Köln ist eine Stadt der kurzen Wege, das gilt auch für Gewerkschafter. Man kann Karriere machen oder auf dem Abstellgleis landen.
Das Abstellgleis

Die Leitung der KölnBäder GmbH,  eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Köln, hat im Juni einen Antrag auf Kündigung eines Betriebsrates wegen eines unterstellten Arbeitszeitsbetrugs gestellt. Von Fachleuten der Gewerkschaft ver.di wurde dieser Vorfall als nicht einmal abmahnungswürdig bezeichnet. Ein spontan gebildetes Solidaritätskomitee vermutet andere Motive.

Die Geschäftsführung der KölnBäder will die bisherige Regelung über bezahlte Pausen zu Ungunsten der Beschäftigten kippen, dies wurde von dem Betroffenen thematisiert. Damit könnte man perspektivisch Stellen wegfallen lassen. Dies würde wahrscheinlich zu einer weiteren Verschlechterung des Angebots führen.

Im Moment stehen die Beschäftigten während ihrer Pausen für Notfälle zur Verfügung, dies wäre in nicht bezahlten Pausen nicht mehr der Fall und müsste durch Neuorganisation der Abläufe aufgefangen werden. Möglicherweise deutet dieser Konflikt auf weitere geplante Einsparungen bei der KölnBäder GmbH hin, die weder im Interesse der Beschäftigten noch der Badegäste wären. Der betroffene Betriebsrat wurde freigestellt, am 31. Juli ist der erste Termin vor dem Arbeitsgericht. Als juristische Vertretung wurde von der KölnBäder Gmbh die Kanzlei Seitz gewählt, bekannt für die aggressive Durchsetzung von Unternehmerinteressen.

Karriere machen:

Einer der beiden Geschäftsführer der KölnBäder Gmbh, Markus Sterzl, war 2015 bis 2017 ver.di Geschäftsführer des Bezirks Köln, bis 2020 ver.di Landesfachbereichsleiter Ver- und Entsorgung NRW.

Vorsitzender des Aufsichtsrats ist übrigens Andreas Wolter (GRÜNE).

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