Wehleidiger Christian Drosten – Rassistische FAZ – Streitbare Diana Johnstone
Meine alte und etwas vergammelte Heimatzeitung WAZ meldet die Genesung einer 100-jährigen in einem Duisburger Altenheim, in dem es leider auch drei Todesfälle gab. Es gibt ja z.Z. nicht viele gute Nachrichten. Freuen wir uns also mit der Dame. Ob bei ihr auch das “Geheimrezept” ein Schnäpschen am Tag war, wie es in Lokalmedien häufig zu Geburtstagsfeiern zu lesen ist, bleibt dank der Funke-Mediengruppe-Paywall – geheim.
In einem Podcast von Christian Drosten scheine ich (mit) vorzukommen. Er berichtet dieser dpa-Meldung zufolge von einer “Hintergrundimmunität”: schon vor der aktuellen Pandemie sollen bis zu 34% untersuchter Personen aus vorhergegangenen Erkältungen Abwehrzellen besessen haben, die auch gegen Covid-19 wertvolle Dienste geleistet hätten. Hier finde ich bei Drosten auch erstmals konkrete Zahlen über durchgeführte Tests. Für eine seriöse Beurteilung des nun schon monatelangen Statistik-Beschusses der Öffentlichkeit hätten solche Zahlen dazugehört. Da gabs die aber nicht. Oder hatten sie welche wahrgenommen? Update mittags: eine erste datenkritische Aufarbeitung des Professors der Psychologie Christof Kuhbandner finden Sie hier bei telepolis.
Merkwürdig wehleidig gibt Drosten sich im SZ-Interview zu seinen Erfahrungen mit “den” Medien. Es macht ihn für mich nicht seriöser, wenn er einen von Politik, Medien, Wirtschaft (also der Gesellschaft insgesamt) isolierten Begriff von “freier” Wissenschaft propagiert. So einen billigen, wirklichkeitsfremden Idealismus kaufe ich ihm beim besten Willen nicht ab. Beim breiten Publikum macht ihn freilich gerade das so sympathisch – diesen Erfolg teilt er mit dem ähnlich interpretierten Rollenbild der Bundeskanzlerin.

Dahinter steckt immer ein hohler Kopf

Absolut rechtgeben muss ich Drosten heute allerdings mit seiner Kritik an der FAZ. Ihre Online-Sportredaktion erlaubt sich eine unfassbar (bewusstlose?) rassistische Unverschämtheit: über der Schlagzeile “Scharfe Kritik an Bundesliga : ‘Das ist überheblich und arrogant’“ prangt ein Foto des (schwarzen, schweizerischen) Offensivspielers von Borussia Mönchengladbach Breel Embolo – wo ein Gruppenfoto der weissen deutschen Herren Seifert, Rummenigge und Watzke nahegelegen hätte. Da wird mir übel … Was ist nur in solchen Köpfen drin?

Nicht hohl – aber strittig

Als ich heute Nacht wach wurde, vertrieb ich mir die Zeit bis zum Weiterschlafen mit bemerkenswerten Texten bei telepolis. Diana Johnstone, die ich nicht persönlich kenne, aber die laut ihrem Wikipedia-Eintrag keinem Streit aus dem Wege geht, bietet sich fortschrittlich / nonkonformistisch / links dünkenden Menschen einen realistisch orientierten Versuch, die aktuelle Viruskrise politisch zu verstehen und gedanklich zu verarbeiten.
Während Johnstone mir das Wiedereinschlafen erleichterte, erschwerte es Florian Rötzer wieder mit seiner Wiedergabe von Erkenntnissen des israelischen Militärwissenschaftlers und Mathematikers Isaac Ben-Israel. Ich bin sicher kein Freund dieser Fachrichtungen, glaube aber zu wissen, dass der Staat Israel ein besonders starkes Interesse daran hat, dass sie in seinen Forschungseinrichtungen zur Weltspitze gehören.