In Nordenham ist heute deutscher Atommüll angeliefert worden, “an Absender zurück”, nachdem er in Sellafield (UK) aufbereitet wurde. Viele Menschen haben was dagegen, verständlicherweise. Sie finden es nicht gut, dass die (deutsche u.a.) Atomindustrie so weitermacht, als wär’ nichts gewesen, und haben die Absicht, sie zu stören und zu verärgern. Damit habe ich mich zeitlebens ebenfalls beschäftigt.
Wenn Sie sich das deutsche Schienennetz anschauen – Nordenham liegt oben an der Wesermündung, gegenüber von Bremerhaven, das Ziel Biblis in der Nähe von Wiesbaden – dann ist es zwar nicht sicher, aber von nicht geringer Wahrscheinlichkeit, dass der Dreck, oder Teile davon (wenn die Fracht aufgeteilt wird), durch Beuel fährt. Wir kriegen jede Nacht den Löwenanteil des Güterverkehrs rechtsrheinisch bei uns durchgeleitet, damit wir, in Kombination mit den Nachtflügen von Köln-Wahn, nicht zu ruhig schlafen, zu alt werden, und zu lange Rente beziehen.
Wie immer weigern sich Behörden und Verantwortliche, uns, ihre Schutzbefohlenen (Amtseid!) über solche Gefahren und Risiken zu informieren. Ich bin gespannt, was die neue Bonner Oberbürgermeisterin daran ändert/ändern kann.
Ich bin jetzt über 60 und nicht geneigt, mich auf Schienen zu legen oder zu stellen. Wenn es aber Menschen für angebracht halten, einen solchen schweren Eingriff in den Schienenverkehr zu begehen (selbstverständlich nur mit Maske und Abstandhalten!), könnte ich meine Sympathie für solche Rechtsbrüche nur schwer verbergen.
Ergänzender Hinweis: nach 23.10 h gibts im DLF ein Interview mit Kerstin Rudek, Initiative „Castor stoppen“ zu den Castor-Transporten. Diese Nachtsendung wird in der Regel vom DLF nicht online verarbeitet (Nachtschicht zu teuer?).
Update 4.11.: heute morgen wurde gemeldet, der Zug habe “die hessische Landesgrenze” erreicht. Wenn er also hier war, ist er durch.