Banken und Sparkassen: Ein Auslaufmodell?

Von , am Sonntag, 17. November 2019, in Politik.

Das klassische Modell der Banken und Sparkassen scheint sein Ende gefunden zu haben. Die anhaltende Nullzinsphase, die Digitalisierung und die Regulatorik werden z.B. bei der Sparda-Bank West e.G. als Gründe für einen radikalen Rationalisierungsschnitt angeführt. Diese Genossenschaftsbank, einst von Eisenbahnern als betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bundesbahn unter dem Namen “Eisenbahn-Spar- und Darlehenskasse” gegründet, diagnostiziert die Veränderungen als echte Bedrohung für das Geschäftsmodell klassischer Banken. Rund 80 Prozent der Banken und Sparkassen werden mittelfristig vom Markt verschwinden.

Die Sparda-Bank Hamburg hat kürzlich vermögende Kunden gebeten, ihr Geld vom Konto abzuheben und in einem Bankschließfach zu deponieren. Ansonsten sei sie gezwungen, Negativzinsen zu erheben. Dieses Szenario
dokumentiert das Desaster in der Bankenbranche. Es wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern, bis die Deutsche Bank sich ihrer sogenannten Systemrelevanz erinnert und den Staat um Hilfe bitten wird. Eine relativ kleine Genossenschaftsbank muss hingegen versuchen, sich aus eigener Kraft zu retten, z.B. durch Schließung von Filialen und einen drastischen Personalabbau. Selbst Geldautomaten stehen vor dem Aus. So haben kürzlich in Bonn Menschen gegen den Abbau eines Geldautomaten demonstriert.

Aus meiner Sicht haben mittelfristig nur Spezialbanken eine realistische Überlebenschance. Nämlich solche Institute, bei denen die Kunden entscheiden können, für welche Zwecke ihr Vermögen verwendet werden soll. Dieses partizipative Modell praktiziert die GLS Gemeinschaftsbank e.G., die sehr erfolgreich und gezielt in ökologische und ethisch verantwortbare Projekte investiert.

Der Tod der traditionellen Geldhäuser scheint unaufhaltsam zu sein. Undes wäre fatal, wenn einzig die Großbanken überleben könnten.

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