Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: WAZ (Seite 2 von 5)

Auf- und Abregung

Alle Opfer: Luis Rubiales, Till Lindemann, Til Schweiger (nach Mallorca geflohen), Hubert Aiwanger, Donald Trump. Vergessen wir nicht: Harvey Weinstein, Kevin Spacey, Dieter Wedel oder Gebhard Henke, denen wir so viele tolle Filme verdanken (heute übrigens nach der Tagesschau: der letzte Marlon Brando auf ZDFneo, ohne Mediathek!). Alle grausam verfolgt darben sie im Kerker öffentlicher – und kaum strafrechtlicher – Verfolgung. Opfer des Geschlechterkrieges und kinderfressender hinterlistiger Feministinnen. Obwohl, wenn die Jungs ehrlich sind: am meisten empört sind sie über ihre alten Buddies, die nun das Weite vor ihnen suchen, um ihre eigene Herrschaft zu retten. Zu Rubiales hat es einer gut erklärt. Weiterlesen

Beachtenswertes

Essstörungen / Antisemitismus / Sarina Wiegman

DAK-Report: Immer mehr Mädchen mit Essstörungen ins Krankenhaus – Essen. Mediziner warnen vor einer Pandemie durch Seelenleid bei Kindern und Jugendlichen. Der neue DAK-Report zeigt alarmierende Zahlen.” Das berichtet die WAZ ohne Autorinnenangabe, und ohne Link zur Originalquelle, die ich auch auf der DAK-Homepage nicht gefunden habe. Es bestätigt mein Plädoyer für mehr Beachtung dieser Erkrankungen. Und ebenso, dass die Kinder die gesellschaftliche Wirklichkeit allzu gut begreifen. Weiterlesen

DB legt NRW (wieder) still

Wegen einer Autobahnbrücke (aber nicht nur wg. der)! – 29.9. -13.10. – Wundersame Bahn CLX

mit Update nachmittags

Es ist wieder so weit. Unser Bundesland wird stillgelegt. In die Ferien mit der Bahn? Haben wir gelacht … Ich kann Ihnen zumindest für Beuel versichern: Urlaub zuhause ist auch sehr schön. Die WAZ berichtet detailliert (und paywallfrei) was geplant ist. Richtig und gut ist zweifellos, wenn es der Bahn gelingen sollte, eigene Bauarbeiten in der Zeit, in der sowieso nichts mehr geht, zu intensivieren. Weiterlesen

Aussterbendes Gewerbe

Von der “Neuen Rheinischen Zeitung” vor 175 Jahren bis zu dem, was heute noch “Frankfurter Rundschau” genannt wird

Arno Widmann wird im August 77. Er muss in den gleichen Hörsälen gesessen haben, wie mein Freund und Mitautor Dieter Bott und etliche “Tatort”-Regisseure (die von den guten alten, die heute noch nicht mal wiederholt werden): bei Adorno. Seinen eigenen Ausführungen zufolge muss er sich in linksradikalen Sekten umgetan haben, bevor er es mit anständiger Arbeit versuchte. Widmann erinnert nun in einem launigen Text an eine alte hier in der Nähe gegründete Zeitung, in einem Medium, das sich heute noch “Frankfurter Rundschau” nennt: Karl Marx und die Neue Rheinische Zeitung: Das Proletariat? Aber wo ist es? – Heute vor 175 Jahren erscheint in Köln die erste Ausgabe der Neuen Rheinischen Zeitung, mit der Karl Marx als Chefredakteur und Friedrich Engels die Welt verändern wollen.” Weiterlesen

Pressevielfalt kann nicht aufatmen

Trotz des Todes von Günther Grotkamp (96) – Döpfner muss ihm auf ewig dankbar sein

Sollte es im Folgenden emotional und unfair werden, bitte ich vorweg um Entschuldigung. Es liegt u.a. daran, dass ich mit der WAZ lesen gelernt habe (Druckbuchstaben; Schreibschrift gabs bei “Lurchi, dem Salamander”, auch schon pleite). Mit den Sportteilen fing es an, die den Springermedien an Qualität überlegen waren. Ressortschefs Wilhelm Herbert Koch (auch Erfinder von “Kumpel Anton” – “Anton, sachte Czerwinski für mich …”) und Hans-Josef Justen. Weiterlesen

Milliardärsförderung

Gestern war mir beim warten auf den Zug nach Köln langweilig. Ich tat etwas, was ich schon lange nicht mehr gemacht habe: ich kaufte zwei Zeitungen, gedruckt auf Papier. Ich wollte rausfinden, ob sich sowas noch lohnt (ich nehms vorweg: Nein!). Als ich 1990-2005 zwischen Bonn und Düsseldorf pendelte, war es mir ein Genuss, mich mit Zeitungen zu bevorraten und während der 45 Minuten IC-Fahrt zu studieren. Ich holte mir täglich GA, Express und WAZ. Auf der Rückfahrt lieh ich mir in der Fraktionspressestelle SZ und FAZ aus, und brachte sie am nächsten Morgen zum Archivieren zurück. Es war eine intellektuelle Freude und machte mich nicht dümmer. Weiterlesen

