Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Naher/Mittlerer Osten (Seite 41 von 42)

wdr5 – der Spinsender

Beim Aufwachen stieg heute morgen mein Blutdruck. Aus Versehen war wdr5 eingestellt. Es begann mit einer Schlachtfeldbulletin-Meldung zum Sturm auf Mossul. Gefolgt von einer Cyberwar-Kriegserklärung des US-Vizepräsidenten gegen Russland. Tut mir leid, meine Altmodischkeit: ich musste im Gegensatz zu meinen Eltern und Großeltern keinen Krieg miterleben. Aber sie haben mir als Kind genug davon erzählt, dass mir bei dem Thema immer ganz anders wird.

Heute morgen wurde mir ganz anders, weil der angebliche Informationssender bei der Wiedergabe dieser Themen jede kritische journalistische oder auch nur humanistische Distanz vermissen liess. Weiterlesen

WM-Quali: Risiko Spannungsabfall

Der schärfste Rivale der DFB-Mannschaft in der Qualifikation für die Fußballweltmeisterschaft der Herren in Russland ist: Aserbaidschan. Das ist in mehrererlei Hinsicht problematisch.
Sportlich war bereits gestern Abend in der 2. Halbzeit der Spannungsabfall zu erkennen. Die – theoretisch – stärksten Konkurrenten Tschechien und Nordirland wurden klarer, als es die Ergebnisse 3:0 und 2:0 aussagen, beherrscht. Der sportliche Spannungsabfall, der nun im Angesicht des tabellarisch schärfsten Konkurrenten Aserbaidschan droht, kann die fußballerische Weiterentwicklung der Mannschaft, die für die Konkurrenzfähigkeit in der Weltspitze erforderlich ist, entscheidend bremsen. Der größte Feind ist die Selbstzufriedenheit.
Aserbaidschan wird erst am 26.3. nächsten Jahres Gastgeber der DFB-Mannschaft. Es ist, vorsichtig ausgedrückt, ein politisch sensibles Parkett. Wie wird sich der DFB dort positionieren, nachdem der russische Nationalspieler Roman Neustädter in dieser Hinsicht jüngst Maßstäbe gesetzt hat? Das aserbaidschanische Regime weiss, wie käuflich der westliche Kapitalismus ist, und wird keine Kosten scheuen, nachdem es die europäische Schlagerwelt schon in seine Westentasche gesteckt hat. Hiesige Konzerne und unsere Regierung sind, wie immer, scharf auf Öl und Gas (zunehmend letzteres).
Das andere Land, auf das unsere Konzerne einschliesslich des Fußballbusiness hemmungslos scharf sind, ist China. Es will sich nicht nur die nächst erreichbare WM kaufen – ab 2026 wäre das machbar, sondern auch in erreichbarer Kürze selbst Weltmeister werden. Das Schöne am Fußball ist bisher noch, dass sowas nicht planbar ist. Derzeit ist der WM-Favorit 2030 Letzter der Asien-Qualifikationsgruppe A, nach einem 0:2 in Usbekistan. Vorletzter ist übrigens Katar, das sich die WM 2022 gekauft hat.

Retter Katar / Syrien / Brasilien / Globale Eliten

Katar, das Land mit den vermögenden Freunden von Barca und IS, hat sich schon mal zur “Rettung” der Deutschen Bank gemeldet. (JW)
Wer Syrien befrieden will, wird es ohne Assad nicht schaffen, mein Prof. Günter Meyer von der Uni Mainz. (Wirtschaftswoche)
In Brasilien waren landesweite Kommunalwahlen. Bei Wahlpflicht gab es eine Mehrheit ungültiger Stimmen; das wäre bei uns wohl ähnlich. (amerika21 & Hamburger Wahlbeobachter)
Wie sprechen sich die globalen Eliten ab? Antwort von Forscher Michael Hartmann: sie agieren nationaler, als uns weisgemacht wird. (oxiblog)

taz

Lag es am langen Wochenende?
In der taz haben sich bemerkenswert zahlreiche lesenswerte Texte angesammelt:
Ambros Waibel erklärt seine Unlust, den Feiertag in Dresden mitzufeiern, und beschreibt aus bayrisch-italienischer Sicht, welch unheilvolle Verbindung abgehalfterte westdeutsche Politiker/Beamte mit dem rechten Mob in Sachsen eingegangen sind.
Charlotte Wiedemann verdanken wir den Hinweis – warum hat da eigentlich sonst niemand drüber berichtet? – auf die umfangreichen britischen Untersuchungen zu Kriegsbeteiligungen in Libyen und Irak. Meine Verehrung für diese Art Publizistik!
Dito Bettina Gaus: Flüchtlinge in ägyptische Lager? Warum nicht auch Nordkorea?
Helmut Höge verdanken wir aufschlussreiche Studien über das Verhältnis von Mensch und Tier.
Tom Mustroph bringt uns das Engagement chinesischer Investoren im europäischen Fußball nahe.
Und Ralf Sotschek begegnete irischen FC-Liverpool-Fans nach einem 5:1 im Flieger.
So viele exzellente Schreiber*innen bei einem so sch…..lecht bezahlenden Blatt. Wie ist das möglich?

