Hartmut Palmer und Horand Knaup haben in den 80ern regelmässig in der gleichen Kneipe in der Ermekeilstrasse Mittagspause gemacht, wie ich. Am Nebentisch sassen sie mit ihrem Spiegel-Hauptstadtbüro (“Hauptstadttoilette” gabs dann erst später in Berlin) und tauschten Lästereien aus, während ich mir am “Aztec”-Flipper zum Nachtisch zusammen mit Harald Jansen und Georg Hundt Freispiele holte. Vor Hartmut Palmer hatte ich schon in den 70ern Respekt und Achtung, seit er im Kritischen Tagebuch (WDR3, 2003 verstorben) einen scharfen Kommentar wider den faschistischen Putsch in Chile 1973 gesprochen hatte. Wer, wie die beiden Autoren, beim Spiegel ausgeschieden ist, ist nach meinen kleinbürgerlich-genügsamen Massstäben finanziell sorgenfrei. Und also können die beiden einige Wahrheiten (“Betrug, Eitelkeit, Versagen”) über die Arbeitsweise des Spiegel freimütig weiterverbreiten. Eigentlich kein Heldenmut, sondern journalistische Normalität. Aber leider dennoch selten.
Während sein Papa Rummel um sein Europaparlamentsmandat macht, kauft der Junior Per Silvio so nebenbei ein dickes Aktienpaket der Mediengruppe Pro7Sat1. Angesichts der reaktionären Brüderschaft der Altbesitzer Leo Kirch (Kohl-Spender, pleitegeangen 2002 und verstorben 2011) und Berlusconi sen. “wächst hier zusammen, was zusammengehört”. Mögen sie im Untergang vereint sein.
Zum Taumel der CDU-Vorsitzenden gibt es mehr Details bei Eckhart Lohse/FAZ. Es sieht nicht gut aus, Merkel hat sich schon “hinter sie gestellt”.