Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 39 von 381)

Bewegend

Der 23. März 2025 war für den Fussball der Frauen ein historischer Tag. Meine Hauptfrage dazu ist: warum musste es eigentlich 2025 Jahre dauern? Dass mal über 50.000 Menschen in ein Fussballstadion gehen, um Frauen beim Spitzenfussball zuzusehen. Es musste erst ein Nordderby ausgelost werden, damit es dazu kam. Und die HSV- und die Werder-Fans das Hamburger Volksparkstadion nicht nur voll machten. Sondern sich auch dabei keine einzige Fresse einschlugen. Weiterlesen

Keine*r merkts …

… (hierzulande): die Atomkriegsuhr tickt weiter

Wenn ein Papst stirbt und ein Tuppes aus dem Sauerland Leute ernennt, die früher mal ernstgenommen wurden, damals, als es noch kein Bundesverkehrsministerium gab, dann ist die Aufmerksamkeitsspanne deutscher Medien, egal ob alte oder asoziale neue, ausgeschöpft. Eher: überfordert. Wenn Sie sich stattdessen den Schlaf rauben lassen wollen, dann lesen Sie hier weiter. Weiterlesen

Abgemeldet

“Regelbasierte Ordnung” funktioniert nur mit Dominanzverzicht

Die gesellschaftliche Linke meldet sich mit beängstigender Beharrlichkeit aus allen innenpolitischen Machtkämpfen in Deutschland ab. Das hat Folgen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und in der Welt. Deutschland ist die dominante Macht in der EU. Und seine eigene Abmeldung aus intellektuellen und diplomatischen Diskursen trägt zu den aktuellen Verheerungen jeder “regelbasierten” internationalen Ordnung massgeblich bei. Zaghafte Reparaturversuche sind ausgerechnet im intellektuellen Hinterland der niedergehenden SPD-Überreste zu erkennen. Ihnen als Leser*in will ich hiermit die Ausrede verbauen, sie hätten davon nichts gewusst. Weiterlesen

Berliner Zellteilungen

Und Wiener Ergebnisse

Fast hätte ich es verpasst. Hinfahren werde ich keinesfalls. Dafür ist es in Beuel viel zu schön. In Berlin trifft sich ein Kongress unter dem Label “Gegenform – bündnis gegen autoritäre Formierung” und der Schlagzeile “Antifa out of line – Kongress gegen die autoritäre Formierung”. Klingt guten Willens und lobenswert. Finden aber nicht alle so. Emanuel Kapfinger schreibt hier in einem linken Schweizer Onlinemagazin: “Antimigrationsdiskurs und Deutsche Akteur:innen”. Weiterlesen

Sie reproduzieren das System

Von der Verwechslung von Gewinnstreben mit materialistischer Analyse

Seit längerem beklage ich, dass die gesellschaftliche politische Linke selbst ein Musterbeispiel für die vom Neoliberalismus angetriebene Individualisierung bietet. Aktuell zu nennen sind der Westend-Verlag, Herberge des overton-magazins, und ein weiteres Mal die Kolleg*inn*en von den nachdenkseiten. Gift und Galle haben sie einst über Wolfgang Storz’ Querfrontstudie ausgestossen. Und nun? Weiterlesen

Eine (mutig) sprechende Zeugin weniger

Virginia Giuffre ist tot. Gemeldet wird, sie habe Suizid begangen. Mich erinnert ihre Tragik an den schwarzen Profifussballer Justin Fashanu, der sich 1990 selbst als schwul geoutet und die aufmerksamkeitsökonomischen Folgen nicht überlebt hat. Sein Schicksal hat die Welt der Profifussballer (der Herren, ganz anders als die der Frauen) so traumatisiert, dass Selbstoutings danach immer erst nach Beendigung der Karriere erfolgten. Nie davor. Bis heute. Diesen Effekt erhoffen sich die Täter gegen Mrs. Giuffre nun auch. Weiterlesen

