Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: TV (Seite 24 von 84)

Denkmalsschutz-Katastrophe

Drohende Nebenwirkungen der deutschen Faschismus-Renaissance

Einen klassiisch konstruktiven Ansatz vertrat gestern morgen in der DLF-Reihe “Essay&Diskurs” Volker Demuth: Das kulturelle Erbe der klimagestressten Gesellschaft – Wie lange halten Schlösser, Gärten und Denkmäler dem Klimawandel stand? Mit der steigenden Durchschnittstemperatur wächst auch die gesellschaftliche Aufgabe, das kulturelle gebaute Erbe zu bewahren. Wie kann das bei begrenzten Ressourcen gelingen?” Ein Extra-Bravo an den sonst so linkischen DLF: das Manuskript ist nachlesbar. Weiterlesen

Uefa-CL bei Scientology?

Wie kommichdrauf? Angesichts der für keinen Normalo mehr verständlichen europäischen Champions League im Profifussball der Herren wollte ich herausfinden, ob mann als interessierter Glotzer ausgewählter einzelner Spiele eine bessere Chance mit einem US-Account hat. Freunde von mir pendeln zwischen Beuel und NYC, und könnten mich u.U. daran teilhaben lassen. Darum untersuchte ich, wer die US-Rechte an der Champions League hat. Antwort: Paramount hat einen 6-Jahres-Vertrag mit der Uefa. Und damit wird es spannend. Weiterlesen

Was soll das neue CL-System?

Antwort: Follow the money!

Kein Mensch versteht es, aber alle Medien berichten. Die neue Saison der Uefa-Champions-League ist ein geniales Mafiasystem zum Geldscheissen. Seit es diese Champions-League gibt, ist ihr Erreichen das dominante Ziel jedes Profifussballvereins (der Herren). Die Medienkonzerne stopfen jede Menge Kapital herein, und unten raus kommen für jeden teilnehmenden Verein Millionen. Wie es sich im Kapitalismus gehört: für viele Vereine wenige Millionen, für wenige Vereine viele. Das Problem, das blieb: gähnende sportliche Langeweile in der sog. Gruppenphase, in denen in “ausgelosten” 4er-Gruppen jeder gegen jeden in Hin- und Rückspiel antrat. Weiterlesen

Dadaismus-Offensive

Ich bemerkte schon, dass die österreichische TV-Anstalt ORF viel länger und intensiver unter Druck von Rechts steht. Sie hat auch die gleichen Schwächen wie die deutschen ARD und ZDF: zu viele Seilschaften, zu viel Selbstbedienung und -beweihräucherung. Was ihn offenbar aber auch schon länger von ARD und ZDF unterscheidet, ist seine bemerkenswerte, zahlreiche imaginäre Grenzen überschreitende Fähigkeit zur Selbstironie. Die Mediathekperle “Dave”, mglw. einem US-Modell gleichen Namens nachempfunden, “müssen” Sie nicht sehen. Wichtig ist was Anderes. Aber der Mut zum Dadaismus hat mich überzeugt. Verfügbar bis 30.11. Weiterlesen

Endlich

Wie die Deutsche Bahn: die ARD setzt mit 5 Jahren Verspätung endlich die “Vorstadtweiber” fort

Weil nach starkem Start die deutschen Einschaltquoten sanken, stieg die ARD vor vielen Jahren aus der Sendefolge der österreichischen Kult-Comedy “Vorstadtweiber” wieder aus. Der österreichische Witz, die Lust an absurder Zuspitzung, der scharfe Blick auf widersprüchliche Emanzipationskämpfe und die korrupte österreichische Innenpolitik – das überfordert die Intelligenz deutsche Programmdirektionen. Doch irgendjemand muss es jetzt doch bemerkt haben. Weiterlesen

Ansehen einstiger Traumberufe

In China auch sch…..lecht

Jüngst filosofierte ich mit einer guten Freundin bei einer behaglichen gesellschaftlichen Zusammenkunft über das öffentliche Ansehen von Berufen. Als ich noch jung war, in den 70ern, kletterte ich im Ansehen meiner Mitschüler*innen, vor allem -innen, mehrere Etagen aufwärts, als ich mich mit 16 bei den Jungdemokraten organisiert hatte. Das bescherte mir geradezu wundervolle Oberstufenjahre, in denen ich als Geschäftsführer der Schülervertretung amtierte (Schülersprecher dagegen kamen und gingen …). Für die Abwahl eines Schülersprechers von der Schülerunion sorgte ich persönlich, quasi als Geschenk an mich selbst zu meinem bestandenen Abi (Durchschnitt 3,0). Weiterlesen

