Merz’ Reformagenda — Was die Bundesregierung plant bzw. schon umgesetzt hat, und was ver.di dazu sagt
2. Rentenreform
„Sollten die Presseveröffentlichungen zu Vorschlägen aus der Rentenkommission zutreffen, dann wäre das alarmierend – sie wären insbesondere eine Bedrohung für die Generation von Erwerbstätigen, die heute in der Mitte ihres Arbeitslebens stehen.“ Frank Werneke, ver.di-Vorsitzender
Aktueller Stand – Eine Alterssicherungskommission der Bundesregierung soll ihre Empfehlungen bis Mitte 2026 vorlegen.
Inhalt – Bundeskanzler Friedrich Merz, CDU, kündigte Anfang Februar 2026 einen „Paradigmenwechsel“. Gesetzliche Rente, private und betriebliche Altersvorsorge sollen neu austariert werden. Laut Medienberichten will die Rentenkommission angeblich empfehlen, das Rentenniveau ab 2031 von 48 auf 46 Prozent zu senken und das Renteneintrittsalter von 67 auf 70 Jahre anzuheben. Bei der staatlich geförderten private Vorsorge entfallen zukünftig Garantien und Verrentungspflicht.
ver.di-Position
Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre wäre nach Einschätzung von ver.di für die meisten Arbeitnehmenden nicht gesund erreichbar. Sie müssten mit Abschlägen früher in Rente. Besonders betroffen wären Menschen in fordernden Berufen – im Gesundheitswesen, im Handel, in der Logistik, Ver- und Entsorgung. Eine Absenkung des Rentenniveaus auf 46 Prozent würde zudem zu programmierter Altersarmut führen. Private Vorsorge könne das nicht ausgleichen, weil Menschen mit niedrigen Löhnen schlicht keine eigene Vorsorge bezahlen können.
ver.di fordert: Stabilisierung der gesetzlichen Rente, Entlastung der Rentenkasse von versicherungsfremden Leistungen durch höhere Bundesmittel sowie eine betriebliche Altersvorsorge für alle Beschäftigten mit Arbeitgeberbeteiligung. Der DGB hat eine eigene Rentenkommission gegründet, die an sozial gerechten, nachhaltigen Vorschlägen arbeitet.
Im Überblick
Rentenniveau: aktuell 48 %, Kommission empfiehlt angeblich Senkung auf 46 % ab 2031
Renteneintrittsalter: soll langfristig von 67 auf 70 Jahre steigen
Die Renten in Deutschland sind – auch im internationalen Vergleich – bereits heute erschreckend niedrig
Derzeit hat nur die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland eine betriebliche Altersvorsorge
Dieser Beitrag ist eine Übernahme von ver.di-publik, mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

Schreibe einen Kommentar