Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: UEFA (Seite 9 von 9)

CL – wir werden sie nicht vermissen

Die Champions League der Uefa ist seit einigen Jahren nicht nur die Geldmaschine, die einige wenige Clubs konkurrenzlos reich macht. Sie ist in den letzten Jahren auch zu einem der langweiligsten Wettbewerbe des Weltfussballs geworden. Von den letzten 8 des Viertelfinales sind meistens 7 immer die Gleichen.
Nun haben sich die vereinigten Mafiosi dazu entschlossen, die TV-Rechte dieses Wettbewerbs für Deutschland ab der nächsten Saison komplett im Pay-TV verschwinden zu lassen. Das Gute daran: dass es nicht mehr unser Geld ist, das diesen Figuren vom ZDF hinterhergeschmissen wird.
Wir dürfen es also als solidarischen Widerstand des deutschen Spitzenfussballs gegen Trump-Förderer Rupert Murdoch auffassen, erst gar keinen Abschiedsschmerz aufkommen zu lassen, und heute und gestern alle Spiele zu verlieren: Brause Leipzig 0:2, Katar II bei Katar I 0:3 und nur der BVB tanzte aus der Reihe und schoss ein Tor bei seinem 1:3. So verringern sich auch die CL-bedingten Wettbewerbsvorteile in der Bundesliga, weil keine Punktprämien eingespielt wurden. Und die Süddeutschen werden sicherlich noch für gute Intrigenunterhaltung sorgen, denn es muss ja geklärt werden, dass der Trainer an allem schuld ist.
Nun bleibt abzuwarten, ob wenigstens die Bundesligasaison noch spannend wird. Oder ob der BVB sie langweilig macht. Wie Küppi Montag schon kommentierte: “Langsam wird es unheimlich.”

Katar und Neymar

Claudio Catuogno/SZ sieht es völlig richtig: es ist nicht der “Markt”, der 222 Mio. Ablöse für Neymar hergibt, sondern es ist Politik. Im Rahmen dieser Politik sind Solarworld und Neymar nur kleine Erdnüsse.
VW könnte dagegen schon eine ausgewachsene Vorspeisenplatte sein. Katar ist in VW schon drin, manche meinen Niedersachsen solle dafür noch mehr Platz machen. In vorauseilendem Gehorsam füttert VW schon die Katar-abhängigen Mafiosi von der Uefa für die nächsten Jahre durch.
Und in exakt diesem Zusammenhang sollte nicht nur der grausame Jemen-Krieg, außerdem hier, betrachtet werden, sondern auch, dass in Saudi-Arabien, von uns fast unbemerkt, ein nicht minder brutaler Bürgerkrieg ausgebrochen zu sein scheint. In der Feudaldiktatur der Saudis ist es bisweilen Landessitte, “Terroristen” an Ort und Stelle zu erschiessen, und auf diese Weise aufwendige kriminalistische Erkenntnisse und Gerichtsverfahren zu vermeiden.
Alles unsere “Freunde”. Wer will das schlichten? Gabriel? Lindner?

Sackgassen des deutschen Fußballs

Der BVB-Attentäter hatte keine terroristischen Motive, sondern “nur” Habgier? Da werden sich Marc Bartra und seine traumatisierten BVB-Arbeitskollegen aber freuen. Verloren sie doch gerade gegen einen in beiden Spielen klar besseren Gegner, der die Tabelle im Land des Vizeeuropameisters anführt, aber in einem Staat residiert, der ohne die Organisierte Kriminalität vermutlich gar nicht existieren würde, und dessen Geschäftsmodell in erster Linie aus Geldwäsche besteht. Geldwäsche ist auch das, was die DFL “Investoren” begierig anbieten will, wenn sie endlich die “50+1-Regel” zur Begrenzung von Investorenmacht zu Fall gebracht hat. Wie schon in Leverkusen, Wolfsburg, Ingolstadt, Hoffenheim, Leipzig ….. Vorbild: die englische Premier League.
Wollen wir das? Der BVB-Attentäter würde das auf jeden Fall bejahen.

Abseits dieser ökonomischen und zweifellos bedeutsamen Hintergründe ist festzuhalten: sportlich war das Ausscheiden aus den europäischen Wettbewerben in allen drei Fällen gerecht. Weiterlesen

Geiseln von Profit und Terrorkampf

Beim Dortmunder Anschlag vom vergangenen Dienstag wurden die Spieler der Borussia, Menschen die sonst ständig unter Beobachtung der Öffentlichkeit stehen, zu ganz gewöhnlichen Opfern eines Terroranschlags mit allen damit verbundenen Folgen. Schon von Wohnungseinbrüchen wissen wir, dass die Opfer oft monatelang traumatisiert sind. Bei Terrorangriffen lösen Explosionsknall, Ausnahmesituation und die Erkenntnis über die Folgen – auch nicht eingetretene – bei den unmittelbar Betroffenen wie auch bei Zeugen ein Trauma aus. Deshalb werden die Opfer nachhaltig psychologisch betreut, um ihnen zu ermöglichen, das Ereignis zu verkraften. Werden solche Erlebnisse verdrängt, kann es zu langfristigen psychischen Irritationen oder Störungen kommen. Schlaflosigkeit, Alpträume, einem Burn-Out ähnliche Symptome und letztich Arbeitsunfähigkeit sind möglich. Wichtig sind Gespräche, gemeinsame Aufarbeitung, psychologischer Rat in einem geschützten Raum ohne Druck. Ohne Druck bedeutet auch, selbst entscheiden zu können, wann man an den Ort des erlittenen Anschlags zurückkehren möchte. Auch seelsorgerische Betreuung kann für manche Betroffenen eine wichtige Hilfe sein. Für nichts davon wurde den Spielern von Borussia Dortmund genügend Zeit gelassen.

