässt sich nicht programmieren.“

Update 6.11.

Hier meint ein alter Mann, die Rettung des Journalismus sei das Theater. Dann soll er mal seine*n Oberbürgermeister*in und deren Finanzdezernat fragen: Theater ist eine „freiwillige Leistung“, kann also weg.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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