Der (Profi-)Fussball liegt im Sterben. Nicht nur durch das Coronavirus. Die Entfernung war schon zuvor gewachsen, zwischen Buzzynezz und Fans. Die letzte Verbindung zwischen beiden droht – oder verheisst – zu zerbrechen. Weltabgewandt wird die Inszenierung, die Simulation eines sportlichen Wettbewerbs, fortgesetzt. Die Öffentlichkeit wird verängstigt von Virusmutationen. Doch “The Games Must Go On”. Infektionen von Spielern, Verbreitung der Viren durch europaweite Reisetätigkeit (“Champions League”), die dem Normalplebs versagt bleibt – is’ doch egal.
Sogar an einer globalen Superliga wird in New York bei J.P. Morgen schon gebastelt. Ich setze dagegen: die Bundesliga West. Der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum kann sich meinetwegen die Kohle in New York abholen. Den will hier im Westen sowieso niemand sehen. Entscheiden muss sich nur die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA: New York oder NRW.
Dann machen wir hier, zunächst ohne, und irgendwann hoffentlich mit erwartbaren Zuschauer*innen*massen Saisons komplett mit Derbys:
Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld, 1. FC Köln, FC Schalke 04, VfL Bochum, Fortuna Düsseldorf, SC Paderborn, SC Verl, Uerdingen 05, Viktoria Köln, MSV Duisburg, RW Essen, Fortuna Köln, Preussen Münster, SV Rödinghausen, RW Oberhausen, Alemannia Aachen. Wenn der BVB sich überraschend gegen New York entscheidet, nehmen wir noch den SV Straelen hinzu, damit wir eine gerade Teilnehmerzahl und eine 20er-Liga haben. Und wenn Uerdingen schon vorher pleitemacht und spielunfähig wird, rückt noch der SC Wiedenbrück, die Heimat der traditionsreichen Tönnies-Massenschlachterei, nach.
Denkbar wäre nach Abschluss einer Ligasaison ein Quarantäne-Abschlussturnier mit den Siegern von Restdeutschland. Und der Sieger davon spielt dann irgendwo zwischen München und New York vor, um dort seine besten Spieler zu verkaufen. Wäre auf jeden Fall spannender und für die meisten weniger deprimierend, als was uns derzeit vorgespielt wird.