Ein wichtiger Bonner CDU-Politiker des vorigen Jahrhunderts, Stephan Eisel, schreibt über die Absichten der Grünen OB-Kandidatin Katja Dörner: “In ihrer als allgemeinen Wohlfühlerklärung formulierten Kandidaturankündigung blitzt an einer Stelle ihr Politikverständnis auf. Sie schreibt: ‘Aber es ist Zeit, den Verkehr konsequent an Fußgänger*innen und Radfahrer*innen auszurichten.’ Autofahrer kommen nicht vor. Verkehrspolitik im Konfrontationsmodus statt Verkehrspartnerschaft, die alle (!) Verkehrsteilnehmer einbezieht.” Schnüss-Autorin Gitta List “beunruhigt (das) nicht unbedingt”. Diese Ruhe teile ich nicht.
Im Gegenteil: im Vergleich zu richtigen Grossstädten hat sich die Ratsfraktion der Bonner Grünen in dieser Hinsicht als Weicheier erwiesen. Wieviele Popup-Radwege gibt es in Bonn im Zuge des Fahrradbooms der Coronakrise? Ist es schon ein knapper Kilometer? Die Diskussion einer neuen Rheinbrücke, nur für Fahrräder und Fussgänger*innen, ist ja schön und gut. Wann wäre die denn fertig? Und in der Zwischenzeit? Auf den bestehenden drei Brücken kommen sich beide jetzt schon ins Gehege, mit alltäglich zahlreichen Gefahrensituationen. Ich will es ja gar nicht gegeneinander diskutieren. Aber wie wäre es, statt nur von einer neuen Brücke zu träumen, die bestehenden umzubauen? Mehr Platz für Fussgänger*innen und Radfahrer*innen, vielleicht auch ihre stärkere und damit sicherere Trennung, und je eine Autospur auf jeder Seite weniger?
Damit der gequälte Eisel so richtig Angst vor mächtigen Frauen kriegt, lesen (oder hören) Sie hier mal Grünen-Hardcore: Claudia van Laak/DLF berichtet aus einer richtigen Grossstadt, immerhin halb so gross, wie das Ruhrgebiet. Wenn Sie die Reportage hören, vernehmen Sie auch Frauen- und Kinderstimmen. Das kennt der Herr Eisel (noch) nicht, dass die am Verkehr teilnehmen.