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Noch ein “kein Zufall”

MBZ, Boss der VAE, kommt zu Besuch – Gewinnt er den Wahlkampf in Israel?

Die Vereinigten Arabischen Emirate bilden, zusammen mit ihrem Nachbarn Saudi-Arabien, weltweit die Spitzengruppe feudaler Macht. Die Mehrheit der Welt ist froh, die Periode des Feudalismus überwunden zu haben – obwohl: sicherfühlen darf sich niemand nie. Im arabischen Kultur- und islamischen Religionsraum ist es dagegen immer noch die dominierende Herrschaftsform. Bitter für alle Betroffenen. Denn Araber*innen lieben ihre Menschenrechte nicht weniger als alle andern. Einer der mächtigsten Hauptverantwortlichen, MBZ, محمد بن زايد بن سلطان آل نهيان, kommt nun zu Besuch. Was will er?

Ich weiss ja nicht, ob Sies wussten, aber der Herr MBZ hat da einen fetten Stein in den israelischen Wahlkampf, ich vermute mal, werfen lassen. Nicht, dass mich sein inhaltlicher Kern überrascht hätte. Ich meine, Ähnliches schon kurz nach dem Hamas-Überfall von Angehörigen der Opfer vernommen zu haben. Und es bleibt mal abzuwarten, wem der Stein letztendlich am meisten nützt. Wie in Sachsen-Anhalt ist es auch in Israel: nicht die Fakten entscheiden, sondern die Gefühle.

Es ist gar nicht so einfach, in deutschen Medien zu diesem spektakulären und politisch zweifellos relevanten Vorgang Meldungen oder gar Analysen zu finden. Hören Sie noch Radio? Ich ja, in vorsichtigen Dosen, hier zum Beispiel (Audio 5 min.).

Müssen wir noch über den Jemen-Krieg disputieren? “Schlimmste humanitäre Katastrophe”. MBZ war dabei, klinkte sich aber aus, weil er sich mit MBS, dem Clanchef der Sauds, zerstritt. Dafür ist er eins weiter übers Rote Meer gezogen, und lässt mit seinen, in nicht geringem Mass von “uns” bezogenen Rüstungsgütern Völkermord im Sudan begehen, der im Katastrophen- und Grausamkeitsranking Jemen überholt haben könnte. Nicht viele regen sich hierzulande darüber auf. Wobei, das wussten Sie sicher nicht … die Bundesregierung weiss Bescheid. Diese Autoren werden vom Bundeskanzleramt bezahlt. Andererseits ist nicht gesichert, ob dort noch jemand Zeit zum Lesen hat.

Ich habe mal ein wenig gesucht, ob sonst noch irgendein deutsches Medium Zeit für die Beachtung von Völker- und Massenmord an, nunja, fast ausschliesslich Schwarzen hat, aber nee, die Superduper-Rechercheur*inn*en von NDR und WDR, fahnden nach ganz, ganz schlimmen Drogenhändlern, die sich in Dubai verstecken. Dubai, das sind die Nervensägen, die MBZ schon aus einer veritablen Staatspleite rauspauken musste. Die wirft er den Deutschen gewiss gerne zum Frass vor. So haben alle was davon.

Hauptsache die Deals um Öl, Gas und Rüstungsgüter laufen weiter wie geschmiert. Kein Grund zur Aufregung. Irgendwelche Nageknochen für die Aufmerksamkeitsökonomie finden sich immer.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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Ein Kommentar

  1. Avatar-Foto
    Annette Hauschild

    “Ich weiss ja nicht, ob Sies wussten, aber der Herr MBZ hat da einen fetten Stein in den israelischen Wahlkampf, ich vermute mal, werfen lassen. Nicht, dass mich sein inhaltlicher Kern überrascht hätte. Ich meine, Ähnliches schon kurz nach dem Hamas-Überfall von Angehörigen der Opfer vernommen zu haben. ”
    Du hast Recht, Martin, mit Deiner Erinnerung.

    Es waren Soldatinnen, deren Aufgabe es war, die Uberwachungskameras am Grenzzaun zu beobachten, die meldeten als Erste, dass sich in Gaza Ungewöhnliches tue. sie wurden von ihren Vorgesetzten bedroht, sie sollten den Mund halten. in Israelischer Medien ging deswegen später eine Debatte über Machismo und Diskriminierung von Frauen in der Armee los.
    Der ägyptische Geheimdienst hat seine Kollegen auf Israelischer Seite ebenfalls gewarnt, ich glaube diese Nachricht kam von Karin El Gojari, den Korrespondenzen für TAZ ÖRR und andere aus Kairo.
    ich habe auch in meinem blog darüber geschrieben

    Dass MBZ dieses Thema jetzt wieder aufkochen läßt, ist interessant, dürfte Netanjahu auch schaden.. Ebenso könnte ihm der Skandal schaden, der vor einem Jahr in. Israel über die Tatsache heraufkam, dass die Katargelder für Gaza über sein Büro geflossen sind, wobei einige Mitarbeiter wohl klebrige Finger hatten.
    Netanjahu hat jahrelang öffentlich erklärt, diese Gelder wurden die Lage in Gaza ruhig und beherrschbar machen, die Hamas gegen die PA aufbauen.. Dann drehte sich die Debatte, zumindest im Internet ( auf X). Jetzt werfen Teile der Regierungsgegner ihm vor, er habe damit zum Ausbruch der Hamas und dem Überfall auf Israel geführt

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