Und hier die guten Nachrichten …

Orban hat mit seinem Anti-Flüchtlings-Referendum in Ungarn das erforderliche Beteiligungsquorum von 50% klar verpasst – 45% sinds geworden.
Emnid meldet als erste Umfrage seit mehreren Wochen -2% für die AfD innerhalb einer Woche.
Und die guten Fußballnachrichten:
SD Eibar, das sind die mit ohne Geld, aber auch ohne Schulden in der spanischen La Liga, haben heute bei Real Madrid auswärts ein 1:1 geholt. Der arabische Milliardärsklub ManCity mit dem leitenden Angestellten Guardiola, der zu Katar ähnlich gute Geschäftsbeziehungen unterhält wie Franz Beckenbauer und Thomas Bach, hat erstmals verloren, 0:2 bei den Hotspurs. Der lokale Konkurrent US-Milliardärsklub ManU musste sich zuhause mit einem 1:1 gegen Stoke bescheiden. Und Lucien Favre behauptet mit OGC Nizza mit einem 2:1 gegen Lorient die Tabellenführung in Frankreich vor dem russischen Milliardärsklub / Geldwaschanlage Monaco und dem katarischen Milliardärsspielzeug PSG.

Warum keine Lösung in Syrien?

In Aleppo wird wieder unvermindert brutal geschlachtet. Der Krieg in Syrien ist unerbittlich und es scheint kein Ende zu geben. Ähnlich wie oft seit dem Koreakrieg 1953 haben die USA, der Westen einserseits, Russland und der Iran andererseits ihre Interessen im Spiel und verschleiern diese massiv. Zwischen diesen Fronten taktiert zudem Erdogan.

In der machtlosen UNO dominieren die vom kalten Krieg gewohnten Schaukämpfe. Angeblich ist das Assad-Regime besonders brutal, setzt jetzt „bunkerbrechende Bomben“ ein – dies sei ein Verstoß gegen das Völkerrecht, wenn sie gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden, sagt der Westen. Die Terroristen, so kontert der russische Delegierte, benutzten Zivilisten als Schutzschilde. Beide Seiten haben recht. Weiterlesen

Kämpft Obama jetzt für Trump – nur wegen der Saudis?

Spektakulär und makaber: Präsident Obama stoppt ein vom Kongress beschlossenes Gesetz, das es den Hinterbliebenen der 9/11-Opfer erlauben würde, gegen Saudi-Arabien, aus dem 15 der 19 angeblichen Täter stammten, klagen zu dürfen, also die weiteren Tathintergründe mit rechtsstaatlichen Instrumenten zu ermitteln. Er spielt damit eine Steilvorlage an den Kandidaten Trump, der mit nichts lieber spielt als mit Verschwörungstheorien. Obama bekämpft sie nicht, sondern fördert sie. Was ist das Motiv?

Update: Mit von mir nicht für möglich gehaltener Geschwindigkeit hat der US-Kongress das Veto des Präsidenten zurückgewiesen. ein spektakulärer Konflikt führender US-Verfassungsorgane. Zwar war das stundenweise Spitzenmeldung in den DLF-Nachrichten und hat dennoch, verglichen mit dem Clinton-Trump-Duell, hierzulande erstaunlich wenig Aufmerksamkeit und Aufregung erregt. Werden diese Blickwinkel vorauseilend von den deutschen Korrespondent*inn*en in den USA verengt, oder werden sie von ihren Heimredaktionen dazu genötigt?