Kommunikations-Kollisionen

Grosses und kleines Denken – ein Sortierversuch

In der Medienbranche machen 1.130,50 € derzeit selbstreferentiellen Wind. Das hat Frau Zervakis vom Bundeskanzleramt kassiert, um Olaf Scholz auf der re:publica ganz lieb in ein Gespräch zu verwickeln. Und die taz (Sebastian Erb) hat das herausgefunden. Ich kenne die aktuellen Reispreise nicht. Was kostet ein Sack, wenn er umfällt? Meine karge Rente ist jedenfalls höher (im Monat, nicht pro Interview). Zur Ehrenrettung der taz: sie enthält auch Wichtiges, z.B. dieses Interview mit Extradienst-Gastautor Paul Schäfer. Weiterlesen

Willi Lippens – Pelé 2:1

1966 war die erste TV-WM in England. Von den WMs zuvor gab es nur Erzählungen, Legenden. Sie sprachen sich auf allen Schulhöfen herum. Jeder (Mädchen nicht mitgemeint, die durften nur zugucken) wollte Pelé sein. Aber niemand schaffte es. Lag es daran, dass er ein Schwarzer war? Die biologistisch-rassistischen Theorien der Nazis waren auch über 20 Jahre danach noch “Volkswissen”. Ich freute mich, ihn endlich mal in unserem erworbenen Schwarz-Weiss-Fernseher sehen zu können. Daraus wurde nichts. Weiterlesen

Klosterhalfen – an thailändischen Fäden?

Darf der dubiose Hintergrund von Red Bull jetzt in deutsche Medien?

Oliver Mintzlaff ist ein vielbeschäftigter Mann. Nebenberuflich berät er Deutschlands mutmasslich aktuell erfolgreichste deutsche Leichtathletin Konstanze Klosterhalfen, die gleich hier nebenan in Königswinter-Bockeroth aufgewachsen ist. Jede einzelne Medaille wird immer wieder begeistert in der WDR-Lokalzeit abgefeiert, auch wenn der Star bei Nike in Oregon trainiert. Ähnlich gross ist die Distanz zwischen Dichtung und Wahrheit bei Red Bull: nicht Leipzig, nicht Fuschl am See, sondern Thailand. Weiterlesen

Wundersame Medien

Wundersame Bahn CXIII

Wer interessiert sich für die Mobilität von Menschen ohne Auto? Über den Bundesfinanzminister rege ich mich schon mal gar nicht mehr auf. Ich kann mich noch nicht mal mehr erinnern, wann ich damit aufgehört habe. Ebenso wie über Bundesverkehrsminister, die sich totstellen. Da braucht sich wenigstens keine*r umgewöhnen. Alles wie immer. Sicher, das ist die Sache mit dem Klima … Aber das Schlimmste kommt doch sicher erst, wenn wir tot sind. Hier die kleinen Beispiele von heute. Weiterlesen

Ich habe es gewusst

Indonesien? Wo soll das sein? Haben “wir” da was mit zu tun?

Ich war 8 bzw. 9. Ich hatte Lesen gelernt, und wachsende Lust dazu. Zur Verzweiflung meiner Eltern las ich abends im Bett heimlich unter der Decke. Mit 7 war mir bereits Kurzsichtigkeit diagnostiziert worden. Meine politische Informationsquelle war die “Westdeutsche Allgemeine Zeitung” (WAZ), damals noch zur Hälfte in sozialdemokratischem Familienbesitz. Kein Boulevarddreck mit grossen Buchstaben, aber auch kein bundesweites “Leitmedium”. Nur die Regionalzeitung mit der höchsten Verkaufsauflage, und also gesellschaftlich weit relevanter als die Angebermedien aus München, Frankfurt oder Hamburg. Aus ihr wusste ich von dem Völkermord in Indonesien. Weiterlesen

Treibstoffe der Macht

mit Update nachmittags zur NRW-Landesregierung

Liebe Leser*innen, das Anklicken des folgenden Links beeinträchtigt Ihr Wohlbefinden. Karim El-Gawhary/taz berichtet über den Staatsbesuch des Mohammed Bin Salman bei Herrn Recep Tayyip Erdogan. Das Betrachten des abgebildeten Fotos könnte bei einigen zu Störungen der Verdauung führen. Wenn es nur Gawhary berechtigte Frage “Jamal Khashoggi, wer war das gleich noch mal?” wäre. Weiterlesen