Unfassbare Emotionen

Die komplett überflüssige Vorführung menschlicher Überanstrengung bei den olympischen Spielen von Paris 2024 ist nun zum Glück abgehakt, und die Großaufnahmen triumphierend bis zu den Mandeln aufgerissener Mäuler im Fernsehen haben wir überstanden. Die Ekstase der Zuschauer und Zuschauerinnen, die im nationalistischen Überschwang durchaus auch als Feindschaft wahrgenommen werden konnte, ist abgeklungen. Olympische Spiele werden ja seit altgriechischen Zeiten als durchaus angenehmer Kriegsersatz empfunden, jetzt, nach Beendigung der Spiele, können wir uns wieder mit aller Kraft echtem Mord und Totschlag zuwenden. Weiterlesen

Blut tropft aus der FAZ

Aber dieses Mal nur als Überbringerin

Der geschätzte Kollege Oliver Jungen hat “Das kleine Fernsehspiel” des ZDF kritisch besprochen: Kommt ein Clown ins Schlachthaus – Mit Haut und Haar: Die rabenschwarze ZDF-Komödie ‘Karigula’ erzählt eine blutig existenzielle Liebesgeschichte, in der ein Clown und eine Serienkillerin die entscheidenden Rollen spielen.” (mit Safari eingemauert, mit Firefox paywallfrei). “Carigula” ist ein Jahr verfügbar, aber nur wenn die Kinder im Bett sind. Weiterlesen

Tiefe Humanität

Die erste Arztserie, die mich anmacht, ist belgisch: „Gevoel voor Tumor“

Ich hasse Trübsal, insbesondere in der Glotze mache ich einen grossen Bogen darum. Gelegentlich holt sie einen dennoch im wahren Leben ein. Z.B. als meine Mutter an Krebs verstarb. In einigen Tagen steht meine vierte Darmspiegelung an. Darum habe ich es mit “Sense of Tumour / Gevoel voor Tumor” versucht – und nicht bereut. Sie ist schon sechs Jahre alt und damals bei der Berlinale mit einem Preis behängt worden. Verfügbar bis 10.9. Weiterlesen

Hübsch – aber zu kurz angebunden

Der SWR würdigt das Waldeck-Festival

Mit ein paar Monaten Verspätung würdigt der regional “zuständige” SWR das 60. Jubiläum des Burg-Waldeck-Festivals. Für mich ist das Legende geblieben – in den Hochzeiten des Festivals in den 60ern war ich noch zu jung und zu doof, um seine künstlerische und politische Bedeutung zu verstehen. Heute dagegen bin ich verständnislos, wie lieblos und pflichtschuldig es abgefeiert und abgeschoben wird. Weiterlesen

ARD, ZDF und DLR im Wandel

Reformideen und Zukunftsperspektiven

Auf einen Blick
– Es besteht ein breiter medienpolitischer Konsens darüber, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk reformiert werden muss. Nur so kann er in Zukunft seinen verfassungsmäßigen Auftrag erfüllen, Akzeptanz in der Bevölkerung sichern und Vertrauen zurückgewinnen.

– Konkrete Vorschläge für eine Reform wurden mit dem Bericht des Zukunftsrats und dem Eckpunktepapier der Rundfunkkommission der Länder vorgelegt. Diese Stellungnahmen werden öffentlich diskutiert und sind um weitere Vorschläge ergänzt worden.

– Die Studie analysiert die relevanten Reform- vorschläge, ordnet sie medienpolitisch ein und skizziert Aufgaben der Medienakteure.

– Der Autor gibt weitere Empfehlungen für eine Reform des ÖRR. Weiterlesen

Kein 0,1 – aber ehrenvolles 0:1

Meine Fussballkneipe vor der Haustür schenkt keine 0,1-Portionen Wein aus – auch nicht in der Verlängerung. Das ist optimierbar. Mit seiner Bemerkung, Frauenfussball sehe gelegentlich “wie Zeitlupe” aus, konnte der Thekenkollege bei uns, Michael Kleff und mir, auch nicht landen. Wir konnten mit der intimen Kenntnis unserer privaten Archive aufwarten: wer sich Männerfussball der 70er bis 90er Jahre anschaut, gewinnt den gleichen Eindruck. Bei den Frauen fallen weniger Tore aus 30 Metern Distanz – dafür müssen sie “mehr spielen” (alte Trainerweisheit, Horst Hrubesch wird sie kennen), wie beim Tennis. Das sieht bei den Frauen auch interessanter aus. Weiterlesen

