Der Bundesverkehrsminister ist nicht so schnell: 9-Euro-Ticket-Bilanz und giftige Flüsse – Wundersame Bahn CXX

Die DLF-Sendereihe “Hintergrund” bestätigt ihren guten Ruf. Während sog. “Leitmedien” fleissig digital vermauern, haben Katharina Thoms und Dieter Nürnberger eine frei zugängliche umfassende Analyse vorgelegt: Bilanz und Zukunft des 9-Euro-Tickets – Mehr als 38 Millionen verkaufte Tickets: Das 9-Euro-Angebot für den deutschen Nahverkehr ist ein Erfolg, auch wenn es den Autoverkehr wohl nicht wie erhofft massiv verringert hat. Ein Nachfolgemodell wird gefordert, doch das Bundesverkehrsministerium will erst mal evaluieren.”

Zwei Zitate möchte ich als Kontrastmittel hervorheben. Der linke Grüne Winnie Hermann, Landesverkehrsminister in BaWü erweist sich als Realo: „Wir planen und bestellen heute die Züge, die in vier, fünf Jahren fahren. Das heißt, was heute nicht entschieden wird an positiver Finanzierung, schlägt sich zwar nicht gleich morgen nieder, aber in wenigen Jahren – und es ist dann nicht mehr korrigierbar.“

Dem Bundesverkehrsminister der FDP/FDP/FDP-Koalition geht das dagegen alles viel zu schnell: „Ich bleibe dabei, dass wir den Fahrplan nicht ändern, den wir mit den Ländern vereinbart haben. Nämlich eine Evaluierung des 9-Euro-Tickets einfließen zu lassen in die Ergebnisse der Arbeitsgruppe, die zur Herbstkonferenz der Verkehrsministerinnen und -minister der Länder die Ergebnisse präsentiert, wie wir den ÖPNV effizienter und attraktiver gestalten können. Und erst danach stellen sich weitere Fragen.“ Auch die Personenzüge im Mittelrheintal sind ihm viel zu schnell.

Was die Fische totmacht

Schneller ist der Bundesverkehrsminister mit dem Bagger zur Stelle. Dann lesen Sie mal hier, was dabei herauskommt. Ist es das, was wir wollen? Die Bagger, die sauberes Wasser herbeischaffen, müssen erst noch herbeifantasiert werden.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net