Im zeitlichen Umfeld meines letztjährigen Herzinfarktes beschäftige ich mich intensiv mit der Abfassung eines Testamentes. Als gewollt kinderloser alleinlebender Mann ist mein grösster Besitz meine Wohnung. Drei Frauen, mit denen ich langjährig befreundet bin, und die alle (mehr oder weniger) je ein Kind alleinerzogen haben, sollen sich um ihre Verwertung kümmern, wenn ich nicht mehr bin. Der grössere Teil geht in die Flüchtlingssolidarität (mit ihren zahllosen Kindern, Lebenden und Toten), der kleinere Teil an die drei lebenslang hart arbeitenden Damen. Wie kommichdrauf? Wir sind repräsentativ. Und werden es immer mehr.
Aus unserem schönen Nachbarland ist diese sehenswerte Reportage:
“Re: Generation No Kids in Frankreich – In Frankreich entscheiden sich immer mehr junge Erwachsene gegen Kinder, darunter auch Yasmine, Lou und Chloé: Sie stehen trotz aller gesellschaftlichen Zwänge und Normen zu dieser Entscheidung, denn sie wollen ungebunden allein oder zu zweit leben, manche fürchten einfach die Welt von morgen.” Video 30 min. Ein Jahr verfügbar.
Ist das nun allein ein Phänomen der reichen sich selbst isolierenden und einmauernden EU-Länder? Nein. Es breitet sich aus. Darauf wies vorgestern Florian Rötzer/overton hin:
“Erstmals gibt es weltweit mehr Alte als Kinder – In vielen Ländern ist die Geburtenrate so zurückgegangen, dass die Bevölkerung schrumpft und immer mehr Alte auf immer weniger Kinder und junge Menschen kommen. Die gewohnte Alterspyramide kommt ins Kippen. Das hat zunächst die reichen Länder betroffen, der Trend aber erfasst immer weitere Länder. Nur in manchen afrikanischen Ländern werden noch mehr als 5 Kinder pro Frau geboren, was noch in den 1950er Jahren Weltdurchschnitt war. Auch in Indien, dem bevölkerungsreichsten Land, ist die Fertilität unter die Reproduktionsrate auf 2 Kinder pro Frau gefallen, in China liegt sie bei 1,0, in Deutschland bei 1,32.”
Im Ausnahmefall Afrika dient der Kinderreichtum der Alterssicherung. Wo es zu ihr Alternativen gibt, plus das nötige Wissen darüber (und das breitet sich weltweit aus), sinkt die Geburtenrate, egal was “zuständige” Regierungen dazu an ungeeigneten Kopfständen inszenieren. Auch das Wissen, wer diese Welt des real existierenden Kapitalismus real beherrscht, egal, wen Menschen in bürgerlichen Demokratien dazu bestimmen, hat sich rasant weltweit ausgebreitet. Hoffnung verbreitet es nicht, und wirkt sich folgerichtig negativ auf die menschliche Fortpflanzungslust aus. Nehmen Sie das:
Stefan Krempl/heise: “Außer Kontrolle? Die KI-Debatte zwischen Apokalypse und Aufbruch – Ausbrechende Agenten, drohender Stellenabbau und geopolitische Ränke: Pioniere und Vordenker wie Bill Gates ringen um die Zukunft der Künstlichen Intelligenz.”
Krempl, einer der qualifizierteren Heise-Mitarbeiter, hat in diesem Szenario eine materialistische Analyse der ökonomischen Triebkräfte der Einfachheit halber unterlassen. Doch auch die drohende und näherrückende KI-Blase ist weit über Aktienbörsen hinaus in der Weltöffentlichkeit als Gefahr bekannt und (un-)”populär”. Eine unermessliche Kapitalvernichtung steht bevor (auch als Weltkrieg vorstellbar). Wen und was wird sie alles mitreissen? Und wer will das seinen Kindern zum Geburtstag und zu Weihnachten schenken? Die Menschen sind nicht so blöd wie ihre KI.

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