Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Medien (Seite 92 von 281)

Wie konnten die Faschisten wachsen?

Das treibt nicht nur mich, sondern auch René Martens/MDR-Altpapier um. Der hat in Nesrine Malik eine kluge Frau gefunden, die eine Antwort nicht nur weiss, sondern auch prominent publizieren kann: im Guardian. Martens kommentiert treffend: „Ihr Kommentar ist auch bemerkenswert, weil es nicht vorstellbar ist, dass in einem vergleichbaren deutschen Medium etwas Vergleichbares erscheint“. Womit eine Antwort auf die in der Überschrift gestellten Frage für Deutschland gefunden ist. Weiterlesen

Blut tropft aus der FAZ

Aber dieses Mal nur als Überbringerin

Der geschätzte Kollege Oliver Jungen hat „Das kleine Fernsehspiel“ des ZDF kritisch besprochen: „Kommt ein Clown ins Schlachthaus – Mit Haut und Haar: Die rabenschwarze ZDF-Komödie ‚Karigula‘ erzählt eine blutig existenzielle Liebesgeschichte, in der ein Clown und eine Serienkillerin die entscheidenden Rollen spielen.“ (mit Safari eingemauert, mit Firefox paywallfrei). „Carigula“ ist ein Jahr verfügbar, aber nur wenn die Kinder im Bett sind. Weiterlesen

Die Tatort-Alternative

In Österreich der Skandal-Burner – die ARD versteht es nicht wirklich

Hatte ich die „Vorstadtweiber“ schon gelobt? Ja mehrmals. Gestern bingewatchte ich zum sounsovielten Mal die dritte Staffel, verfügbar bis 3.10.. Der Clou dieser gesamten Serie ist für mich, dass sie erst nach den Dreharbeiten öffentlich gewordene österreichische Politskandale quasi fiktional vorwegspielte (Drehbuch: Uli Brée). Das ist nachgerade genial. Weiterlesen

Beuel statt Berlin

Gelegentlich fragen mich Freund*inn*e*n, warum ich kaum noch meine früher mal regelmässigen Hauptstadtbesuche absolviere. Die Antwort ist zum Teil selbsterklärend („Wundersame Bahn“). Die Faulheit des Alters kommt dazu. Tatsache ist aber in erster Linie, dass es für menschliches Leben kaum bessere Orte als das Rheinland gibt. Das bestätigte sich mir gestern nach einem ausgedehnten Mittagsmahl im l’Olivo mit ausgesuchten besten Freund*inn*en. Und danach las ich – wie zur Bestätigung – dieses Jammern von Berliner Journalist*inn*en: Weiterlesen

Tiefe Humanität

Die erste Arztserie, die mich anmacht, ist belgisch: „Gevoel voor Tumor“

Ich hasse Trübsal, insbesondere in der Glotze mache ich einen grossen Bogen darum. Gelegentlich holt sie einen dennoch im wahren Leben ein. Z.B. als meine Mutter an Krebs verstarb. In einigen Tagen steht meine vierte Darmspiegelung an. Darum habe ich es mit „Sense of Tumour / Gevoel voor Tumor“ versucht – und nicht bereut. Sie ist schon sechs Jahre alt und damals bei der Berlinale mit einem Preis behängt worden. Verfügbar bis 10.9. Weiterlesen

Ziemlich beste Feinde

Frankreich: Einen Rechtsruck durch eine Mehrheit der Partei von Marine Le Pen haben die Französinnen und Franzosen erneut verhindert. Weg vom Fenster sind die Rechten damit nicht

Am Abend des 30. Juni wurden viele ­Franzosen von Schwindel und Übelkeit ergriffen. Beim ersten Urnengang der jüngsten Parlamentswahl hatte die ­Rassemblement National (RN) über neun Millionen Stimmen erhalten. Auf einmal schien es sehr wahrscheinlich, dass die rassistische, nationalautoritäre Partei die Regierung stellen würde. Der 28-jährige RN-Vorsitzende Jordan Bardella wähnte sich bereits als Premierminister, und der Eindruck (s)eines unaufhaltbaren Siegs wurde von gefälligen Medien noch verstärkt. Weiterlesen

