“El Niño” ist es ganz sicher nicht (die Trivialisierung), sondern könnte ihr eher den Namen verleihen (der Krise). Davon wollen aber hierzulande weder die herrschenden Medien, noch die Mehrheit der (noch) Wählenden, noch gar die Regierung irgendwas wissen. Eine AfD/CDU-Verbindung wäre sicher das Ideal für eine Ignoranzkoalition. Aber die SPD tuts auch – angeführt vom angeblich “beliebtesten Politiker” dieses Landes. Auf den komme ich gleich zurück. Sein langjähriger Vorgänger in dieser Rolle war übrigens der Wolfgang Schäuble, dem wir unsere heutige Infrastruktur verdanken. Und gemäss seiner Leitsätze sollen die Pleitekommunen doch selber sehen, wie sie damit klarkommen. Müssen sie mit der Klimakatastrophe ja auch.

In den meisten Ländern dieser Welt haben die Menschen längst gerafft, wie sich das herrschende Kapital und seine Regierungen den Krisenablauf vorstellen. Und wo die Frauen nicht nur das Wissen sondern auch die Macht und Kraft zur Schwangerschaftsverhütung haben, nutzen sie sie sofort und unmittelbar. So bestrafen die Beherrschten die Herrschenden:

Bernhard Torsch/Jungle World: Sorge ums Humankapital: Herumlaborieren am Humankapital – Länger arbeiten und dabei weniger krank sein – so sollen die Arbeiter:innen die Wirtschaftskrise überwinden, wenn es nach der Bundesregierung und Kapitalvertreter:innen geht. Letztere treibt dabei jedoch noch ein viel gravierenderes Problem um: Es gibt immer weniger Arbeiter:innen.”

So ist das, wenn es keine Hoffnung mehr gibt. Die Rechten mobilisieren erfolgreicher zu Wahlen, die Anstrengungen kluger Linker, wie Joachim Wille/FR oder Christian Jakob/taz dienen hoffentlich dem mittel- und langfristigen Fortschritt. Den September werden sie politisch nicht mehr retten. Da ist der Erkenntnisprozess der Völker dieser Welt – s. Torsch – schon weiter, als die professionellen Klugscheisser*innen des Überbaus in den reichen Ländern.

Wie die Herrschenden sich das Näherrücken an die Apokalypse politökonomisch vorstellen, das beschreibt die Londoner Professorin

Elke Schwarz/Jacobin: Das Silicon Valley sieht im Krieg einen Wachstumsmarkt – Venture Capital flutet die Verteidigungsindustrie und damit durchdringt die Sprache des Silicon Valley immer häufiger die Kriegsführung. Wer hier »gewinnen« will, möchte Profit machen – auch auf Kosten des Friedens.”

Wenn Donald Trump heute oder morgen tot umfällt, dann übernimmmt ein Thiel-Angestellter ganz direkt den Job. Das würde denen vieles einfacher machen, als es schon ist. Im Plan steht, dass in Kürze UK, Frankreich, Spanien und Deutschland von eigenen Jüngern übernommen werden. Lesben aus der Schweiz nähmen sie auch. Da sind die ganz pragmatisch. Entscheidend ist die Profitrate. In kapitalistischen Marktwirtschaften fällt die. Das wurde schon vor 200 Jahren vom weltweit berühmtesten Rheinländer erforscht. Darum muss sie mit Staatsaufträgen (= Aufrüstung) gerettet und gepampert werden. Das geschieht nicht durch Wettbewerb (das ist, wie Thiel weiss, nur was für doofe Schwächlinge), sondern durch politische Entscheidungen. Das ist bei der Aufrüstung ganz ähnlich, wie bei der Errichtung der klima- und sozialschädlichen KI-Rechenzentren.

In Deutschland aktuell z.B. durch seinen “beliebtesten Politiker”. Vor dem hatte das z.B. die EU-Bossin erledigt, die mit der Beseitigung aller Entscheidungsspuren bis heute emsig beschäftigt ist. Diese Figuren sind, zum Glück für die Profitrate, jederzeit austauschbar. Sie dürfen doof und schlau sein – hauptsache nicht klug.

Wenn Sie nun Aufheiterung benötigen, dann lesen Sie mal hier, wie es den alten Verdummungsmaschinen ergeht. Es gibt also doch Gerechtigkeit. Der Hydra wachsen immer Köpfe nach. Die müssen unsere Nachkommen abschlagen. Die sind ja nicht blöd.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger