Es gibt da eine Hamburgerin, die ist imstande das politische System der Bundesrepublik Deutschland aus den Angeln zu heben. Darin sind sich alle einig: Wahlkampfmanager, Kanzlerkandidaten, und Medien, die von ihr gnadenlos manipuliert und ausgenutzt werden, und der Inlandsgeheimdienst, dessen Zielobjekt sie schon länger ist. Nur der berühmte Freiheitskämpfer Julian Reichelt wehrt sich noch, und seine wenigen Freunde. Die Dame heisst Emily Laquer, ihr Verein ist in der Tat etwas merkwürdig, finden sie zumindest in Hamburg. Hamburg ist in der Tat ein spezieller Fall.
Olaf Scholz musste dort in seiner Jugend “Stamokap” werden. Sonst wäre seine Karriere gar nicht erst losgegangen. Wer bei den Hamburger Jusos kein “Stamokap” war, konnte direkt wieder nachhause gehen. Der AStA der Uni Hamburg war ein stabiler Faktor der “gewerkschaftlich orientierten” in der Studentenbewegung der 70er Jahre: eine Koalition aus MSB Spartakus (DKP), Sozialistischer Hochschulbund (SHB, von der SPD verstossen, die DGB-NRW-Vorsitzende war eine seiner letzten Bundesvorsitzenden, auch die Bundesumweltministerin gehörte ihm in Bochum an) und der Juso-Hochschulgruppe (“Freudenberger Kreis”, das waren die Stamokaps, die nicht beim SHB sein wollten). Was hätte Olaf da machen sollen? Er hatte keine Wahl.
Links daneben gab es die Hamburger Autonomen-Szene, aus deren Sicht die vorgenannten Linken nur revisionistisches, reformistisches, systemstabilisierendes Gewäsch produzierten. In ihr bemühte sich die Sekte Kommunistischer Bund (“KB-Nord”) um ein Minimum an Organisationsstruktur und ideologischer Standfestigkeit, und brachte solche Talente wie Rainer Trampert, Thomas Ebermann, Knut Mellenthin (oder in Göttingen: Jürgen Trittin – richtig, alles Männer) hervor.
Ich will es mal so zusammenfassen: die Sozialdemokratie in Hamburg juckte das alles nicht wirklich, wer sich an ihr kratzte oder sie gelegentlich anpinkelte. Das wächst sich raus. Und so kam es in den meisten Fällen ja auch. Eine schöne Selbstbeschäftigung war das ganze Geschehen für den Inlandsgeheimdienst. Was hätte der auch anderes tun sollen? Er kaufte sich also Leute, und schickte sie in all diese Vereine zum Zuhören, Mitschreiben und Mitreden.
Heute gibt es die alle nicht mehr. Stattdessen in Kleinstädten, die sich als “Metropolen” verstehen, die “Interventionstische Linke”. Die Rechten und die Dienste brauchen immer was, wovor sie Angst machen können, wenigstens auf den Medienklavieren. Und haben jetzt ein Gesicht ausgemacht. Und ach du schreck, es ist gar nicht hässlich. Es ist eine Frau. Die kann zahlreiche kluge Sätze geradeaus sprechen, und, was noch schlimmer ist, bringt das auch anderen bei. Macht sogar ein Geschäftsmodell (“Agentur”) daraus. Was ist die hintertrieben!
Damals als ich Jungdemokrat war, machten wir das Gleiche wie Frau Laquer. Wir waren bloss zu blöd dafür, daraus ein Business zu machen. Wir nannten es “politische Arbeit”. Wir waren jung und naiv.
Bild ganz rechtsaussen angekommen
René Martens/MDR-Altpapier macht auf eine Zeit-online Recherche von Henrik Merker aufmerksam. Merker hat der Hetze gegen Frau El-Hassan nachgespürt, und siehe: Julian Reichelt/Bild hat die Mauern schon eingerissen, die die CDU erst nach dem Wahlabend einreissen wird. Reichelt, der Kriegsreporter, weiss, dass es darauf ankommt, schneller zu ziehen. Ein Prophet?