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Information-Warfare

Davon verstehe ich ein bisschen was. Nie habe ich in meinem Leben so viel Geld verdient, wie in dem Jahr, in dem ich selbstständig arbeiten musste – in dieser “Fachdisziplin”, allerdings in meinem Fall für ausschliesslich zivile Auftraggeber*innen. Es kann also nicht überraschen, wenn es viele intelligente Köpfe in diese lukrative Branche zieht. Die solventen aber kenntnisarmen, in einer selbstreferentiellen Blase operierenden Auftraggeber*innen sind hier besonders freigiebig.

Was Jonas Tögel/telepolis dazu schreibt: Cognitive Warfare – die Nato und das ‘gehackte’ Individuum – ‘Fortschrittlichste Form der Manipulation’: Wie der Militärpakt das Bewusstsein jedes einzelnen Menschen zum neuen Schlachtfeld erklärt.” ist insofern keine sensationelle Neuigkeit, aber ein informatives Update für mich. Was er etwas zu sehr untergewichtet, der Nato und anderen Herrschenden aber unstillbare Kopfschmerzen bereitet, ist die Tatsache: der Mensch ist nicht berechenbar. Wenn er es mal werden sollte, ist er so gut wie tot. Sicher, es gibt dunkle Mächte, die genau darauf hinauswollen. Machen wir es ihnen also so schwer, wie wir können.

Ich nehme mal einen recht einfachen Fehler. So lange es solche gibt, ist noch alles gut. Bei den nachdenkseiten berichtet der von mir sehr geschätzte Thomas Moser, dass der von mir weniger geschätzte Kollege Markus Linden auch ihn als Zielobjekt ausgemacht hat. Moser überzieht etwas mit seinem Verdacht, für wen der Her Linden alles arbeiten könnte. Ich kenne zuviele, die machen sowas freiwillig, ohne Bezahlung von verschwörerischen Diensten. Obwohl: solche gibt es natürlich auch, jede Menge. Aber der Fehler des Herrn Linden ist: zuviele Gegner*innen/Opfer auf einmal, einige qualitativ zu stark für Schüsse mit der rhetorischen Schrotflinte.

Nach meiner Wahrnehmung schreibt Moser nicht mehr bei telepolis, seit Florian Rötzer weg ist. Das bedaure ich. Denn die politische Satisfaktionsfähigkeit der nachdenkseiten ist mir allzu eng geworden. Moser dagegen hat zu NSU und Breitscheidplatzattentat (2016) konkurrenzlos exzellente Arbeit geleistet.

Die linken Kernspaltungen nützen den Herrschenden und ihrer Nato weit mehr, als ihr imgrunde erfreulicher intellektueller Dilettantismus.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net

Ein Kommentar

  1. w.nissing

    Die linken Kernspaltungen …..
    Dafür gibt es doch eine Lesezeichenleiste, die man ggf auch editieren kann, damit man mehr in den Header bekommt. Es ist ganz einfach, rechtsklick auf das lesezeichen, 5te von Oben Lze bearbeiten und dann unter “Name” entsprechend einkürzen fedisch.
    So habe ich meine ganz persönliche Medienbank mit 15 Ausgewählten auf einen Blick und dann für das Fallobst gibt es ja hier oftmals Links.

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