Der Kölner Stadtanzeiger verschwand vor etlichen Jahren aufgrund seiner digitalen Paywall aus meiner Medienwahrnehmung. Mir hat das weniger geschadet, als der Stadt Köln, die so digital eingemauert wurde, wie zu ihren römischen Gründungszeiten. Nach allem, was ich medienpolitisch wahrnahm, habe ich nichts verpasst – ausser den stetigen Niveauverlust dieser einstmals angesehenen westdeutschen Lokalzeitung. Überregionale Berichterstattung wurde weitgehend eingestellt, und bei der Firma Madsack in Hannover eingekauft. Köln kauft seine “Wahrheit” in Hannover – wenn das die alten Stadtväter und -mütter (Agrippina z.B.!) hätten miterleben müssen ….
Nach all diesen vielen Jahren bin ich heute mittag erstmals über einen mir wichtigen Bericht dieses Mediums gestolpert. Und er wurde sogar von Madsack (“Redaktionsnetzwerk Deutschland”) geliefert – ohne Autor*inn*en-Namensnennung. Dieser Bericht besagt, dass es direkte personelle Zusammenhänge zwischen dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und der NSU-Mordserie gibt. Obwohl doch die NSU-Mörder*in angeblich “alle” schon inhaftiert waren. Und nicht zu vergessen der hessische Agent des Inlandsgeheimdienstes (“Verfassungsschutz”), der beim Kasseler NSU-Mord persönlich anwesend war (und nicht nur er). Ein klarer, direkter publizistischer Angriff auf die Behörden, die gesetzlich angeblich für unsere “Sicherheit” zuständig sein sollen, und – höhere Dialektik – faktisch das Gegenteil besorgen.