Sackgasse Bigotterie

Anti-Smartphone-Bewegungen sollten sich davor hüten

Mit viel Sympathie sah ich mir diese kleine Arte-Doku an: Re: Smartphone-Verbot für Spaniens Kinder – Die Revolte kommt aus Spanien: Die Bewegung ‘Teenager ohne Handy’ wurde im Stadtteil Poblenou, in Barcelona ins Leben gerufen. Mittlerweile breitet sie sich in ganz Spanien, von Barcelona und Madrid, über das Baskenland bis nach Andalusien aus. Innerhalb der Bewegung prangern Eltern die Gefahren von Smartphones für ihre Teenager an.” Verfügbar ein Jahr. Aber: Weiterlesen

Endlich Regen

In Beuel jedenfalls. Alle Flachwurzler atmeten auf. Gegen die Dürre reichte es noch nicht aus. Und es soll in absehbarer Zeit auch nichts mehr nachkommen. Was soll das für ein Sommer werden? Rheinpegel Bonn 215cm.

Dem Papst hat es gereicht, Er hat sich Ostermontag verabschiedet. Dazu mehrere Beiträge. “Wer sagts der Tagesschau?”, dass die Mehrheit des Publikums konfessionslos ist. Henning Venske war es mehr als genug: “Me absolvo”. Und André Dahlmeyer ruft aus Argentinien etwas in Erinnerung, was niemand mehr wissen oder gar veröffentlichen will: “Francisco, der Gotteskrieger”. Weiterlesen

Verwaltungsgerichtspräsident gegen Agenturjournalist

Da will mann nicht dazwischensein

Mein einstiger Bonner Kommilitone Arthur Heinrich hatte vor über 25 Jahren eine lobenswert kritische Geschichte “Der Deutsche Fussballbund” veröffentlicht. Ich fürchte, die gibts nur noch in Antiquaraten. Arthur hat ausserdem Massstäbe gesetzt, was die Analyse der “Wir-sind-wieder-wer”-Weltmeisterschaft 1954 betrifft. Über seine Beurteilung von Vielem, was danach kam, wüsste ich gerne mehr. Z.B. das hier: Weiterlesen

Ösi-Kunst, 4. Staffel

Mit drei Jahren Verspätung: “Walking On Sunshine”

Die ARD-Mediathek zeigt an: “Trailer: Walking on Sunshine – verfügbar bis 24.4.2015” also heute, bis 21.45 h. Dann beginnt der ARD-Nischensender ONE endlich mit der linearen Ausstrahlung der 4. und letzten Staffel der gleichnamigen Ösi-Serie, die nach meiner subjektiven persönlichen Meinung grosse TV-Kunst ist, wie sie uns von deutschen Anstalten so nicht angeboten wird. Wer schon Erfahrungen mit oligarchischen Diktaturen gesammelt hat, verfügt gewiss über die nötige kulturelle Kompetenz, die spröden Informationen der ARD-Mediathek zu interpretieren. Weiterlesen

Polizeischüsse

Vorweg: ich bin nicht vom Fach. Ich kannte und kenne einzelne sehr respektable, sogar sympathische Polizist*inn*en. Im Gegensatz zu Militär und Geheimdiensten bin ich nicht der Meinung, dass sie abgeschafft werden sollten. Im Gegenteil: eine demokratische Gesellschaft und ein Rechtsstaat brauchen eine Polizei von exzellenter Qualität. Wer ein*e gute*r Polizist*in werden will, muss eine harte Ausbildung absolvieren, geistig und körperlich. Das ist gut so. Aber dazu hätte ich eine Frage: was ist mit dem Schiesstraining? Weiterlesen

Wer sagts der Tagesschau?

