Der Streit über TV-Interviews mit Rechten ist einfach zu lösen, und zwar von Armin Wolf (ORF)
Jedes Mal wenn ein deutscher TV-Sender ein Interview mit Rechten absendet, geführt von irgendeinem Wegmoderierer oder einer Kleiderstange, hebt in der Medienbranche ein grosses Geraune an. Darf mann das? Soll mann das? Geht das? Oder eher gar nicht? Ein Zapping zu 3sat, werktäglich um 22.05 h zu ZIB2 (ORF) sorgt für die Antwort, jedenfalls mindestens wenn Armin Wolf moderiert – und interviewt. Gestern sprach er z.B. mit einem Ingolf Nepp von der FPÖ (Video, ab Minute 7:50, Dauer 16 min). Bei dem Thema, das die beiden besprachen, war der Name des rechten Kombattanten und FPÖ-Finanzverantwortlichen eigentlich schon Strafe genug. Stellen Sie sich mal einen Olaf “Nepp” im Wirecard-Untersuchungsausschuss vor. Wolf, im Auftritt immer ein vollendet-souveräner Gentleman, war nicht in Hochform, er streckte sein Opfer nicht zum KO nieder, aber es gelang ihm mühelos, den Nepp kenntlich zu machen. Wolf bereitet sich halt auf seine Gespräche vor. Er ist kein Zauberer, kein Künstler, nur ein guter Journalist. Ist das denn so schwer?
Leider schaltet sich 3sat nach der Hälfte der Sendung aus ZIB2 raus. Wenigstens folgte kein Schrott, sondern das Wirtschaftsmagazin makro zum Thema “Globale Fleischwende”. Makro ist nicht so rechts und neoliberal wie die meisten Wirtschaftsmagazine, sondern hat eine nicht freche, aber wohlmeinende Tendenz, die Welt besser machen zu wollen, als sie ist. Etwas gutgläubig idyllisch geriet der Beitrag über den dänischen Schlachtkonzern Danish Crown (Marktanteil in Deutschland über 6%). Denn auch dort herrscht Industrieproduktion (mit Tieren!), und auch dort gab und gibt es Corona-Probleme. Dennoch machte Makro deutlich: schon vor Überwindung und Revolutionierung des Kapitalismus sind Verbesserungen für Mensch und Tier möglich. Man nennt das, was dafür nötig ist, Politik.