Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 17 von 389)

Kritische Ergänzung zu einem Interview

“Vergleichbar mit Kokain” – nicht nur für Kinder

Anne Wilkening gibt in einem Interview mit ver.di-publik wichtige Hinweise. Das Problem ist grösser, als die meisten denken. Denn alles, was Frau Wilkening an Suchtgefahren beschreibt, gilt für Menschen jeden Alters. Sie vergleicht die Gefahren mit Kokain. Kokainhandel ist verboten. Die Milliardäre, die vergleichbare Medien zur eigenen grenzenlosen Bereicherung und Herrschaftssicherung einsetzen, sind dagegen nicht verboten, sondern kreieren selbst Geschäftsmodelle und Gesetze. Und bekommen es von der herrschenden Politik vorne und hinten reingeschoben … Weiterlesen

Vermisst

… ist in diesen Tagen sehr viel politische Vernunft. Ein Vernünftiger war lebenslang Joachim “Jo” Scheffer, dem Roland Appel nachruft: “Ein liberaler Freund wird sehr vermisst”.

Hilfsangebote vermisst Annette Jensen/ver.di-publik stellvertretend für Millionen Betroffene: “Ängste und Depressionen – Das Leid der jungen Generation – Copsy-Studie — Ängste und Depressionen sind unter Kindern und Jugendlichen weit verbreitet. Doch es gibt zu wenig psychologische Hilfsangebote”.

Friedrich Küppersbusch und sein Team vermissen sie ganz sicher nicht: “Kommt die Atombombe?” – hat sich die Welt gestern noch gefragt. Ich fasse das, was die europäische Welt dazu geleistet hat, in Anlehnung an Andreas Zumach so zusammen: “Peinlich devot II – Aber Journalismus ist möglich”.

“Insider berichten” dazu in einem ausführlichen Interview mit Constanze Kurz/netzpolitik – “Grundrechte: Zwei Insider berichten vom Europäischen Datenschutzbeauftragten”.

Rheinpegel Bonn 218cm.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Die meisten wissen es längst

Medienkritik wird dadurch nicht überflüssig – eher im Gegenteil

Einerseits ist es ermüdend. Nicht zum ersten Mal schreibt Christiane Voges/telepolis: “Ukraine-Krieg und Iran-Krieg: Wie Medien mit zweierlei Maß berichten – Ein Essay über Framing, Wortwahl und Doppelstandards: Warum der Ukraine-Krieg klar benannt wird – und der Angriff auf Iran sprachlich verschwimmt.” Ermüdend für mich als Bescheidwisser, vielleicht auch für sie als Autorin (bei dem bescheidenen Honorar). Überflüssig ist es nicht. Weiterlesen

Pralles Osterprogramm 2026

Trump und das Männerproblem

Charlotte Wiedemann: “Das Gift der Gewöhnung – Folgen des Irankriegs: Um Iran wird ein Weltkrieg neuen Typs geführt: Bomben auf ziviles Leben sind heute Absicht. Wer dem nicht widerspricht, hat keinen moralischen Kompass.” Reinhard Olschanski: “Performatives Schlafwandeln – Trumps gelockerter Wirklichkeitsbezug”. Sie wollen nicht sterben: “Iraner*innen – auch nicht dümmer als wir”, weder für das Gute noch für das Böse. Reinhard Olschanski über “Kritik und philosophische Engführung – Zum Tod von Jürgen Habermas”. Und “Die Männerkrise – Männer machen ihre Fakten selbst”.
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Die Männerkrise

Männer machen ihre Fakten selbst

Nach heutiger Durchsicht diverser Onlinemedien war nur ein menschenrechtlich adäquater Schluss möglich: der der exzellent gealterten Oberhausener Kabarettistin Gerburg Jahnke: “Ich bevorzuge für Männer die Gartenhaltung.” Hier alles nachzuhören beim alten Fritz (71, genauso gut gealtert), Sie werden es nicht bereuen. Und ein bemerkenswerter menschenrechtlicher Fortschritt gegenüber diesen bedauernswerten Ex-Artgenossen. Weiterlesen

