Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Linke Politik unmöglich machen

Erster Schritt: Vernichtung der SPD – Zweiter Schritt: Linke Mehrheiten sabotieren

Es gibt etwas, was faschistoide Tech-Oligarchen und linke Sekten verbindet: die Apokalypse-Sehnsucht. Wer nicht auf mich hört, mich nicht versteht, ist verantwortlich für den Untergang der Welt. Und des Kapitalismus. Denn beide sind ja identisch. Die seltsamsten Bündnisse kommen so zustande, und die seltsamsten Ansichten erfolgreicher demokratischer Bewegungen.

Dass Letzteres aus dem verschlafenen deutschen Bonn so gesehen wird, ist vielsagend. Nicht für die kritisierten No Kings, sondern für die Perspektive, aus der sowas aufgeschrieben wird. Im Nachbarland schreiten die Kämpfe fort, aber in Bonn geht die Welt 50 Jahre später unter.

Ich gehe mal zu Klartext über. 59% der Berliner*innen wollen die Konzerne raus aus ihren Wohnungen haben. Das haben sie auch ihre Parteien nachdrücklich wissen lassen. Seitdem grübelt das Immobilienkapital und seine Medien von FAZ bis Spiegel, wie sich das grundgesetzlich verankerte Unheil (hier und hier) noch verhindern lässt.

Dafür ist ihnen jedes Mittel, jedes Bündnis (s. nochmals: Frankreich) und jedes Medium recht. Auch nützliche Idiot*inn*en sind dafür immer willkommen.

Nicht auszudenken, wenn ein Volksentscheid in einer bürgerlichen Demokratie erfolgreich umgesetzt würde. Das würde die Revolution ja um Jahrhunderte zurückwerfen. Dumm nur, dass eine antikapitalistische Revolution im digitalisierten Atomzeitalter ein paar mehr Todesopfer fordern würde, als die französische, die russische oder die chinesische.

Aber halten wir uns nicht bei den dummen Sekten auf. Erster Schritt muss die rückstandslose Vernichtung der SPD sein. Wie es 1969 die FDP war (bis 1982), ist sie immer noch (theoretisch) imstande. zu linken Wahlmehrheiten beizutragen (übrigens auch hier in Bonn – wie lange noch?). Dem muss ein Ende gemacht werden. Wie 1969 ist dazu jedes Mittel recht. Es geht wie 1969 ums Ganze, um die Sicherung der (Immobilien-)Kapitalmacht. Auch unser Bonner OB ist dafür Experte.

Zweiter Schritt ist die kollektive und individuelle Marginalisierung und Vernichtung der Politikfähigkeit all derer, die das nicht freiwillig einsehen wollen. Dazu ist jeder Regelbruch recht. Und das lässt sich weder durch Bürgerentscheide noch Wahlergebnisse noch Auflagenverluste aufhalten. Da sind “wir” ganz wie “unsere” (US-)amerikanischen Freunde. Bei Bedarf nicht nur “US-“, sondern auch “süd-“.

Haben wir immer so gemacht.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

2 Kommentare

  1. Avatar-Foto
    Dr. Hanspeter Knirsch

    Die SPD muss niemand vernichten. Das besorgt besorgt sie seit Jahren zuverlässig selbst.

  2. Avatar-Foto
    Annette Hauschild

    Ja, die politische Kurzsicht des Internationalistischen Bündnisses in Berlin ist traurig.

    Ebenso traurig ist der Umgang der Linken mit Palästinasolidarität jeglicher Couleur, egal ob radikal oder gemäßigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2026 Beueler-Extradienst | Impressum | Datenschutz

Theme von Anders Norén — Hoch ↑