Fahmi Quadir ist schon länger verhaltensauffällig. Untypisch für ihre Branche betreibt sie eine recht aktive, fast schon aggressive Medienarbeit. Von Verschwiegenheit keine Spur. Scheinbar. Denn die Agenda, die sie betreibt, gibt sich ein allzu märchenhaftes Antlitz. Die schöne gute Fee im Kampf gegen das Böse. Und alte weisse Journalistenmänner schmilzen dahin.
Die Spuren, die Frau Quadir mit Michael Maier/Berliner Zeitung im Wirecard-Skandal (und heute im Parlamentarischen Wirecard-Untersuchungsausschuss) auslegt, sehen gut aus. Wenn sie falsch sein sollten, sind sie mindestens gut erfunden. Ich fürchte sie stimmen. Marta Orosz/Bussiness-Insider (sie wechselte von Correctiv zum Springerkonzern) ist auf der gleichen Spur: der wirtschaftskriminelle Brückenbauer und Netzwerker – und mutmasslich drogenabhängige (mglw. gefügig zu machende) – Hamid “Ray” Akhavan. Orosz hat noch eine Rechnung mit Putinfreund Orban offen.
Dass hier ein Anti-Putin-Narrativ vorbereitet wird, erleichtert den was-mit-Medien-Leuten mglw. die Wahrheitsfindung. Eine Lüge wird es dadurch nicht. Denn das kriminelle Geschehen gedeiht in einer grenzüberschreitenden und weltabgewandten Subtropik des real existierenden globalen Finanzkapitalismus. Dass ein paar böse Jungs dabei von schönen, klugen Frauen zum Stolpern gebracht werden, ist gut, sehr gut.
Aber nicht hinreichend. Denn die Jungs sind nicht von Geburt aus böse. Mann nennt es Sozialisation.