Iraner*innen – auch nicht dümmer als wir

Deutsche Kriegsdienstverweigerer und -innen wollen nicht töten. Und natürlich auch nicht sterben. Iraner*innen – entgegen der herrschenden Medienpropaganda – auch nicht. Ganz im Gegensatz zu den freiheitskämpfenden Ukrainer*innen. Obwohl: viele von ihnen wollen auch nicht sterben, es ist nur teurer als bei uns. Aber zurück zu den Iraner*innen, die auch nicht für die Guten und ihr Herzensanliegen sterben wollen. Weiterlesen

Die starke Frau dahinter

Der München-“Tatort” wäre ohne sie nicht das geworden, was er war – aber wer erinnert noch an sie?

mit Update 7.4.

Ohne solche Redakteur*inn*e*n wäre das TV schon lange tot. Sie haben es gross gemacht, zum zeitweise zentralen und mächtigsten Medium der BRD, das auch in der DDR ausgiebig konsumiert wurde. Das German Television. Sie sind heute fast vergessen, weil sie uneitel kreative Arbeit gemacht haben: Stoffe entwickeln, Bühnen bauen, das Senden gegen ignorante kenntnisfreie Chefs durchsetzen, sich still freuen, wenn sich Erfolg einstellt und Stars geboren werden. Horst Königstein (NDR) war so einer, Heidi Steinhaus (WDR, Schimanski-“Tatorte”, noch nicht mal mit Wikipedia-Eintrag) und ganz sicher auch Silvia Koller, ohne die es die gegenwärtigen Oster-Feierlichkeiten nicht geben würde. Aber wer erinnert an sie? Weiterlesen

Die Revolution ist hier

Böhmermanns ZDF-Magazin Royale war es schon vor zwei Jahren aufgefallen (nicht mehr online). Nun hat es auch das “Netzwerk Recherche” gemerkt. Wo sich Lokalmedien zurückziehen, weil die verlegenden Milliardärsfamilien es nicht mehr für rentabel halten, da finden sich grosszügig bespendete Faschisten, um in die Lücke, bisweilen blutig und/oder feurig, hineinzustossen. Lobenswert: beim Netzwerk haben sie, Thomas Schnedler und Malte Werner, sich richtig Arbeit gemacht. Danke, das ist wichtig. Und es gibt hier eine kompakte Würdigung: Weiterlesen

Es geht auch fair

Florian Opitz macht am “Fall Özil” Deutschland nackig – “Alle haben verloren” (Per Mertesacker)

Florian Opitz ist mir schon mehrmals als intelligenter Dokumentarfilmer aufgefallen. Ich war erst widerwillig, mir ein x-tes Mal die Dramen um den supertalentierten Fussballer aber politisch immer miserabel beratenen Mesut Özil anzusehen. Als ich feststellte, dass Opitz das gedreht hat (Produktion: Flare Film), entschloss ich mich doch dazu. Und habe es nicht bereut. Weiterlesen

Vor Ostern

An diesem Text schien das Leser*innen-Interesse im Tagesverlauf begrenzt zu sein: Rita Schuhmacher/ver.di-publik: “‘Das Spiel soll doch gut werden’ – Gaming — Crunch, Selbstausbeutung, Sexismus und der lange Weg zu fairen Jobs in der Gamingbranche”. Zu Unrecht. Denn hier geht es um die umsatzstärkste aller Medienbranchen. Was bei den Älteren weitgehend unbekannt ist. Und wenn das so bleibt, darf sich über solche Umfrageresultate und die von Roland Appel konstatierten politischen Folgen “Diese Regierung schadet der Demokratie” niemand wundern.

Netzpolitik.org hat in Denis Glismann einen neuen Praktikanten, der sogleich eine wichtige Nachricht überbringt: “‘Keine verfassungskonforme Ausgestaltung möglich’ – Zivilgesellschaft warnt vor Plänen für KI-Fahndung”.