Hexenwahn

Als ich las, dass am 10. August der „Internationale Tag gegen Hexenwahn“ begangen wird, habe ich erst einmal auf die Uhr geschaut, um zu sehen, in welchem Jahrhundert wir leben. Doch es gibt diesen Gedenktag wirklich. Er wurde erstmals am 10. August 2020 vom Internationalen Katholischen Hilfswerk missio ausgerufen, um über Menschenrechtsverletzungen aufzuklären, die unter dem Vorwand vermeintlicher Hexerei vollzogen werden, und um gegen diese vorzugehen.  Weiterlesen

Vom Schreibenwollen und vom Schreibenmüssen

Rezension, böse Rezension: Über eine Biographie zu Mercedes Sosa die keine ist

Nabelschauen in der Literatur oder was manche dafür ausgeben sind Legion. Besuchte man etwa früher die Mainzer Minipressen-Messe so fanden sich dort durchaus interessante Handpressenverlage, Buchdruckkunst eben. Finanziert wurde das Ganze aber wohl weitgehend durch die Egomanien der ausstellenden Fastaufschreiber, die es wie Sand am Meer gab, und von deren Konsumenten und Innen. Allesamt hielten sie ihr Scheissgeräusch gleich für das Scheissgeräusch der Welt und bliesen zur Bauchnabelschau. Man verstand sich. Kein abendfüllendes Programm, doch zwischen hypochondrischen selbstverlegten Autobiographien, Esoterikgedöns, Motivationsratgebern und – wie es damals ebenso böse wie treffend hiess: – Hausfrauenlyrik fühlten sich die Gefangenen von derlei Frevel am gedruckten Wort geborgen wie Häuptling und Squaw am heimischen mentalen Buchstabenherdzerwürfnis. Schulterklopforgien für Belanglosigkeiten waren die Regel. Diese Art von Missverständnis existiert, man glaubt es kaum, bis heute. Weiterlesen

Hübsch – aber zu kurz angebunden

Der SWR würdigt das Waldeck-Festival

Mit ein paar Monaten Verspätung würdigt der regional „zuständige“ SWR das 60. Jubiläum des Burg-Waldeck-Festivals. Für mich ist das Legende geblieben – in den Hochzeiten des Festivals in den 60ern war ich noch zu jung und zu doof, um seine künstlerische und politische Bedeutung zu verstehen. Heute dagegen bin ich verständnislos, wie lieblos und pflichtschuldig es abgefeiert und abgeschoben wird. Weiterlesen

Unangenehme Ergänzungen

Einige unangenehme Ergänzungen zur laufenden Post-Pandemie-Debatte

An einem Sonntagmorgen im März 2003 landete auf dem Frankfurter Flughafen ein Jet, der ziemliche Probleme bereitete. Er kam, wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt, aus Hongkong. In der Landung vorauseilenden Informationen aus der Kanzel des Fliegers hieß es, es seien erkrankte Passagiere an Bord. Allem Anschein nach waren es infizierte Menschen. Wenige Monate zuvor waren SARS-CoV-1 Viren aufgetaucht. Nach diesen ersten Infos bestand die Möglichkeit, dass Passagiere mit diesen Viren infiziert waren. Der Flieger landete, die Fachleute des örtlichen Gesundheitsamtes kamen ein wenig zu spät, so dass ein Teil der Reisenden bereits in Stadtbahn, Bundesbahn oder Auto saß, um nach Hause zu kommen. Nur die Transit-Passagiere waren noch vor Ort. Weiterlesen

ARD, ZDF und DLR im Wandel

Reformideen und Zukunftsperspektiven

Auf einen Blick
– Es besteht ein breiter medienpolitischer Konsens darüber, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk reformiert werden muss. Nur so kann er in Zukunft seinen verfassungsmäßigen Auftrag erfüllen, Akzeptanz in der Bevölkerung sichern und Vertrauen zurückgewinnen.