Der bessere Sigmar

Willi statt Gabriel: “Völlerei, aber massvoll”
Vor den schlechten Nachrichten die gute: während sich Melanie Mühl hinter der FAZ-Bezahlmauer am Selbstoptimierungswahn abarbeitet, komme ich beim DLF-Kultur weiter: Optimisten leben besser” – “Zum Glücklichsein gehöre auch hin und wieder die Völlerei oder das eine oder andere Glas, wenn man es denn bewusst und maßvoll konsumiere”. Sarich doch. Weiterlesen

Kommende Wahrheitsministerien

Der alte Florian Rötzer bleibt in der Rente wie ich nicht ruhig, sondern lässt uns an seiner Weitsichtigkeit teilhaben. Die ist ja jüngeren Nachfolgern oftmals so nicht vergönnt. So hat er nun eine Zusammenstellung von Projekten veröffentlicht, mit denen Milliardär*inn*e*n bestimmen wollen, was wahre Information ist, und was unwahre. Seine Bitternis teile ich. Aber es ist nicht nur schlecht. Es ist auch eine Frage, was öffentliche Kräfte aus solcher Engagementbereitschaft der Superreichen machen. Mann nennt es Medienpolitik. Weiterlesen

Der Mensch als Wolf und die Wölfe

In meiner Schulklasse war etwa ein Drittel aus Kirchhellen. Ein Speckgürtel-Dorf mit ersten Anklängen ans Münsterland. Meine Mitschüler*innen von dort waren keine Bauerndeppen-Kinder, sondern hatten eher besserverdienende Eltern, die die dort verfügbaren Grundstücke zum Eigenheimbau nutzten. An eine besonders vermögende kann ich mich gut erinnern, zeitweise sass sie direkt neben mir, die hatten einen Pool im Partykeller. Wenn die Bude sturmfrei war, absolvierten wir da die eine oder andere lustvolle Orgie. Das war Kirchhellen in den 70ern. Weiterlesen

Medienjournalismus in Deutschland

von Hektor Haarkötter / Filiz Kalmuk und Jupp Legrand (Vorwort) – Otto Brenner Stiftung
Seine Leistungen und blinden Flecken
Vorwort

Der Medienjournalismus scheint sich in einer paradoxen Situation zu befinden. Einerseits haben Medienkritik und die Reflexion über Öffentlichkeit spürbar zugenommen. Mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Großkrisen sind Anspruch und Erwartung an die Orientierungsleistung von Medien stark gestiegen. Zeitgleich sank das Vertrauen, wuchsen Enttäuschungen und polarisierte sich die Kritik: an den verschwörungserzählerischen Enden der Skala gehören Verdächtigungen gegenüber ,dem‘ Mediensystem und Diffamierungen von Journalist*innen zur Tagesordnung. Technische Innovationen – allen voran Social Media – sorgen für weltweite Beachtung und wirken wie Brandbeschleuniger. Weiterlesen

Scheitert der Westen an seiner Hybris?

von Ludger Volmer
Es ist Zeit für eine politische Relativitätstheorie

Dies sei das „Ende der Geschichte“, behauptete der amerikanische Philosoph Fukuyama nach dem Sieg des Westens im Kalten Krieg. Etwas Besseres habe die Menschheit nicht mehr zu erwarten, der Geschichts-Telos habe sich erfüllt. Kritiker hielten lakonisch dagegen: Der Kapitalismus hat die Systemkonkurrenz gewonnen, aber er ist nicht die Lösung für die Menschheit. Wer hat Recht?
Der Westen habe keinen Plan, stellt Antje Vollmer fest und bedauert, dass mit dem Scheitern des „realen Sozialismus“ die Diskussion über nötige Systemalternativen im Westen versandet ist. Weiterlesen

Der Minister – ein Hai?

Jens “Kleiner Fisch” Spahn / Pack schlägt sich / Informationsfreiheit fürs Ruhrgebiet
Wenn er doch noch Bundeskanzler werden sollte – eine Chance, auf die er lauert – dann wird er vielleicht doch noch zum Hecht, der kleinere Fische frisst. Jens Spahns Immobiliendeals in Berlin, über die Stern und Tagesspiegel berichten, deuten eher auf ängstliche Geldanlagen eines Leitenden Angestellten hin: ein Minister, der aus dem pechschwarzen Landkreis Borken in die grosse Stadt gezogen ist, und sein gut auskömmliches Einkommen möglichst sicher anlegen will. Meine Hypothese: eher hat er sich von echten Haien über den Tisch ziehen lassen.
Interessant an der Story ist, wer da mit wem dealt. Weiterlesen

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