Putin-Opposition / Urheberrechtsnebel / Recht gegen Krieg

Von , am Mittwoch, 12. September 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Es gibt nicht wenige, die sich mehr Opposition gegen Putin wünschen. Ihnen sei geraten: Augen auf, hingucken! In Russland waren gerade Regionalwahlen. Sie haben nur wenige Russ*inn*en interessiert, und hierzulande noch weniger. Darum hier die Nachricht: (meist)gewählte Opposition gegen Putin sind die Kommunisten. Wer ist Ihnen also lieber? Wenn Sie, nur mal angenommen, Herr Seehofer sind, dann ergäbe sich hier eine Verwendungsmöglichkeit für den zu opfernden Herrn Maaßen (oder weiss der zuviel?): er könnte – je nach Opportunität und Zahlungskraft – entweder die russischen Kommunisten oder die Schirinowski-Nazis “beraten”, wie ers schon mit der AfD getan hat. Da es in Russland an Oligarchenkapital nicht mangelt, wird es auch finanziell sein Schaden nicht sein ….
Im Ideologiekrieg um das Urheberrecht ist so viel Nebel produziert worden, dass sogar unser Freund Prantl die klare Sicht verloren hat. Das nimmt heute Stefan Niggemeier auseinander. Die Herren müssten sich kennen, Prantl war Innenpolitik-Ressortchef, Niggemeier zeitweise für die SZ-Medienseite verantwortlich. Vermutlich haben sie sich nicht sehr gemocht, Prantl ist heterosexuell. Ich weiss, dass er politisch ein anständiger Kerl ist, aber kein Proletarier. Sonst hätte er nicht so bereitwillig für die Interessen seiner Arbeitgeber geschrieben. In der Kulturwirtschaft ist es so: berühmt werden nur die wenigen Reichen; die über 90% Proletarier*innen unter Schauspieler*inne*n, Fussballer*inne*n, Autor*inn*en kennen wir nicht. Die treten ihr Urheberrecht arbeitsvertraglich an ihre Milliardärs-Arbeitgeber*innen ab, weil sie froh sein müssen, überhaupt arbeiten zu dürfen. Prantl ist einer der wenigen übriggebliebenen leitenden Festangestellten, die noch ein anständiges, regelmässiges Gehalt beziehen. Dieses Sein könnte in Fragen des Urheberrechts sein Bewusstsein getrübt haben. Aber diese Leute sterben aus …
Update abends: dass das Thema auch mit gutem Journalismus behandelt und erklärt werden kann, zeigte heute der Tagesschau-Bericht von Arnim Stauth (ab Minute 9) – der Autor hatte jahrelang Arbeitsrechts-Ärger mit seinem Arbeitgeber WDR, wie sich herausstellte u.a. im Zusammenhang mit einem #metoo-Fall. Seit einiger Zeit kann er wieder arbeiten. Gut so, für ihn und für uns. Er wird nicht von einem Verlagsmilliardär bezahlt – sondern von uns.
Hatte ich nicht gestern gegen deutsche Kriegsbeteiligung geschrieben. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages ist ganz unserer mehrheitlichen Meinung. Ob die in Hauptstadtberlin noch beratbar sind? “Verantwortung” übernimmt nicht, wer sich dem Morden Anderer anschliesst, und noch mehr Menschen umbringen lässt, sondern jene, die es verhindern. Das blindwütige “Verantwortungs”-Geschwurbel kriegssüchtiger deutscher Journalist*inn*en dagegen, das lässt in mir Zensurlüste aufsteigen ,,, Wenn die Politik in einer Gesellschaft so abdankt, ist es bald auch um ihre Demokratie geschehen.

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