Die wichtigste gute Nachricht betrifft die schlimmste humanitĂ€re Katastrophe unserer Zeit. Weitgehend unbemerkt von deutscher Öffentlichkeit sprechen die Kriegsparteien des Jemenkrieges miteinander. Es gab sogar TV-Bilder von ihrem Gefangenenaustausch. Bei deren Anblick war mein erster Gedanke: muss das sein, dass die wieder auf die Menschheit losgelassen werden? Denn es waren ausnahmslos “KĂ€mpfer”, also ausgebildete, vielleicht zwangsrekrutierte, Mörder. Aber das ist zu kurz gedacht.
Ich habe selbst viele Jahre mit einem iranischen Wohngenossen in einer WG gelebt, der vom iranischen Mullahregime zwangsrekrutiert war, im ersten Golfkrieg in den 80er Jahren, der vom irakischen Diktator Saddam Hussein mit westlicher UnterstĂŒtzung (Chemiewaffen u.v.m.) vom Zaun gebrochen worden war. Den JĂŒngeren kann ich nur empfehlen, diese alte Geschichte nachzulesen, denn die Menschen in der Nahostregion haben sie nicht vergessen, sie ist also ein Politikum der Gegenwart. Mein iranischer Mitbewohner war von seinen Kriegserlebnissen so traumatisiert, dass er die Flucht ergriff, die ihm mit Hilfe von Untergrund- und Exilstrukturen des kommunistischen iranischen Widerstandes auch gelang – bis nach Dortmund, wo er als Asylbewerber anerkannt wurde. Heute ist der kluge Mann eingebĂŒrgert (hier in Bonn) und Bundestagsangestellter (in Berlin). Will sagen: nicht jeder der ausgetauschten Kriegsgefangenen ist zwangslĂ€ufig ein Arschloch. Mglw. wird er nur dazu gezwungen.
Wichtiger ist, dass die Kriegsparteien, hinter denen sich auf der einen Seite Saudi-Arabien und auf der anderen der Iran betĂ€tigen, ĂŒberhaupt miteinander reden, zum ĂŒberwiegenden Teil nicht direkt, sondern ĂŒber internationale Vermittler. Das ist der Sinn von Diplomatie, um das Morden einzudĂ€mmen, im besten Fall irgendwann zu beenden. Erst dann ist es ĂŒberhaupt möglich, an so profane Dinge wie VirusbekĂ€mpfung zu denken. Die Menschen im Jemen wĂ€ren schon froh, wenn sie Trinkwasser und Nahrung bekĂ€men.
Mit diesem zarten PflÀnzchen von Verhandlungen verbindet sich die Hoffnung, dass den Sauds ihr Kriegsabenteuer zu teuer wird. Bekanntlich sind Superreiche auch superreich an anderen Sorgen.
KlimaerwĂ€rmung – nur ein Fake?
Rechtzeitig zur US-PrĂ€sidentenwahl – 30 Mio. sollen schon gewĂ€hlt haben – fĂ€llt in den USA Schnee. Im Oktober, auf Breitengraden, die dem europĂ€ischen Mittelmeer entsprechen. Es handelt sich um die Bundesstaaten Montana (3 Wahldelegierte), Wyoming (3), Northdakota (3) und Southdakota (3) bis nach Nevada (5) – alles Trumpstaaten, auch nach aktuellen Umfragen. Minnesota (10) bekommt auch Schnee, wird aber zum Biden-Lager gerechnet. Die Vorhersage des Grossen Weisen aus dem Weissen Haus, es werde “abkĂŒhlen”, ist damit bewiesen. Aber Vorsicht: ein Wahlergebnis lĂ€sst sich weder mit Umfragen noch mit Wettervorhersagen prophezeien. Es muss gezĂ€hlt werden. Und ob das in den USA klappt, ist Ă€usserst ungewiss.
Und wenn alles “gut” geht, und Joe Biden gewĂ€hlt wird? Vieles wird nicht besser werden, sondern fortgesetzt, vor allem in der Aussenpolitik.
ARD-Tatort – war schon schwĂ€cher
Kann die Schweiz Fernsehen? Jedenfalls kann sie Medienpolitik in der Bevölkerung sachkundig diskutieren und entscheiden. Das hat sie – mindestens – Deutschland voraus. Beim Tatort dagegen ĂŒben sie noch. Und machen, von ganz unten kommend, Fortschritte, die Oliver Jungen/FAZ sich die MĂŒhe gemacht hat aufzuschreiben, womit ich sie mir erspare. Denn er hat in allen Punkten recht.