Und ich melde das diesjährige TopTen-Ergebnis der “Initiative Nachrichtenaufklärung”: “Vergessen?” Nicht alles daran ist widerspruchsfrei.

Kurz nach Mitternacht finden Sie hier: Malte Seiwerth/ver.di-publik: “Aus der Schule »gegen Rechts« – Rechtsextremismus an Berufsschulen — An manchen Berufsschulen sind Hakenkreuze und Rassismus allgegenwärtig. Wie sich Berufsschüler*innen dagegen wehren. Zu Besuch an einer Seefahrtschule”.

Bereits ankündigen kann ich für morgen 16 h den letzten Teil von Dr. Clarissa Vogler: “Kapitel 9: Die Grammatik des Widerstands”. Und von mir zum Ende des Münchner “Tatorts” am Ostersonntag: “Die starke Frau dahinter – Der München-‘Tatort’ wäre ohne sie nicht das geworden, was er war – aber wer erinnert noch an sie?” Es wird nie wieder so sein.

Rheinpegel Bonn 230cm.

Den nächsten Newsletter erhalten Sie am Dienstagabend nach Ostern.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Sargnagel ist keiner

Ösi-Perle belebt Lebensgeister – mit fünf Jahren Verspätung

Deutsches Fernsehen wie Deutsche Bahn: Übergaben aus der Schweiz oder Österreich gelingen immer nur mit satter Verspätung. So wie die späten Staffeln der “Vorstadtweiber” erst kürzlich dem in den Sendern für debil gehaltenen deutschen Publikum zugemutet wurden, so ist vor einigen Tagen nun auch “Sargnagel – der Film” mit fünf Jahren Verspätung bei 3sat eingetroffen. Verfügbar bis 28.9. Weiterlesen

Erinnerungslücke

50 Jahre “3nach9” – von der Streitshow zur Verkaufsveranstaltung

Helmut Lorscheid erinnerte soeben an 70 Jahre BND. Radio Bremen erinnerte letztes Wochenende an “50 Jahre 3nach9”, eine einstmals spannende Talkshow, als der Sender noch kreativ und mutig war. Ein 45-Minuten-Zusammenschnitt wurde vom NDR und WDR übernommen, und war so belanglos, dass Sie sich das selber aus der Mediathek suchen können. Auch Willy Brandt kam sekundenlang vor (1984). Doch die aufregendste Passage wurde vergessen. Weiterlesen

Unsicherheiten

“Die Fragen von Freiheit und Selbsbestimmung sind drängend” stellt Reinhard Olschanski zweifellos zutreffend fest und hofft auf “Neuer Liberalismus”.

Laura Jaruszewski/netzpolitik analysiert die Probleme beim “Recht auf Reparatur – Der lange Weg zu einer nachhaltigen Konsumkultur”.

Ich habe eine bei Arte gesehen: “Frontkämpferin – ‘Coexistence, My Ass!’ von und mit Noam Shuster-Eliassi”. Und habe gelesen: “Wie sicher ist die WM? – Die Antwort finden Sie hier nicht – die ist unsicher” mit Hinweisen auf Texte zu Mexiko und Iran.

Kurz nach Mitternacht finden Sie hier Sebastian Meineck/netzpolitik: “Sieben Köpfe gegen digitale Gewalt – Strafrecht allein reicht nicht”.

Rheinpegel Bonn 223cm.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Wie sicher ist die WM?

Die Antwort finden Sie hier nicht – die ist unsicher

Weniger als 10% der Staats- und/oder Regierungsführungen dieser Welt sind von einer Frau besetzt. Das entsprechende Staatsamt von Mexiko könnte nach meiner unmassgeblichen persönlichen Schätzung darunter das Schwierigste sein. Logisch also, dass eine Frau das aufräumen soll: Claudia Sheinbaum Pardo. Wenig überraschend, dass die mit ihrem Testosteron-Defizit von ihrem Verstand überwältigt wird, und von allen Kolleg*inn*en in vergleichbarer Position, also unter maximaler Bedrohung, den cleversten Umgang mit dem “mächtigsten Mann der Welt” gefunden hat. Weiterlesen

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