Berichte von Spielern, dass ihnen erst bei der Heimkehr zu ihrer Familie klar wurde, Weiterlesen

DFL an Amateure: Ihr seid lästig

Klar, dass die Bundesliga den Kampf um Marktanteile mit den Fußballdachverbänden Fifa und UEFA beklagt. Noch klarer aber ist die Ansage an die Millionen Amateure im DFB: nehmt Eure 25 Mio. und seid still. Und wenn ihr nicht still seid, dann seid dankbar.
Geld macht nicht glücklich, aber bekloppt. Mehr Hybris geht nicht.
Update 26.1.: Im Sportressort der FR ein informatives Interview mit zwei Frankfurter Amateurvereinen, das an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

Wann platzt die Fußball-Blase?

Nehmen wir die TV-Termine dieser Woche:
Mo. 20.15 h St. Pauli (erstmals in dieser Saison: 5 x 1.Liga)
Di. 20.45 h Champions League (demnächst zusätzlich um 19 h)
Mi. 20.45 h Champions League (demnächst zusätzlich um 19 h)
Do. 19 h & 21.05 h Europa-League
Fr. 18.30 h 2.Liga, 20.30 h 1.Liga
Sa. 13 h 2.Liga, 15.30 h 1.Liga, 18.30 1.Liga
So. 13.30 h 2.Liga (erstmals diese Saison auch 2 x 1.Liga), 15.30 h 1.Liga, 17.30 h 1.Liga
Es gibt immer noch Leute, die sich wundern, dass die Amateurmannschaften, die keine Profikarriere anbieten und am Wochenende spielen müssen, Nachwuchsprobleme haben. Ich wiederum kann aus eigener persönlicher Erfahrung berichten, dass das Zugucken vor der Glotze auch schon körperlich anstrengend ist. Nach zwei Spielen hintereinander ist, da mein Kneipier einfach keine Liegestühle anschaffen will, “alles zuende”.

Doch manchen ist es noch nicht genug. Weiterlesen

EM: Ruin des Nationalfußballs?

Vom gestrigen EM-Spieltag blieb ich verschont, weil ich zum 60. Geburtstag einer Freundin in eine für Bahnfahrer unwegsame Bergregion NRWs musste (und wollte). Bis gestern war der feste Glaube der Fans, dass an der fußballerisch überwiegend unansehnlichen EM-Gruppenphase die Aufblähung des Spiel- und Qualifikationssystems durch den kriminellen Michel Platini schuld war. Seit gestern wissen wir: es muss irgendwas anderes sein. Weiterlesen

Ein Fake – der “Streit” um die EM-Bilder

Die Fußballverbände Fifa und Uefa sind beim breiten Publikum zu Recht als Mafiafamilien verrufen. Da glaubten ARD und ZDF wohl, sich in der “Lügenpresse”-Aufregung mal so richtig preisgünstig profilieren zu können. Die Uefa würde Bilder nicht “zur Verfügung stellen”, die ihre Veranstaltung als weniger schön in Erscheinung treten lassen würden. Z.B. wenn am Boden liegenden Personen brutal auf den Kopf getreten wird, und der gleiche abgefilmte Täter wenige Stunden später Weiterlesen

Und morgen der Fußball-Brexit?

Albanien hatte heute den Gastgeber Frankreich auf dem Silbertablett. Schon in der 1. Halbzeit hätten sie sie abschiessen und damit die Stimmung der Fußball-EM abtöten können. In dem Land, in dem die Regierung und ihre Bürokratie nichts mehr geregelt kriegen, in dem die herrschende Klasse sich so vom wahren Leben abschirmt, dass sie intellektuell absolut nichts mehr begreift Weiterlesen

Was kommt nach dem Zusammenbruch der Fifa?

Um es vorwegzunehmen: in den globalen geschäftlichen Konflikten des Weltfußballs gibt es für mich keine “Guten”. Und ob jemand der Beteiligten ein “kleineres Übel” ist, ist für mich eine weit offene Frage.

Offenbar ist es nun so, das die USA, die für ihre Rechtsprechung schon lange vor TTIP immer einen globalen Anspruch erhoben haben, Weiterlesen

Rekordtransfer – China kauft Netzer für 1 Milliarde

Lächerlich dieser 8-Millionen-Deal des BVB mit Marco Reus. Das große Rad dreht immer noch der 70-jährige Günter Netzer. Die Firma Infront, deren Vorstand er bevölkert, wechselt für 1 Mrd. den Hauptbesitzer: ein britischer Investmentfond übergibt an einen chinesischen Immobiliendealer.

Nur die Älteren wie ich erinnern sich an den Fußballspieler Günter Netzer, der als 21-jähriger mit Borussia Mönchengladbach in die Bundesliga aufstieg. Ein 7:0 gegen den SSV Reutlingen war damals die Vorentscheidung. Wenige Jahre später sollte ein 11:0 gegen S04 folgen (im Tor damals: Friedel Elting). Beim 12:0 gegen den BVB war Netzer schon weg, in Zürich.

Im gleichen schönen Schweizerland sitzt die Firma Infront. In Zug am Vierwaldstätter-See. Ich habe den Ort mal vom Raddampfer aus gesehen. Weiterlesen

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