Blatters Rache

Die Deutschen werden doch wohl nicht im Ernst geglaubt haben, dass sie Jupp Blatter absägen können, ohne selbst mit unterzugehen? Die Schweiz wurde von den USA gezwungen ihr Bankgeheimnis zu schleifen. Damit ist das Geschäftsmodell ihrer Volkswirtschaft eigentlich schon weitgehend ruiniert. Direkt anschliessend gings gegen die weltweit umsatzstärkste Mafiaorganisation mit Sitz in Zürich, Weiterlesen

Explosiver Feudalismus

Heute meldete der Spiegel, dass uns die Bundesregierung und das Erdogan-Regime als Geisel ihrer Syrien-Kriegsführung nehmen. Geopfert wurden: die türkische Bevölkerung in Deutschland und der Türkei. Keine Visafreiheit heisst keine Reisefreiheit, Familien können nicht zusammenkommen, sich nicht unkompliziert besuchen, sondern bleiben getrennt, ein Entfremdungsförderungsprogramm, verfassungsfeindlich, denn dort steht die Familie unter Schutz. Das Erdogan-Regime erhält von der Bundesregierung – angeblich, die Bundesregierung interpretiert das ganz anders – einen geschichtspolitischen Persilschein, dass jüngst die Bezeichnung des Massenmordens gegen die Armenier vor rund hundert Jahren als “Völkermord” durch den Bundestag rechtlich nicht weiter von Belang sei. Die tollwutartige Nationalismusideologie in der Türkei, Weiterlesen

Die Erde ist keine Scheibe!

Vor der Sommerpause hat der Bundestag die seit Jahren von Menschenrechtlern geforderte und längst überfällige Resolution zu den Massakern der Türkei in Armenien beschlossen. Die Bundesregierung hat sich heute mehr oder weniger von dieser Resolution distanziert. Natürlich gewährt das Grundgesetz den Verfassungsorgane in einer Art Spielraum oder Arbeitsteilung. Das hat die Regierung Brandt/Scheel zum Beispiel bei den “Ostverträgen” 1972 genutzt und es trifft zu, dass Resolutionen des Bundestages die Bundesregierung rechtlich nicht binden. Aber das heißt nicht, dass die Regierung “hü” sagen kann, wenn das Parlament “hott” beschlossen hat. Denn diese Regierung kann zwar Parlamentsbeschüsse in ihrer Lesart vermitteln und interpretieren – gerade gegenüber problematischen Staaten. Was aber undenkbar ist, ist die Distanzierung von einem einstimmigen Bundestagsbeschluss durch eine Bundesregierung, die sich auf dieses Parlament und seine Mehrheit stützt.

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Ein ganz großer, der doch sterblich war

Es gibt Menschen, von denen ich ein gefühltes Leben lang gedacht habe, dass sie einfach immer da sind, wie die Cheopspyramide, der Kölner Dom, die Golden Gate Bridge, die wie das Orakel von Delphi oder Queen Elisabeth, die Leitplanken im öffentlichen Leben bilden – praktisch unsterblich sind. Die sich zu Wort melden, wenn Not am Mann ist und denen im hohen Alter jenseits aller politischen oder weltanschaulichen Differenzen natürliche Autorität als Mahner zugewachsen ist. Helmut Schmidt war so einer, Michail Gorbatschow ist noch so einer und Hans-Dietrich Genscher war das auf seine ganz besondere Weise.

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Mehr Fluchtursachen schaffen / In Portugal bleibts spannend

In den Augen der Rüstungsindustrie gibt es immer noch viel zu wenig Flüchtlinge. Wenn man ihre Profite direkt an die Flüchtlinge verteilen würde, blieben wahrscheinlich keine mehr für Sachsen übrig. Hauptempfängerland Saudi-Arabien hat mittlerweile so viel ausgefressen und Menschenopfer zu verantworten, dass es ein klassisches Ziel für Wirtschaftssanktionen wäre.
Neben Rüstungsexport sind Freihandelsabkommen eine wesentliche Fluchtursache, weil sie Existenzgrundlagen von Kleinunternehmern und -bauern vernichten, hier am Beispiel Ghana beschrieben.

In Portugal bleibt es spannend. Wie werden Merkel, Schäuble, Oettinger dort wohl eingreifen, um das Schlimmste, eine demokratisch gewählte Regierung, zu verhindern?

Nachrichtengebung heute

Hätte die FPÖ heute bei der Wiener Kommunal-/Landtagswahl vorne gelegen, hätte das sicherlich für eine Spitzenmeldung gereicht. Hat sie aber nicht. Rot-Grün wurde mit über 50% wiedergewählt. Marginalisiert wurde die CDU Österreichs, die ÖVP, die noch hinter den Grünen landete, Weiterlesen

Feudalismus ist tödlich & Ein europäischer Weg durch die Flüchtlingskrise

Wie tödlich Feudalismus sein kann, und wie wenig es hierzulande Aufsehen erregt, bewies die Massenkatastrophe des jüngsten Hadsch in Saudi-Arabien. Nicht nur die Zahl der Opfer wird angezweifelt, auch die Darstellung der Ursache. So wie bei der Loveparade-Katastrophe die Anwesenheit des Innenministers die Sicherheitskräfte bei der Arbeit gestört hat, so könnte es beim Hadsch der VIP-Transport eines führenden Angehörigen des Königshauses gewesen sein, Weiterlesen

Warum Flüchtlinge und nicht der VW-Boss?

