Leuchttürme von gestern – weil Doofbleiben keine Alternative ist
1. Zum KI-Weltuntergang
Florian Rötzer/overton: “Anthropic-Wissenschaftler: ‘Wir glauben tatsächlich ernsthaft, dass KI alle Menschen töten könnte!’ – Vier Chefs von großen KI-Konzernen (OpenAI, Anthropic, Google, SpaceXAI), die scharfe Konkurrenten sind, haben nun gemeinsam entdeckt, dass die von ihnen geschaffene Technik außer Kontrolle geraten könne. Das geschah, nachdem Anthropic und OpenAI, beide Unternehmen stehen gerade vor dem Börsengang, berichtet hatten, dass KI-Modelle aus ihrer Testumgebung ausgebrochen seien. Anthropics Modell hatte Zugang zum Internet gefunden, die Modelle von OpenAI waren in die Entwicklerplattform Huggingface eingebrochen.”
und
Ferdinand Muggenthaler/Blätter: “KI-Agenten außer Kontrolle – Warum eine globale Regulierung Künstlicher Intelligenz nötig ist”.
Brutal auf den Boden der deutschen Tatsachen führt Sie und mich dann
Christian Bartels/MDR-Altpapier: “Viele Stimmen, nicht so viel Reichweite – Was die rasante Entwicklung der KI mit den sogenannten sozialen Medien gemeinsam hat: Europäische und deutsche Plattformen und Politiker können nur noch zuschauen (und alarmierend hinterher appellieren).”
2. Rätsel Russland
Die Mehrheit hiesiger Medienöffentlichkeit hat ihr Meinungsbild zu Russland abgeschlossen. Ich nicht – Unkenntnis und Neugier überwiegt. Darum ist das Folgende informativ und aufschlussreich (und weniger vernagelt, als was uns täglich serviert wird):
Katja Woronina (Interview)/Jungle World: “Die russischen Sozialisten Ilya Matveev und Ilya Budraitskis im Gespräch über die ideologischen Triebfedern des russischen Krieges: »Fressen oder gefressen werden« – Warum führt Russland Krieg, auch wenn das russischen Kapitalinteressen schadet? Warum opfert der Staat Billionen Rubel und Hunderttausende Menschenleben, im Versuch, die Ukraine zu unterwerfen? Die russischen Sozialisten Ilya Matveev und Ilya Budraitskis identifizieren die Ideologisierung der russischen herrschenden Klasse als zentrale Triebkraft des Militarismus. Die »Jungle World« sprach mit ihnen über die Wurzeln von Wladimir Putins Weltsicht in der Paranoia des KGB und im Raubtierkapitalismus der neunziger Jahre und darüber, was nötig wäre, damit Russland keine Bedrohung für seine Nachbarländer mehr darstellt.”
Ein blinder Fleck dieses Interviews bleibt in Bezug auf die Krim die gewaltige strategische Bedeutung der russischen Atombewaffnung und ihres Meereszugangs. Ohne diese Atomwaffen wäre Russland als Grossmacht am Ende, jederzeit ignorierbar, weil seine ökonomische Macht vernachlässigbar ist. Die russische Elite hat keine ökonomisch konkurrenzfähige Idee – nur die Option militärische Gewalt. Fragen Sie Xi Jinping. Das ist arm und gefährlich. Muggentahler (s.o.) bezieht die Atomwaffen immerhin in seine Überlegungen ein.
3. Der deutsche Infrastruktur-Abgang
Wie konnte es so weit kommen. Und warum haben die, die es hätten stoppen können, es laufen lassen?
Marcel Kunzmann/telepolis: “Stuttgart 21: Das späte Geständnis eines Gutachters – Ein Gutachter, der den Stresstest für Stuttgart 21 absegnete, glaubte selbst nicht an seine Zahlen. Was das für die spätere Betriebspraxis bedeuten könnte.”
Mann nennt es staatsmonopolistischer Kapitalismus. Olaf Scholz wusste mal, was das ist. Als er später Bankiers beim Steuervermeiden unterstützte, so geht die Legende, habe er immer noch gewusst: “Gegen die Elbchaussee kann man nicht regieren.”
4. NRW liegt still – Wundersame Bahn CCLIX
Sensation in Bonn: geht die (ÖPNV-)Welt doch nicht unter? “Vier von 60 defekten Bonner Stadtbahnen fahren wieder”. Dann steht einer Wiederwahl des OB und seiner Aufsichtsrät*inn*e*n ja sicher nichts mehr im Wege – obwohl doch “ihre Geduld” seit Wochen “am Ende” ist.
Dafür liegt NRW jetzt still. Von Bonn über Köln, Düsseldorf, Duisburg bis Oberhausen und Essen geht bis Ende Oktober nichts mehr. Dank der maroden Autobahnen in Duisburg-Kaiserberg.
Meine Idee; bauen Sie doch ähnliche Brückenbauwerke über Beuel hinweg: Auffahrt am Endenicher Ei, Abfahrt irgendwo hinter Pützchens Markt – mit architektonisch ähnlich spektakulären Autobahnkreuz-Bauwerken, wie sie unser geliebter Ministerpräsident schon zwischen Köln und Bonn (“Rheinspange”) platzieren will. Mann gönnt sich ja sonst nichts. Und die Profitraten der Baumafia müssen gesichert werden – sonst bespenden die noch die AfD.
Besagter Ministerpräsident ist schon auf der Flucht.

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