U19: BVB gewinnt Ruhrpottderby / Burgsmüller

Von , am Dienstag, 21. Mai 2019, in Fußball.

Wenigstens ein wichtiges Ruhrpottderby hat der BVB gewonnen: im Halbfinal-Rückspiel gegen S04 gelang ein 2:0, nach 2:2 im Hinspiel in Oberhausen. Am 2. Juni um 12.45 h ist Finale in Grossaspach, keine Ahnung, wo das liegt, aber natürlich wie ein Heimspiel für den Gegner: VFB Stuttgart.
Überschattet wurde das freudige Ereignis durch die Meldung vom Tod Manni Burgsmüllers. 69 ist der Leistungssportler nur geworden; das hat auch mein 100%-Staublungen-Opa geschafft. Zu seiner aktiven Zeit war es mir bereits ein Rätsel, warum er beim dem Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum hörigen DFB so wenig Länderspielnominierungen (3) bekommen hat. Ich vermute, weil er so eine lose Klappe hatte, die ihn in Dortmund zum zeitweisen Mannschaftskapitän gemacht hat. Zu Burgsmüllers Zeiten waren verdiente Torschützen meistens noch von unangenehmer Defensivarbeit befreit, sie taten ja vorne einen guten Job. Burgsmüller hatte einen ähnlichen “Riecher” wie der berühmtere Gerd Müller, profitierte gleichzeitig von seinem drahtigeren Körperbau. Anlassbezogene Sprints verbanden sich mit Gedankenschnelligkeit. Otto Rehhagel, Essener Ruhrpottpflanze wie er, lockte ihn in hohem Fussballeralter noch nach Bremen, wo er endlich Deutscher Meister werden konnte (1988). Die zwei losen Klappen passten in diesem Fall gut zusammen.
Die kryptischen Medienmeldungen zu seinem “natürlichen Tod” machen mich etwas melancholisch. Ich wusste noch nicht mal, dass er sich wieder in Essen niedergelassen hatte, so wenig tauchte er noch in irgendwelchen Medienmeldungen auf. Die meisten Spieler seiner Zeit, bekanntermassen vor allem die Weltmeister von 1990, hatten grosse Probleme, nach der Fussballprofikarriere noch eine sinnvolle Beschäftigung zu finden. Bei Burgsmüller wird von “Sportmarketing” geschrieben, was immer das bedeuten soll. Ich weiss von einer sehr bekannten FC-Köln-Grösse, der heute vereinsamt in seiner Single-Wohnung hockt, und gelegentlich von einer alten Freundin sozialbetreut wird (nicht, was Sie denken, sondern eher sozialarbeiterisch). Ich hoffe, in Burgsmüllers zu kurzem Leben sah es besser aus.

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