Die rassistischen deutschen “Innovations”-Schwätzer bremsen die gesellschaftliche Entwicklung – bringt sie selbst Profitinteresse nicht zur Vernunft? Oder ist es Apokalypse-Angst?
In der Schweiz stimmen sie heute über ihren eigenen Rassismus ab. Möglich, dass er eine Mehrheit hat. Wie wäre es wohl bei uns? Ein Fussballer gab heute uns und unseren türkischen Freund*inn*en eine harte Antwort. Sehen Sie hier, was ich mir heute morgen nach dem Aufwachen mit Vergnügen angesehen habe.
Meine ersten WM-Sekunden
Die haben mir Spass gemacht, nicht nur, weil sie Recep Tayyip Erdoğan eine jähzornige schlaflose Nacht verursacht haben. Der Kerl heisst Nestory Irankunda, und hat einen Lebenslauf, der alle entscheidenden Fragen unseres Planeten auf den Punkt bringt. Seine Eltern flüchteten mit ihm von Burundi nach Tansania. Von dort schafften sie es nach Australien. Glück gehabt, denn je nach Regierung praktizieren die dort eine ähnlich menschenfeindliche Politik wie die EU.
Sie landeten in Adelaide. Dorthin haben es auch meine Eltern mal im Urlaub geschafft, mit Umstieg in dem damals lebensgefährlichen Hafen-Flughafen von Hongkong. Dieses Foto haben sie unterwegs in echt gesehen. In Adelaide besuchten sie deutsche Nachkriegsauswanderer aus dem damals noch nicht so speckigen Speckgürtel von Hamburg.
Der grossgewordene kleine Nestory aus Burundi wanderte nun in einem ähnlichen Alter, wie mein Vater von Hamburg in den Ruhrpott, von Adelaide aus, zu dem berüchtigten Fussballkonzern im süddeutschen Raum, von dem sein Vater irrigerweise glaubte, er beherberge das Fussballparadies. Dort sass Nestory seinen Hintern auf den Ersatzbänken platt. Und fand vor einem Jahr Aufnahme in der zweiten englischen Liga beim FC Watford. Dort durfte er tatsächlich spielen. Wie in den letzten drei Jahren in der Nationalmannschaft Australiens (16 Einsätze, 6 Tore, das schönste heute Nacht). Dä.
Was hat dieser Junge schon alles von der Welt gesehen, von der “wir” eingebildeten Weissen so wenig wissen? Und nun ist er der Diamant in seiner Berateragentur Griffin Sports, die ihr Glück wahrscheinlich noch gar nicht fassen kann. Als Nestory dieses viniciusartige Zaubertor schoss, haben sie in Adelaide entweder den Brunch oder das Lunch verschluckt – während sie in den Konzernzentralen Süddeutschlands wieder nichts mitbekommen haben. So ist es üblich in deutschen Konzernzentralen. Auch der Fussballkonzern im westfälischen Raum lässt ständig junge schwarze Talente weiterziehen, weil er nicht weiss, was er mit ihnen anfangen soll.
Wie Deutschlands Politik
Zur deutschen Weltwahrnehmung schreibt der China-Experte Frank Sieren in der Berliner Zeitung:
“Deutschlands UN-Debakel: Warum die Mehrheit der Welt Berlin nicht mehr folgen will – Während sich die deutsche Außenpolitik auf die Ukraine und Russland fokussiert, erwarten viele Staaten klare Worte zu Gaza und Iran. Die Abstimmung bei den UN wurde zur Quittung.”
Der Ex-Chef der SZ, mein Altersgenosse Kurt Kister, lässt sich vor der Paywall so anteasern: “Grand Hotel Abgrund – Vom harten Oppositionsführer (‘die können das nicht’) zum Unterstützung suchenden Moderationskanzler: Friedrich Merz, ratlos. – Reform hier, Reform da: Solange die Leistungsträger in Parlamenten, Medien und Verbänden ihre Kommunikation nicht ändern, spielen sie leichtfertig mit der Zukunft in diesem Land.” Ich hatte keine Lust mir für sowas die Paywall aufzubohren.
Was gemeint sein könnte, können Sie und ich bei Chrstian Stöcker paywallfrei im Spiegel lesen:
“Merz verhindert, was Merz fordert – Im Bundestag forderte der Bundeskanzler zuletzt Veränderungs- und Opferbereitschaft, Innovation und einen Kurswechsel. Seine Regierung aber betreibt auf zentralen Zukunftsfeldern das exakte Gegenteil.”
Sehen Sie: so zeigt ein bildschönes Tor, wie falsch mann wählen kann.
Das Tor fiel in einem Stadion in Vancouver. Über diesen kanadischen Bundesstaat British Columbia (was für ein Name!) gibt es eine exzellent ergänzende Migrationsgeschichte, die im DLF-Sonntagsspaziergang erzählt wurde. 1.000 Chinesen starben beim Eisenbahnbau, für 1 $/Tag. Der Audio-Link wird hier nachgetragen, sobald er verfügbar ist.

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