– Konkrete Vorschläge für eine Reform wurden mit dem Bericht des Zukunftsrats und dem Eckpunktepapier der Rundfunkkommission der Länder vorgelegt. Diese Stellungnahmen werden öffentlich diskutiert und sind um weitere Vorschläge ergänzt worden.

– Die Studie analysiert die relevanten Reform- vorschläge, ordnet sie medienpolitisch ein und skizziert Aufgaben der Medienakteure.

– Der Autor gibt weitere Empfehlungen für eine Reform des ÖRR. Weiterlesen

Kapitalismus – Neokolonialismus – Neofeudalismus

Der „moderne“ IT-Kapitalismus ist sich für nix zu fies: der rettet das alles

Wie kommichdrauf? Volker Zota (Interview)/heise: „Missing Link: Clickworker – die gequälten Seelen der Content-Industrie​ – Psychische Belastungen durch Content-Moderation werden oft verharmlost. Interview mit Julia Kloiber über die Situation afrikanischer Moderatorinnen.“ Dä. Ekelhafter gehts wohl nicht (ausser durch Krieg). Weiterlesen

Experten von der Stiftung Wissenschaft und Politik

Bei Fragen der Sicherheitspolitik werden im WDR 5 (zu anderen Sendebereichen kann ich nichts sagen, weil ich mir die nicht oder nur sehr selten anhöre) häufig die Wissenschaftler oder Fachleute der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ befragt, wobei die Stiftung nicht weiter vorgestellt wird. Man könnte sie also für eine vorwiegend wissenschaftlich arbeitende und unabhängige Stiftung halten. Ihre Gründung, so ist in Wikipedia zu erfahren, „geht auf eine Initiative des Bundesnachrichtendienstes (BND) zurück.“ Weiterlesen

Etliche Corona-Maßnahmen entweder unnötig oder schädlich

Im Umgang mit Seuchenausbrüchen gibt es wissenschaftliche Regeln. Bei Corona hat man sich oft nicht daran gehalten. Was heißt das für die Zukunft?

Die Covid-19-Pandemie hat tief in das Leben aller Menschen eingegriffen – wobei dieser Eingriff nicht nur durch die Infektionskrankheit selbst, sondern auch durch die Maßnahmen der Regierung erfolgte. Die Herausforderungen durch die schnelle, weltweite Verbreitung eines neuen, für einige Bevölkerungsgruppen sehr gefährlichen Virus waren enorm und mussten von den politischen Verantwortlichen gemeistert werden.

Wenn heute eine Aufarbeitung der damaligen Vorgänge gefordert wird, sollte das vorrangige Ziel dabei sein, Lehren für den gesellschaftlichen Umgang mit großen Infektionsausbrüchen (z.B. durch Influenzaviren) zu ziehen, die auch in der Zukunft nicht auszuschließen sind. Selbstverständlich sollte es aber auch darum gehen, als fehlerhaft erkannte Entscheidungen zurückzunehmen, wenn dies noch möglich ist. Weiterlesen

Russlands Vormarsch

Nein, militärisches Sach- und Fachwissen werde ich mir in diesem Leben nicht mehr aneignen. Während die Ukraine in ihrer Verzweiflung in der russischen Region Kursk irgendwas kaputtbombardiert, sahnt Russland einen grossen diplomatischen Triumph global ab, und alle, alle machen dabei mit. Und niemand, niemand berichtet hierzulande. Ausser: Martin Schwarzbeck/netzpolitik: „Cyberkriminalität: Vereinte Nationen beschließen Abkommen einstimmig – Die Vereinten Nationen erlauben mit einem Abkommen zu Cyberkriminalität umfassende Überwachung bei der Verfolgung einer Vielzahl von Straftaten. Die Konvention ist eine Idee Russlands und ermöglicht auch repressives Vorgehen gegen politische Gegner und Journalist*innen.“ Weiterlesen

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