Die ARD hat überwiegend ein Ü60-Publikum. Das ZDF auch. Generell das ganze alte deutsche Fernsehen. Da kann es passieren, dass die Herren und wenigen Damen viele Dinge, die sich da draussen in der richtigen Gesellschaft abspielen, nicht oder erst sehr, sehr spät bemerken. Nun sind wir auch hier im Extradienst auf das Ableben des Papstes Franziskus eingegangen. Nicht nur, weil er weit sympathischer war, als die meisten seiner Vorgänger. Sondern schlicht, weil es eine relevante politische Nachricht ist. Weiterlesen

Sehr langes Wochenende

Es ging los mit “Abhängig von Amazon” von Esther Menhard/netzpolitik: “Bund macht sich abhängig von Amazon und Co.” Wenig später setzte die gleiche Autorin diesen Diskurs in einem Interview mit Julia Pohle fort: Neue Vision – ‘Wir brauchen eine neue Vision der Digitalisierung'”.

Dann kritisierte Wolfgang Lieb, erfreulicherweise viel gelesen: Kriegs-Alarmismus in Deutschland – Die U.S. Nachrichtendienste verlieren in ihrer Bedrohungsanalyse 2025 kein Wort über einen russischen Angriff auf ein NATO-Land”. Zum gleichen Thema gabs am Ostersonntag ein DLF-Interview mit Michael Brzoska (nur Audio 10 min), Ex-Chef des Bonner BICC, der diesen Wissenschaftler-Aufruf mitinitiiert hat. Weiterlesen

Die Natur – das sind (u.a.) wir

mit Update nachmittags

Vorige Woche geisterten Medienmeldungen durch den Weltraum, dass es irgendwoanders noch Lebendiges geben soll, bzw. könnte. Mich erinnerte es an den “Galaxy Song” von den Monty Pythons (in ihrem grandiosen Film “The Meaning Of Life”). Die Oligarchen unserer Zeit suchen noch ein Fluchtziel. Sie zerstören menschliches Leben auf unserem Planeten und wollen sich rechtzeitig verpissen – wir, die Mehrheit der nicht-superreichen Arschlöcher, sind ihnen sowieso egal. Sie halten uns für überflüssige neidische Nervensägen. Weiterlesen

Sensation am Ostersonntag

Wundersame Bahn CCXXII

Die Sensationen häufen sich. In den letzten Wochen höre ich es vermehrt aus dem Freund*inn*e*nkreis und kann es nun bestätigen: planbares Bahnfahren ist möglich! Gut, bestimmte Bedingungen müssen gewährleistet sein. In meinem Fall ein langes, sehr langes Wochenende, bei dem auf keinen Fall am zeitlichen Rand, sondern mittendrin gefahren wird. Wie ich gestern. Weiterlesen

Feiern verboten

Mein alter Freund Martin Budich, der mich 1985 als Bundesgeschäftsführer der Jungdemokraten einstellte, versucht lebenslänglich gegen den Karfreitag vors Bundesverfassungsgericht zu kommen. Das will das Thema aber nicht anfassen. Immerhin schaffte er es als Online-Aufmacher in die einst mächtige WAZ. Die mauerte es digital ein. Ich habe es aufgebohrt, und meinen Spass gehabt. Dazu “Penne Beuel” vom l’Olivo und ein kühles Gläschen Chardonnay – der Tag ist gerettet. Weiterlesen

Überall “Zeitenwenden”

Hamses nich ne Nummer kleiner? Nee, wer sich in der Gegenwart nicht aufbläst, droht übergangen zu werden. Die Aufmerksamkeitsspanne der Aufmerksamkeitsökonomie ist ultrakurz, und reagiert auf Lautstärke weit mehr als auf Inhalt.

Zeitenwende in der Arbeitswelt beschreibt Tim-Can Werning/ver.di-publik: Technostress ist eine psychische Arbeitsbelastung – Damit die Einführung digitaler Arbeitsmittel zur Entlastung statt zu mehr Belastung und Stress führt, braucht es vor allem Mitbestimmung”. Da bin ich raus – wie schön! Weiterlesen

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