Keine*r wirft Hirn vom Himmel

Deutsche Medienbesitzer*innen – der Neoliberalismus erlaubt Dummheit grenzenlos

Als der deutsche Faschismus 1945 endlich geschlagen war – wie wir heute wissen, nur vorläufig – war eine der besten Ideen der westlichen Besatzer*innen, neben Privatlizenzen für nichtfaschistische Verleger*innen zu erteilen, die Erfindung öffentlich-rechtlicher Medien, die gleichzeitig staatsfern und regierungsunabhängig organisiert werden sollten. Das hat eine nun 75-jährige bürgerliche Demokratie am Leben gehalten, mit allen Stärken und Schwächen, über die zu diskutieren eine Demokratie ja da ist. Dieser bewusst marktunabhängige Teil des Mediensystem muss aus heutiger Sicht zur Daseinsvorsorge dieser Demokratie gezählt werden. Weiterlesen

“Ikone der Befreiung”

Freda Josephine McDonald / Josephine Baker

Als Freda Josephine McDonald noch weltberühmt war, lernte ich gerade Zeitunglesen. Meine ersten fünf Lebensjahre lebte ich in einer sog. “Mau-Mau-Siedlung” in Gelsenkirchen-Beckhausen. So genannt, weil dort Kindermassen (“Boomer”) unkontrolliert auf der Strasse spielten, und für das sorgten, was Jahrzehnte später “Verkehrsberuhigung” genannt werden sollte. Die neue Wohnung in Gladbeck-Butendorf lag dann an einer vielbefahrenen Strasse mit umgekehrten Machtverhältnissen zwischen Kindern und Autos. Aber es gab einen Garten nach hinten raus, und einen fetten Sandkasten ganz für mich. In meinem eigenen Kinderzimmer sah es vielfach angeblich aus, “wie bei den Hottentotten”. Weiterlesen

Woanders is’ auch besch…..eiden

mit Update nachmittags

Freund*inn*e*n fragen mich, warum ich in den letzten Jahren so wenig in Urlaub verreise. Zum einen hat mein Erholungsbedarf stark abgenommen; die Abnahme meines Monatseinkommens wird dadurch mehr als aufgewogen. Durch “Urlaub im Rheinland” hatte ich schon in meiner berufstätigen Zeit festgestellt, dass es nur sehr wenige bessere Orte auf der Welt gibt. Wenn Götz Eisenberg politisch Lesenswertes zum neuentfachten “Einsamkeits”-Diskurs veröffentlicht, kann ich als Beueler versichern: not my bizzyness. Weiterlesen

Deutsches Fernsehen

“Super-super supported” – oder eher “geflashed”?

In drei Tagen wurde mein Spaß an Olympia ausgeblasen. Das liegt nicht am Medaillenspiegel oder ähnlichen Spielereien, um Ressentiments gegen dies oder den/die zu erzeugen. Auch über die üblichen Schlagzeilen – Deutschland geschlagen, Deutschland gewinnt, Deutschland vorne – Deutschland hinten -, kann ich hinweggucken, beziehungsweise mit Ohropax nachhelfen. Was für mich nicht mehr erträglich ist, das ist das Gebrabbel und Getue mancher Kommentatoren in den beiden dominanten öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten.

Die Berichterstattung im Rundfunk ist dagegen bestens. Weiterlesen

Gefährliche Kompetenz

Wundersame Bahn CXCIX

Das strukturelle Grundübel in den öffentlich-rechtlichen Medien ist die Niederschlagung der Fachkompetenz. Fachredaktionen werden geschlossen, spätestens wenn ihre Leitung in Rente geht. Gesucht und gefragt, und Karrieren gefördert, werden elastisch-biegsame Charaktere, für alles flexibel verwendbar, was gerade anliegt, oder wo es gerade brennt. Was glauben Sie denn, warum WDR-Lokalzeiten so begeistert Polizei- und Feuerwehrberichte verfilmen? Entsprechend informiert werden wir denn auch von solcherart Medien. Die Macher*innen meinen, wir wollten nicht unterrichtet sondern -halten werden. Die Mehrheit von uns sei sowieso debil … Weiterlesen

Die Teppichausroller

Wie kann es sein, dass autoritäre Politikmodelle und -muster so erfolgreich sind? Teil der Antwort: ihre Intelligenz ist es eher nicht. Weiterer Teil der Antwort: es liegt am Intelligenzmangel liberaler, sozialistischer, kommunistischer oder wie auch immer progressiver Politikstrategien und ihrer hanebüchenen Leerstellen. Die zentrale Leerstelle hierzulande ist: die Mehrheit der Menschen, und das ist kein deutscher Sonderweg, sondern ein humanistisches Prinzip, lehnt Krieg als Mittel der Politik – eher pragmatisch oder fundamental – ab. Wer für diese Haltung kein strategisches und realpolitisches Angebot macht, kann für eine Linke links von der Mitte nicht und nichts gewinnen. Ein Rätsel unserer Tage ist: wie lange brauchen die, um das zu begreifen? Weiterlesen

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