Hartmut Winterkorn war der mächtigste VW-Chef, der sowohl Patriarch Pièch schaffte, als auch den bisher größte Betrug der Automobilgeschichte deckte. Er hat den größten Automobilkonzern Europas in eine Krise geführt, die das Ende bedeuten kann. Milliarden Entschädigungen in Europa, Milliarden Schadenersatzurteile in den USA, Rückrufkosten, Umrüstungen und ein riesiger Imageschaden, der noch nicht zu ermessen ist. Im schlimmsten Falle fünf- oder gar sechsstellige Arbeitsplatzverluste, ein kleiner Börsencrash, mindestens aber eine solide Konjunkturdelle in der Autoindustrie, die ohnehin von der chinesischen Rezession betroffen ist. Der Verantwortliche für dieses Desaster verdiente nicht nur 16 Mio. Euro jährlich, er geht auch mit vollen Bezügen in einen Ruhestand, den er gelassen und in vollen Zügen genießen kann.

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Merkel findet ihren Platz in der Geschichte – jetzt

Adenauer, Brandt, Kohl – diese Bundeskanzler haben Spuren in der Geschichte dieser Republik hinterlassen. Jetzt gelingt das auch Angela Merkel. Bei den drei Vorgenannten ging es danach allerdings bergab. Das wäre Merkel (jetzt noch) nicht zu wünschen.
Es gibt asylpolitische und -rechtliche Gründe an Merkels flüchtlingspolitischer Läuterung zu zweifeln. Ihre eigenen Leute tun es anscheinend aber nicht. Was sind die Gründe für diese Widersprüchlichkeit?

Ja, es stimmt: Flucht aus Afghanistan und Syrien, Flucht aus und über Libyen ist wesentlich durch westliche, und damit mal mehr, mal weniger deutsche Beteiligung, “verursacht”. Dass tausende Menschen im Mittelmeer jämmerlich ersaufen, Weiterlesen

Flüchtlingskrise militärisch “lösen”?

Den Deutschlandfunk höre ich nicht, um mich informieren zu “lassen”, sondern um mich zu informieren. Was haben sich die Spin-Doktoren in Berlin jetzt wieder ausgedacht, dass es dieser Sender morgens früh zuverlässig an mein Ohr transportiert? Heute ist es bei mir – und nicht bei mir alleine – der Gedanke: die nächsten Kriege sollen vorbereitet werden.

Die Unruhe in der politischen Klasse wächst. Immer mehr gerät ihr aus der Kontrolle. Weiterlesen

Rekordtransfer – China kauft Netzer für 1 Milliarde

Lächerlich dieser 8-Millionen-Deal des BVB mit Marco Reus. Das große Rad dreht immer noch der 70-jährige Günter Netzer. Die Firma Infront, deren Vorstand er bevölkert, wechselt für 1 Mrd. den Hauptbesitzer: ein britischer Investmentfond übergibt an einen chinesischen Immobiliendealer.

Nur die Älteren wie ich erinnern sich an den Fußballspieler Günter Netzer, der als 21-jähriger mit Borussia Mönchengladbach in die Bundesliga aufstieg. Ein 7:0 gegen den SSV Reutlingen war damals die Vorentscheidung. Wenige Jahre später sollte ein 11:0 gegen S04 folgen (im Tor damals: Friedel Elting). Beim 12:0 gegen den BVB war Netzer schon weg, in Zürich.

Im gleichen schönen Schweizerland sitzt die Firma Infront. In Zug am Vierwaldstätter-See. Ich habe den Ort mal vom Raddampfer aus gesehen. Weiterlesen

Waffenliefern oder “Nichtstun” – die Schwachsinnsalternative der Rüstungslobby

Über welche Weltregionen bekommen wir in Deutschland bequem Nachrichten? Zur Zeit sind es die Ukraine und der Nahe Osten, sowie Westafrika. Das restliche Asien existiert derzeit nicht; Afrika kann froh sein, dass wir überhaupt einen Teil beachten, Amerika geht nur die USA was an, Pazifik ist nur die Rückseite, alles Wasser, was soll da schon sein? Das sagt absolut nichts über die Wirklichkeit der Welt, sondern nur darüber, wo deutsche Massenmedien derzeit Personal und Infrastruktur investieren, um uns mit Bildern und Botschaften zu versorgen.

Warum tun sie es an den erwähnten Stellen? Weiterlesen

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