Herr Lobo/Sp-on ist noch nicht fertig mit seinem Wutausbruch zur EU-Urheberrechtsreform und hat eine Fortsetzung geschrieben, mit Schwerpunkt auf die Betrachtung der Bundeskanzlerin. Das ist eine gute Idee. Denn was Lobo beschreibt, könnten wir zu jedem anderen beliebigen Thema Ă€hnlich beobachten. Es sind immer Ă€hnliche Mechanismen, mit denen die Aussenpolitik dieser Bundesregierung das Ansehen der EU bei den BĂŒrger*inne*n ruiniert, und damit – man soll ja das Positive sehen – ihre eigenen Grossmachtambitionen gleich mit.
Leider gibt es hierzulande keine Journalist*inn*en (und Medien, die das transportieren) mehr, die einem das Wirken der weltweit erfolgreichsten sozialdemokratischen Partei, der britischen Labour Party beschreiben und erklĂ€ren. Die Letzte, die in Wahlergebnissen eine 4 am Anfang hat, und danach nicht sofort das Komma folgt. Breiteren Raum erhalten einzelne Parlamentsabgeordnete, die diese Partei verlassen; nicht ĂŒberliefert wird, was deren Basis dazu meint. So geht binĂ€rer deutscher Journalismus. Aber doch, einer ist noch ĂŒbrig: er war VorwĂ€rts-Redakteur, als ich diese Zeitung noch gelesen habe (ohne, dass ich jemals auch nur auf den Gedanken kam, Mitglied dieser Partei zu werden): Wolfgang Michal. Im Freitag erklĂ€rt er die Strategie und Taktik von Jeremy Corbyn, und ja, ich meine mit Michal, sie ist klug.
Wie Corbyn ergeht es in hiesigen Medien Wladimir Putin, eine Gleichbehandlung die vermutlich beide nicht lustig finden. Zu Putins jĂŒngster Redeinszenierung erfahren wir mehr bei Ulrich Heyden/telepolis und Reinhard Lauterbach/Junge Welt.