Jüngst reagierte ich etwas unverwandt, als DLF-Glossenautor Arno Orzessek, der allenfalls so viel jünger als ich ist, wie meine Geschwister, als der mein Alter als “blaue Stunde des Lebens” bezeichnete. Erst vor kurzem hat ein guter Freund hier in Bonn eine Galerie dieses Namens eröffnet, in der es übrigens auch lecker Essen und Wein geben soll (Dorotheenstr. 37, ab 16.30 h, Homepage keine gefunden). Aus diesem Anlass wurde mir bereits erklärt, dass es sich um den Übergang vom späten Nachmittag zum frühen Abend handelt, wenn es dunkel wird. Das variiert zwischen den Jahreszeiten sehr stark, so dass ich mir wohl aussuchen darf, wann genau ich meine blaue Stunde sehe. Und nicht abstreiten kann ich Orzesseks Voraussetzung, dass ich in die Kernzielgruppe des TV-Einschaltquotentabellenführers ZDF eingetreten bin. Vermutlich stirbt mit meiner Altersgruppe auch dieses Medium aus.
Also für alle, die so alt sind wie ich, oder älter, der Hinweis, dass Sie heute abend nicht “Tatort” gucken müssen; heute muss ihn Axel Milberg retten. Ich kenne viele, die ihn zu grausam und aufregend finden. Mir geht es eher umgekehrt: ein vorhersehbares Ritual, weswegen drumherum ja bereits kommerzielle Events laufen – alles sehr gut planbar.
Die Alternativen: 3sat wiederholt, wie immer, Die Anstalt. Wenn sies verpasst haben, bitte schön.
Und ONE, der ARD-Ableger wiederholt zur gleichen Zeit “Der König von Köln”, allerdings ohne die gelungene Doku von Gritschneder/Wellmann.
Alle, die jünger sind als ich, wissen ja, wie Mediatheken funktionieren, und können heute Abend irgendwas sinnvolleres als Glotzen tun.