Fast tausend Menschen sind an einem Aprilwochende 2015 vor der Libyschen Küste beim Versuch, nach Europa zu flüchten, ums Leben gekommen, rund 5.000 waren es schätzungsweise in den vergangenen Jahren – niemand weiss das so genau. Neben dem Entsetzen vieler häufen sich die Peinlichkeiten der Stellungnahmen angesichts der menschlichen Tragödien, die seit Jahren anhalten. Da wird angezweifelt, ob denn überhaupt 900 Menschen auf einen 20m -Kahn passen würden, da erklärt Regierungssprecher Seibert, dass die Lage ja so “schrecklich kompliziert” sei, dass man gar nicht wisse, was man zuerst tun solle und konservative Politiker überschlagen sich gegenseitig in Tiraden gegen die angeblichen Verursacher der Katastrophe, die sie in den “kriminellen Schlepperorganisationen” und “Menschenschmugglern” gefunden zu haben glauben. Nur eines steht fest: Die Opfer, darunter hunderte Frauen und kleine Kinder, werden keinen Staatsakt im Kölner Dom bekommen, für sie fällt offizielle Trauer weitgehend aus.

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