Der Widerstand von Harvard gegen Trump
Verfügbar bis 25.11. ist das (bei Arte): „Kampf um Harvard – Nach dem 7. Oktober 2023 geriet Harvard in den Fokus: Antisemitismusvorwürfe und der Rücktritt der Präsidentin Claudine Gay nach nur sechs Monaten spielten dem MAGA-Lager in die Hände. Propalästinensischer Aktivismus wurde unterdrückt, Festnahmen schürten Angst – und der Protest verstummte. Eine gezielte Kampagne gegen kritische Stimmen an US-Universitäten.“
Sandrine Rigaud tritt in diesem Film selbst als Harvard-Absolventin auf, war also dicht dran an ihrem Gegenstand. Als Zuschauer empfand ich es als extrem angenehm, dass ich mich nicht agitiert fühlte, sondern Rigauds Darstellung zu autonomer eigener Parteinahme nötigt. Nach einmal Schlafen dachte ich immer noch über ihr dreiteiliges (je 30 min., also überaschaubar) Werk nach.
Ist der Kurs von Harvard-Boss Alan Garber besonders taktisch klug, oder nur opportunistisch? Er übernahm den Job von der abgesägten Claudine Gay – Frau – Schwarze – siehste. Was sagt es uns, wenn mehrere der im Film auftretenden Kritiker*innen – so stelle ich mir menschliche Schönheit vor – nach den Dreharbeiten aus der ersten Protestreihe zurückgetreten sind, um sich nicht selbst zu gefährden? Stark an Rigauds Filmsprache ist, dass sie zwar als „Presenterin“ sichtbar ist und ihre eigene Rolle transparent macht, die Hauptrollen aber ihren Gesprächspartner*inne*n, auch trumpnahen, überlässt.
Bekanntlich sind wir im nochdemokratischen bürgerlichen Europa nicht mehr weit davon entfernt, uns die selben Fragen stellen zu müssen. Beachten Sie nur die überdrehte Berichterstattung der Medien der Herrschenden zu den aktuellen Jugendprotesten.
Darum wäre es eine besonders hübsche Pointe, wenn die USA Dienstagnacht das paranoide Europa „links überholen“. Ich glaubs erst, wenn es ausgezählt ist.

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